An drei Tagen im September läuft auf dem Schießstand Wolfsberg in Hasenmoor der Flintenparcours des schleswig-holsteinischen Landesjagdverbands. Wer die Regeln kennt, weiß danach, warum hier 15 Treffer schon eine Auszeichnung wert sind, warum die Flinte unten bleiben muss und welche Patrone im Kasten liegen darf.
Für alle, die noch nie einen Parcours geschossen haben
Ein Jagdparcours ist kein Trap- und kein Skeetstand mit festen Winkeln, sondern eine Folge von Ständen, an denen Wurfscheiben aus wechselnden Richtungen und Höhen kommen – nachgebaute Niederwildsituationen: der querende Hase, der abstreichende Fasan, die einfallende Ente. Gewertet wird nicht in Ringen, sondern in Scheiben, die fallen. Im jagdlichen Sprachgebrauch heißen sie „Kreaturen“.
Drei Termine, ein Durchgang, 60 Situationen
Das Landesparcoursschießen „Flinte“ findet nach der Ausschreibung des Landesjagdverbands Schleswig-Holstein am Sonnabend, 19. September, sowie am Freitag, 25., und Sonnabend, 26. September 2026 statt. Ausgetragen wird es auf dem Schießstand Wolfsberg der Kreisjägerschaft Segeberg, Am Schießstand 1 in 24640 Hasenmoor.
Wer startet, absolviert einen Durchgang über 60 jagdliche Situationen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Der Wunschtag lässt sich bei der Anmeldung angeben – sofern er nicht ausgebucht ist. Für den 19. September gilt das bereits: Der Termin ist im Veranstaltungsportal als ausverkauft gekennzeichnet.
| Landesparcoursschießen 2026 | |
| Termine | Sa 19.09. · Fr 25.09. · Sa 26.09.2026 |
| Ort | Schießstand Wolfsberg, Am Schießstand 1, 24640 Hasenmoor |
| Umfang | 60 jagdliche Situationen, ein Durchgang |
| Startgeld | 45,00 € – Reuegeld, keine Rückerstattung |
| Zulassung | Gültiger Jagdschein und nachgewiesene LJV-SH-Mitgliedschaft |
| Meldeschluss | 27. August 2026 (verstrichen) |
| Startzeit | Wird zugeteilt und per Post mitgeteilt, kein Anspruch auf einen Wunschtermin |
Die verstrichene Frist ist keine Formsache: Wer verspätet zahlt, dessen Teilnahme ist nicht garantiert, und es werden zusätzlich 5,00 Euro Bearbeitungsgebühr fällig. Das Startgeld selbst ist Reuegeld – wer nicht erscheint, bekommt nichts zurück.
Der Schaft bleibt unten – sonst wäre es Sportschießen
Der Anschlag ist beliebig, mit einer Ausnahme: Der Voranschlag ist untersagt. Die Flinte darf also nicht schon an der Schulter liegen, wenn die Scheibe kommt; sie wird erst gehoben, wenn das Ziel in der Luft ist. Genau dieser Satz trennt den Jagdparcours vom olympischen Trap, wo der Schütze die Waffe längst montiert hat, bevor er „Zug“ ruft.
Der Sinn ist jagdlich: Auf der Treibjagd steht niemand mit gehobener Waffe da. Das Aufnehmen des Ziels aus der Ruhelage ist die Bewegung, die auf dem Stand geübt werden soll – und die im Herbst über den sauberen Schuss entscheidet. Der Verband formuliert den Zweck ausdrücklich so: Der Parcours soll in erster Linie für die Flintensaison fit machen.
Fünf Nadeln, und die erste beginnt bei einem Viertel
Statt einer Rangliste steht am Ende eine Auszeichnung. Die Ausschreibung sagt offen, warum die Einstiegshürde niedrig liegt: Der Parcours ist so ausgelegt, dass auch Schießstandungeübte ihre Erfolgsquote erfüllen. 15 gestreckte Kreaturen von 60 – ein Viertel – reichen für die Hegenadel.
| Nadel | Getroffene Kreaturen von 60 |
| Hegenadel | 15 |
| Bronze | 30 |
| Silber | 40 |
| Gold | 50 |
| Sonderstufe Gold | 52 |
Wer am Veranstaltungstag 75 Jahre oder älter ist, bekommt für die Nadelvergabe zwei Kreaturen gutgeschrieben. Vergeben wird jeweils nach dem Vormittags- und dem Nachmittagsblock, und zwar nur an Anwesende: Nadeln werden ausdrücklich nicht nachgesandt. Wiederholungsnadeln mit der Jahreszahl 2026 werden erst nach der Veranstaltung bestellt und zugeschickt – wer schon eine Nadel derselben Stufe hat, geht am Tag selbst also mit einer Zusage statt mit Metall nach Hause.
Daneben läuft eine klassische Wertung. Ausgeschossen werden der Botho-Baumann-Pokal für den besten Schützen aller Klassen, die Plätze eins bis drei in der offenen Klasse, der Senioren- und Altersklasse, der Juniorenklasse und der Damenklasse sowie ein Wanderpokal für die Revierwertung, für den mindestens vier Schützen antreten müssen, die nachweislich gemeinsam in einem Revier jagen. Die Siegerehrung datiert die Ausschreibung auf „Samstag, den 27. September 2026“ – der 27. ist ein Sonntag, der letzte Schießtag der Samstag davor. Welches der beiden Daten gilt, geht aus den Unterlagen nicht hervor.
Bleifrei ist hier keine Empfehlung
Die Munitionsvorgabe ist eng gefasst und lässt keinen Ermessensspielraum: Zugelassen ist ausschließlich bleifreies Schrot, der Durchmesser ist auf maximal 2,54 Millimeter begrenzt, die Ladung auf 28 Gramm. Pflicht sind außerdem Gehörschutz, Schießbrille und Kopfbedeckung – auf einem Parcours mit wechselnden Wurfrichtungen kommen Schrotkörner und Scheibensplitter aus Winkeln, aus denen sie auf dem Trapstand nicht kommen.
Wer noch Bleischrot im Schrank hat, kann es auf diesem Stand nicht verschießen. Der Anlass dafür ist nicht die Ausschreibung: Über Feuchtgebieten gilt das Bleiverbot europaweit bereits, und für alle übrigen Flächen läuft das EU-Verfahren zum Bleischrotverbot. Wer den Umstieg ohnehin vor sich hat, macht ihn am besten dort, wo ein Fehlschuss nur Punkte kostet – in Hasenmoor allerdings nach der engeren Vorgabe des Stands, der für Veranstaltungen ausdrücklich nur Stahlschrot bis 2,5 Millimeter nennt.
Vier Fehler, die auf dem Parcours Punkte kosten
Stahlschrot in einem Vollchoke. Viele ältere Flinten sind für harte Schrote nicht freigegeben; die Herstellerangabe zum Beschuss gehört vor den Start geprüft, nicht danach.
Die Flinte zu früh heben. Der Voranschlag ist untersagt – die Bewegung beginnt erst mit der Scheibe.
Ohne Kopfbedeckung antreten. Sie ist Pflicht, nicht Tracht, und schützt gegen herabfallende Schrote.
Auf die Nadelvergabe verzichten. Wer nach seinem Durchgang abreist, bekommt seine Nadel nicht nachgeschickt.
Was für den Wettkampftag noch fehlt
Startzeiten werden vorgegeben und den Gemeldeten per Post zugestellt; ein Anspruch auf eine bestimmte Zeit besteht nicht. Die Tageszeiten stehen inzwischen fest – der Schießstand führt alle drei Termine mit Uhrzeit und einer zweistündigen Mittagspause; wie sich der Schießtag in Hasenmoor gliedert, steht dort im Detail. Anfahrts- und Parkhinweise sowie eine Regelung für Zuschauer sind weiterhin nicht veröffentlicht. Wer Einspruch erheben will, zahlt 50,00 Euro Protestgebühr, die bei Ablehnung verfällt; entschieden wird von einem Schiedsgericht aus der Landesschießobfrau und zwei zu benennenden Jagdschützen.
Drei Sätze zum Merken
Die Nadel bekommt, wer 15 von 60 Scheiben trifft – der Parcours ist auf Breite ausgelegt, nicht auf Auslese.
Der Voranschlag ist verboten: Die Flinte kommt erst hoch, wenn die Scheibe fliegt.
Bleifrei, maximal 2,54 Millimeter Durchmesser, maximal 28 Gramm – und die Standordnung ist noch enger; andere Patronen bleiben im Auto.
Das fragt der Prüfer
Schrotgröße und Schrotladung sind Prüfungsstoff, und zwar in beide Richtungen: Welche Schrotstärke für welches Wild angemessen ist und welche Munition auf welchen Flächen überhaupt zulässig ist. Die Grenze von 2,54 Millimetern entspricht der Größenordnung, die für Niederwild üblich ist; das Verbot von Blei über Feuchtgebieten ist bundesweit Prüfungswissen. Wer beides sicher zuordnen kann, hat auf dem Parcours dieselbe Entscheidung schon einmal getroffen.
Prüfung im Blick? Mit der Jagdkompass-App üben Sie Schrot- und Munitionsfragen strukturiert – und wissen am Stand, warum die Vorgabe so lautet, wie sie lautet.
Wie ein Parcours nach internationalem Reglement funktioniert, zeigt die Deutsche Meisterschaft FITASC Parcours am Dornsberg; die reine Flintendisziplin mit festem Wurfschema steht im Überblick zur DM FITASC Universal Trap in Schale. Wer Flinten für Jagd und Sport führt, findet die Regeln zur Waffenbesitzkarte in unserem Überblick. Weitere Termine: Sportschießen.
Quelle
Termine, Austragungsort, Umfang des Durchgangs, Anschlagsregel, Nadelstufen, Pokale, Munitions- und Ausrüstungsvorgaben, Zulassungsvoraussetzungen, Startgeld, Meldeschluss, Startzeitvergabe, Schiedsgericht und Protestgebühr nach der Ankündigung zum Landesparcoursschießen 2026 und der Ausschreibung im Veranstaltungsportal des Landesjagdverbands Schleswig-Holstein; der Terminüberblick nach den Schießterminen 2026. Der Ausbuchungsstand des 19. September nach demselben Portal, abgerufen am 1. September 2026.