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DM Universaltrap 2026: 191 von 200 Scheiben – und ein Rekord auf einem neuen Programm

Oliver Schulz verteidigt in Schale seinen Titel und stellt einen Deutschen Rekord auf. Die Ergebnisse der ersten DM über 200 Wurfscheiben – und was die Zahl wirklich sagt.

LMLauritz Maaßen30. September 2026FITASC Universal Trap, Deutsche Meisterschaft, Sportschießen
DM Universaltrap 2026: 191 von 200 Scheiben – und ein Rekord auf einem neuen Programm

191 von 200 Scheiben: Oliver Schulz vom WTC Niedersachsen hat bei der DM Universaltrap 2026 im westfälischen Schale seinen Titel verteidigt und dabei einen neuen Deutschen Rekord aufgestellt. Geschossen wurde vom 17. bis 20. September erstmals über 200 Wurfscheiben – auf einer Distanz also, die es in dieser Disziplin vorher nicht gab.

KlasseSiegerVereinScheiben
HerrenOliver SchulzWTC Niedersachsen191
DamenChristina PohliBSV Mittenwald172
JuniorenLouis MudraWTC Niedersachsen167
SeniorenWaldemar SchanzSV Buchholz 01182
VeteranenFrank WaldeWTS Wehr166
Master (ab 72 Jahren)Hansjörg ObenauerWTC Wiesbaden172

Es war die achte Auflage der Disziplin. Nach der Ausschreibung des Deutschen Schützenbundes verteilen sich die Scheiben auf drei Wettkampftage; mit dem längeren Programm ist Universaltrap an die beiden anderen FITASC-Wettbewerbe Parcours und Compak Sporting angeglichen. 136 Schützinnen und Schützen gingen an den Start.

Neun Fehlschüsse, verteilt auf acht Durchgänge

Schulz' Rekord ist weniger eine Serie von Glanzlagen als das Ausbleiben von Einbrüchen: In keinem der acht Durchgänge ließ er mehr als zwei Scheiben liegen. Wer über 200 Scheiben nie schlechter als 23 von 25 schießt, landet zwangsläufig bei mindestens 184 – bei ihm blieben insgesamt neun Scheiben ungetroffen, eine Trefferquote von 95,5 Prozent.

Wie knapp diese Konstanz vom Zufall entfernt liegt, zeigt das Vorjahr: 2025 gewann Schulz ebenfalls den Titel, verpasste den Rekord aber um genau eine Scheibe.

Zwei Personen mit Gehörschutz trainieren mit einer Flinte im Freien.
Training an der Wurfscheibe: Über acht Durchgänge entscheidet nicht der beste, sondern der schlechteste Stand. Schulz' schwächster Durchgang lag bei 23 von 25 Scheiben. Foto: Remy Gieling / Unsplash+ License

182 Scheiben reichen bei den Herren für Bronze – und bei den Senioren für Gold

Zwei Werte tauchen in der Ergebnisliste doppelt auf, in völlig verschiedenen Klassen. Waldemar Schanz (SV Buchholz 01) gewann die Senioren mit 182 Scheiben – exakt der Wert, mit dem Evgeni Veith (Altonaer Schützengilde) bei den Herren Dritter wurde. Und Hansjörg Obenauer (WTC Wiesbaden), Sieger der Klasse Master ab 72 Jahren, traf mit 172 Scheiben genauso viele wie Christina Pohli, die Deutsche Meisterin der Damen.

Die Altersklassen sind in dieser Disziplin also keine Trostrunde: Die Flinte verzeiht Jahrzehnte, solange der Anschlag sitzt.

Bei den Damen liegen zwischen Gold und Silber 17 Scheiben

Die Dichte an der Spitze unterscheidet sich stark zwischen den Klassen. Bei den Herren trennten Platz eins und drei nur neun Scheiben (191 – 188 – 182). Bei den Damen waren es zwischen Pohli und Janet Schönbein-Brandl (BWC Erlangen, 155) allein 17 Scheiben, auf Platz drei folgte Claudia Schieber (SV 1990 Hoyerswerda) mit 153.

Am engsten wurde es bei den Senioren: Werner Diener (SV Buchholz 01) und Friedrich Kulse standen beide bei 176 Scheiben, Bronze fiel erst im Stechen. Wer über drei Tage plant, sollte Patronen für diesen Fall übrig haben.

Was die Umstellung auf 200 Scheiben mit den Zahlen macht

Zwei Faktoren erklären, warum sich die Zahlen dieses Jahres nicht ohne Weiteres in die Reihe der Vorjahre stellen lassen. Der erste ist das Programm selbst: Mehr Scheiben bedeuten mehr Gelegenheiten – für Treffer wie für Fehler – und verschieben den Wettkampf von der Tagesform zur Ausdauer.

Der zweite Faktor war das Wetter. Am dritten Wettkampftag kam Wind auf, der einzelne Scheiben aus den erwarteten Bahnen trug. Wie viele Ringe das gekostet hat, lässt sich aus der Ergebnisliste nicht herauslesen.

Geöffnete Flinte mit aufsteigendem Rauch wird von einer Person gehalten.
200 Scheiben heißen 200 Schüsse plus Reserve: Das verlängerte Programm belastet Material und Konzentration stärker als die bisherigen Auflagen. Foto: Unsplash Community / Unsplash+ License

Was der Rekord aussagt – und was nicht

Ein Deutscher Rekord über 200 Scheiben ist keine Verbesserung eines älteren Wertes über eine kürzere Distanz, sondern der erste Eintrag auf einer neuen Bezugsgröße. Auf welchen Scheibenzahlen die vorherigen Bestmarken standen, geht aus der Ergebnisdokumentation der Meisterschaft nicht hervor. Ein Vergleich über die Jahre wird erst ab 2027 wieder aussagekräftig.

Hopsten: 136 Starter auf 168 Plätzen

Ausgetragen wurde die Meisterschaft beim SSC Schale in Hopsten im Kreis Steinfurt. Die Ausschreibung hatte 168 Startplätze über alle Klassen vorgesehen und die Online-Meldung am 5. September geschlossen – angetreten sind 136. Damit blieben 32 Plätze frei, eine Auslastung von 81 Prozent. Die Starterzahl lag unter der des Vorjahres; die Veranstalter nennen 150 als Ziel für 2027.

Ortskern von Hopsten im Kreis Steinfurt mit Backsteinhäusern an der Brenninkmeyerstraße
Hopsten im Kreis Steinfurt: Der Schießstand des SSC Schale liegt im Ortsteil Schale an der niedersächsischen Grenze – und der Gastgeber landete in der Mannschaftswertung selbst auf dem Podium. Foto: J.-H. Janßen / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

In der Mannschaftswertung setzte sich der WTC Niedersachsen mit Louis Mudra, Oliver Schulz und Martin Becker auf 533 Scheiben durch, vor dem SV Buchholz 01 (Waldemar Schanz, Werner Diener, Wolfgang Härle) mit 528 und dem gastgebenden SSC Schale (Philipp Hinzen, Tino Wenzel, Markus Bennemann) mit 524. Neun Scheiben zwischen Platz eins und drei – bei 600 möglichen je Team.

Regional fällt der BSV Mittenwald auf: Der bayerische Verein stellte mit Pohli (Damen), Jan Verkennis (Senioren, 177) und Walter Brinkmann (Veteranen, 156) drei Podiumsplätze in drei verschiedenen Klassen. Ältester Teilnehmer war Felix Passens vom gastgebenden SSC Schale: Mit 89 Jahren traf er 155 der 200 Scheiben und wurde damit Dritter der Master.

Für die Planung der Ausgabe 2027

  • Das Programm mit 200 Scheiben bleibt die Bezugsgröße: Patronenbedarf inklusive Stechen entsprechend kalkulieren, nicht nach den alten Auflagen.

  • Gemeldet wird ausschließlich online und mit fester Frist – 2026 war am 5. September Schluss, Nachmeldungen waren nur bei freier Kapazität und Barzahlung am Stand möglich.

  • Auslastung im Auge behalten: 32 freie Plätze bedeuten realistische Chancen auf einen Reststart, aber keine Zusage.

  • Auf Wind einstellen: An einem der drei Tage entschied die Anpassung an veränderte Scheibenbahnen über mehrere Platzierungen.

Wie die Meldung und die Kapazitätsfrage vor der Meisterschaft aussahen, steht im Vorbericht zur DM Universal Trap in Hopsten-Schale. Die beiden Schwesterdisziplinen, an die Universaltrap jetzt angeglichen ist, erklärt unser Beitrag zur DM FITASC Parcours auf dem Dornsberg; wie Wertungen auf dem Wurfscheiben-Parcours im Landesverband gezählt werden, zeigt das Landesparcoursschießen in Hasenmoor. Weitere Wettkämpfe sammelt die Rubrik Sportschießen.

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Quelle

Wettkampfverlauf, Rekordangabe, Starterzahl und Angleichung an die FITASC-Disziplinen nach der Meldung des Deutschen Schützenbundes vom 23. September 2026; Platzierungen, Scheibenzahlen und Mannschaftswertung nach der offiziellen Ergebnisliste der DM FITASC 2026 in Schale. Abgerufen am 26. September 2026.

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