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Luchs im Schwarzwald: Luna ausgewildert und neuer Nachwuchs – was das für Jäger bedeutet

Das Land Baden-Württemberg hat mit Luchskatze Luna den sechsten Luchs im Schwarzwald ausgewildert – und erstmals seit rund 200 Jahren wieder Luchsnachwuchs nachgewiesen. Was hinter dem Projekt steckt und welche Rolle die Jägerschaft spielt.

LMLorena de Marco28. Juli 2026Luchs, Schwarzwald, Artenschutz
Luchs im Schwarzwald: Luna ausgewildert und neuer Nachwuchs – was das für Jäger bedeutet

Der Luchs kehrt in den Schwarzwald zurück: Mit der Luchskatze Luna hat Baden-Württemberg im Juli 2026 das sechste Tier im Rahmen seines Bestandsstützungsprojekts ausgewildert – und zugleich erstmals seit rund 200 Jahren wieder Luchsnachwuchs im Land nachgewiesen. Für Jägerinnen und Jäger ist das mehr als eine schöne Naturmeldung: Sie sind beim Monitoring der scheuen Großkatze eine zentrale Säule.

Kurz gesagt

Baden-Württemberg hat mit Luna insgesamt sechs Luchse ausgewildert; im Schwarzwald leben damit zwölf sicher nachgewiesene selbstständige Tiere. Nach der Luchsin Elisabeth hat nun auch Verena Nachwuchs bekommen – der erste Luchsnachwuchs im Land seit etwa zwei Jahrhunderten.

Was ist passiert?

Nach Angaben der Landesregierung Baden-Württemberg wurde die Luchskatze Luna am 14. Juli 2026 im Rahmen des Projekts zur Bestandsstützung des Luchses im Schwarzwald freigelassen. Begleitet wurde die Auswilderung von einer Schulklasse, die dem Tier den Namen Luna gab. Luna stammt aus dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm für den Karpatenluchs, wurde im Juni 2025 im slowakischen Zoo Bojnice geboren und in einem abgeschiedenen Waldgehege des Zoos Karlsruhe auf ein Leben in der Wildbahn vorbereitet.

Mit Luna hat das Land insgesamt sechs Luchse ausgewildert. Damit steigt die Zahl der aktuell im Schwarzwald sicher nachgewiesenen, selbstständigen Luchse laut Land auf zwölf Tiere. Ziel des Projekts ist es, eine Wiederbesiedlung Baden-Württembergs zu ermöglichen und den genetischen Austausch mit benachbarten Vorkommen im Schweizer Jura, in den Vogesen und im Pfälzer Wald zu fördern. Weibliche Tiere sind dabei besonders wertvoll, weil sie den Bestand langfristig tragen.

„Die Gene von Luchskatze Luna bereichern den Genpool der Luchspopulation im Land und sind ein wichtiges Fundament für den Fortbestand dieser seltenen Tierart", erklärte die Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat, Marion Gentges, laut Mitteilung des Landes.

Bewaldete Höhenzüge und Wiesen bei Schönwald im Schwarzwald
Der Schwarzwald – hier bei Schönwald – bietet dem Luchs mit zusammenhängenden Wäldern und hohem Wildbestand ideale Lebensbedingungen. Foto: Dietmar Rabich / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Luchsnachwuchs nach rund 200 Jahren

Fast zeitgleich vermeldeten die Fachleute einen zweiten Erfolg. In einer bereits verlassenen Wurfhöhle der vor zwei Jahren ausgewilderten Luchsin Verena wurden zahlreiche Haare sichergestellt. Die Untersuchung am Senckenberg-Zentrum für Wildtiergenetik bestätigte DNA von Verena und einem Jungtier; als Vater gilt mit hoher Wahrscheinlichkeit der Luchskuder Reinhold. Nach der Luchsin Elisabeth ist Verena damit die zweite Katze mit Nachwuchs – und das ist bemerkenswert: Erst im Juni 2026 war überhaupt der erste Luchsnachwuchs in Baden-Württemberg seit etwa 200 Jahren nachgewiesen worden.

Dass der Nachwuchs überhaupt auffällt, liegt an der Technik im Hintergrund: Alle ausgewilderten Luchse tragen ein Senderhalsband, mit dem die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) ihre Streifgebiete, ihr Verhalten und ihre Fortpflanzung verfolgt. Luna ist damit eines von drei Weibchen im Schwarzwald – und erhöht die Chancen auf weiteren Nachwuchs in der nächsten Paarungszeit.

Junger Eurasischer Luchs im Wald
Junger Luchs: Nach Elisabeth hat mit Verena eine zweite ausgewilderte Luchsin im Schwarzwald für Nachwuchs gesorgt. Foto: Bernard Landgraf / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
Kennzahl im SchwarzwaldWert (laut Land)
Ausgewilderte Luchse insgesamt6 (zuletzt Luna)
Sicher nachgewiesene selbstständige Luchse12 Tiere
Weibchen im Schwarzwald3 (inkl. Luna)
Luchsinnen mit belegtem Nachwuchs2 (Elisabeth, Verena)

Was bedeutet das für Jäger?

Der Luchs ist die größte Katze Europas, streng geschützt und ganzjährig geschont – er wird also nicht bejagt. Trotzdem geht die Rückkehr des Beutegreifers Jägerinnen und Jäger unmittelbar an: Sie sind durch ihre regelmäßige Präsenz im Revier oft die Ersten, die Spuren, Risse oder Fotofallenbilder eines Luchses bemerken. Laut Land stammen viele Luchsnachweise aus der Jägerschaft, die damit ein wichtiger Partner im Monitoring ist.

Konkret jetzt tun

  • Hinweise auf Luchse – Trittsiegel, gerissenes Wild mit typischem Rissbild, Fotofallenaufnahmen – dokumentieren und der zuständigen Stelle (in Baden-Württemberg der FVA bzw. dem Wildtierportal) melden.

  • Fotofallen im Revier auf mögliche Luchsnachweise durchsehen; Ort, Datum und Uhrzeit sauber festhalten.

  • Bei totem Wild mit Verdacht auf Luchsriss nichts verändern und Fachleute hinzuziehen, damit der Nachweis verwertbar bleibt.

  • Für die Jägerprüfung: Aussehen, Lebensraum, Beutespektrum und Schutzstatus des Luchses sicher beherrschen.

Hintergrund: Ein Projekt über Generationen

Warum Bestandsstützung?

Das kleine Schwarzwald-Vorkommen ist genetisch verletzlich. Durch das gezielte Aussetzen einzelner Tiere – vor allem Weibchen – soll ein stabiler, sich selbst tragender Bestand entstehen, der mit den Vorkommen in Jura, Vogesen und Pfälzerwald vernetzt ist.

Wer trägt es?

Das Projekt „Luchs Baden-Württemberg" leitet die FVA. Beteiligt sind unter anderem der WWF Deutschland, der Zoo Karlsruhe, der Landesjagdverband und die Luchs-Initiative Baden-Württemberg; die Zucht-Tiere kommen über das EAZA-Programm aus Zoos.

Der Luchs war in Mitteleuropa über lange Zeit ausgerottet. Dass heute wieder Nachwuchs im Schwarzwald aufwächst, ist das Ergebnis jahrelanger Zusammenarbeit von Behörden, Wissenschaft, Naturschutz und Jägerschaft. Für angehende Jägerinnen und Jäger ist der Luchs ein Musterbeispiel dafür, wie Artenschutz, Wildbiologie und Wildtiermanagement in der Praxis zusammenspielen – genau die Themen, die in der Jägerprüfung abgefragt werden.

Eurasischer Luchs in ganzer Gestalt in einer Waldlichtung
Steckbrief-Wissen für die Prüfung: Der Eurasische Luchs (Lynx lynx) ist die größte europäische Katzenart und streng geschützt. Foto: H. Zell / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Häufige Fragen

Darf der Luchs in Deutschland gejagt werden?

Nein. Der Luchs ist streng geschützt und unterliegt einer ganzjährigen Schonzeit; er darf nicht bejagt werden. Für die Jägerschaft ist er vor allem als Teil des Wildtiermonitorings und der Revierbeobachtung relevant.

Woran erkenne ich einen Luchsriss?

Luchse schlagen ihre Beute meist gezielt und decken den Riss oft mit Laub oder Erde ab, um später erneut zu fressen. Typisch sind Bissspuren an der Kehle und ein sauber begonnener Anschnitt. Im Zweifel sollten Fachleute den Riss begutachten, bevor etwas verändert wird.

Warum ist das Thema für die Jägerprüfung wichtig?

Wildbiologie, Artenschutz und der Umgang mit geschützten Beutegreifern gehören zum Prüfungsstoff. Wer den Luchs, seinen Lebensraum und seinen rechtlichen Status kennt, ist im Revier wie in der Prüfung auf der sicheren Seite.

Fit für Revier und Prüfung: Wildkunde, Artenschutz und Wildtiermanagement gehören zum Jagdscheinwissen. Mit der Jagdkompass App lernst du kostenlos und flexibel für die Jägerprüfung. Weitere aktuelle Meldungen findest du in unseren Nachrichten – etwa zum Wolf im Jagdrecht Brandenburg, zum gestoppten Biber-Abschuss in Baden-Württemberg oder zur Tuberkulose bei Wildtieren.

Quelle

Diese Meldung basiert auf Angaben der Landesregierung Baden-Württemberg. Redaktionell aufbereitet für die Jagdkompass-Leserschaft.

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