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VPS 2026: 152 Termine – und „mit Fuchs“ entscheidest du schon bei der Nennung

Die Verbandsprüfung nach dem Schuss läuft 2026 fast nur im Oktober. Wer nennt, legt fest, ob der Fuchs geprüft wird – und damit, ob ein Fehler den Preis oder die Prüfung kostet.

LMLorena de Marco01. Oktober 2026Verbandsprüfung nach dem Schuss, VPS, Jagdhund
VPS 2026: 152 Termine – und „mit Fuchs“ entscheidest du schon bei der Nennung

Nach diesem Artikel weißt du, welche der 152 Termine der VPS 2026 noch vor dir liegen, was die Verbandsprüfung nach dem Schuss von deinem Hund verlangt – und warum die Frage „mit oder ohne Fuchs“ keine Nebensache ist: Du beantwortest sie mit der Nennung, und danach zählt sie.

Kurz eingeordnet

Die Verbandsprüfung nach dem Schuss (VPS) prüft den fertigen Jagdhund für die Arbeit nach dem Schuss: im Wald, am Wasser, beim Bringen und im Gehorsam. Anders als die Verbandsgebrauchsprüfung kennt sie keine Suche, kein Vorstehen und keinen Nasengebrauch im Feld. Ausrichten dürfen sie neben den Vorstehhundvereinen und Prüfungsvereinen auch Spezialzuchtvereine, die Wald, Wasser und Bringen prüfen. Ein Hund, der schon eine VGP bestanden hat, wird zur VPS nicht mehr zugelassen.

Drei Oktober-Samstage tragen die halbe Saison

Die Terminliste des Jagdgebrauchshundverbands mit Stand vom 8. September 2026 führt 154 Zeilen zur VPS. Zwei davon beschreiben keinen eigenen Termin: In Westre meldet ein Verein dieselbe Prüfung am 17. Oktober getrennt nach „ohne Fuchs“ und „mit Fuchs“, und für Oettingen am 11. September trägt jeder der beiden Partnervereine einer Arbeitsgemeinschaft eine Zeile ein. Übrig bleiben 152 Prüfungstermine zwischen dem 11. September und dem 14. November.

WochenendeZeilen in der Liste
26./27. September21
3./4. Oktober23
10./11. Oktober32
17./18. Oktober32
24./25. Oktober13
alle übrigen Tage zusammen33

Auf den Oktober fallen 118 Zeilen, auf den September 33, auf den November nur noch 3. 127 Prüfungen beginnen an einem Samstag. Die September-Termine sind damit abgearbeitet; ab dem 1. Oktober stehen noch 121 Zeilen und damit 120 Prüfungstermine aus – der größte Teil davon an den beiden mittleren Oktober-Wochenenden.

Regional ist das Angebot so ungleich wie bei den anderen Herbstprüfungen. Niedersachsen führt mit 44 Zeilen, Nordrhein-Westfalen folgt mit 40. Baden-Württemberg kommt auf 16, Bayern und Schleswig-Holstein auf je 14, Hessen auf 8. Brandenburg meldet 5, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen je 4, Rheinland-Pfalz 2, Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen je eine. Berlin, Bremen und Hamburg haben keinen eigenen Termin; ein Verein aus Bremen prüft in Niedersachsen „um Bremen“.

Luftbild von Bodenwöhr mit dem Hammerweiher, umgeben von großen Nadelwäldern
Bodenwöhr in der Oberpfalz, hier mit dem Hammerweiher: Wald und Wasser liegen dicht beieinander – beides muss ein Verein für eine VPS stellen, dazu Gelände für die Feldfächer. Für den 17. Oktober steht Bodenwöhr in der Terminliste. Foto: A. Köppl / Wikimedia Commons (CC BY 3.0)

Was „mit Fuchs“ auf der Liste wirklich heißt

Hinter jedem Termin steht eine von drei Angaben: „VPS o.Fu.“, „VPS m.Fu.“ oder beides. 119 Zeilen bieten beide Varianten an, 21 prüfen nur ohne Fuchs, 14 nur mit Fuchs. Wer mit Fuchs führen will, hat also 133 Termine zur Auswahl, wer ohne Fuchs führt, 140.

Das Kürzel meint nicht das Bringen über ein Hindernis – das gibt es nur auf der VGP. Gemeint sind zwei Wahlfächer der Waldarbeit: die Fuchsschleppe, eine rund 300 Meter lange Spur, über die ein naturbelassener Fuchs von mindestens 3,5 Kilogramm mit zwei stumpfwinkligen Haken gezogen wurde, und das Bringen von Fuchs am Ende dieser Schleppe. Der Führer schnallt den Hund am Anschuss und darf ihm nicht folgen; er darf ihn höchstens dreimal ansetzen.

Die Entscheidung fällt mit der Nennung. Wer den Hund „mit Fuchs“ meldet, macht aus den Wahlfächern Pflichtfächer. Beide zusammen bringen bis zu 28 zusätzliche Punkte, die Höchstpunktzahl steigt von 200 auf 228 – für die Mindestpunktzahlen der Preisklassen zählen diese Punkte aber nicht. Das Risiko ist dafür hart: Bringt der Hund den Fuchs auf der Schleppe nicht, kann er die Prüfung nicht bestehen. In die Ahnentafel kommt der Vermerk „m.Fu.“ oder „o.Fu.“.

Jäger mit geschulterter Flinte beugt sich im Feld zu einem sitzenden braunen Jagdhund und nimmt ihm ein nasses Stück Haarwild ab, daneben steht ein zweiter Jäger
Abgabe nach dem Bringen: Der Hund kommt mit dem Stück zum Führer und hält es ruhig im Fang, bis es ihm ohne hastigen Griff abgenommen wird. Diese Regel gilt für jedes Bringfach, beim Fuchs wie bei Hase oder Kaninchen. Foto: Fotostoryas / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Der Prüfungstag in vier Fachgruppen

Eine VPS darf an einem einzigen Tag stattfinden, frühestens ab dem 1. September. Geprüft wird in vier Fachgruppen, jede mit eigenen Mindestleistungen:

  1. Waldarbeit. Kern ist die Riemenarbeit auf einer künstlichen Schweißfährte, dazu Hasen- oder Kaninchenschleppe mit Bringen, Stöbern, Buschieren und gegebenenfalls die Fuchsfächer. Wer einen Totverbeller oder Totverweiser führt, meldet das ebenfalls vorab; der Hund arbeitet dann nach der Riemenarbeit eine freie Zusatzfährte.

  2. Wasserarbeit. Stöbern ohne Ente im deckungsreichen Gewässer, Schussfestigkeit, Verlorensuchen, Stöbern mit Ente und Bringen von Ente. Das Gewässer muss mindestens 0,25 Hektar groß sein und Deckung haben.

  3. Feldarbeit. Anders als bei der VGP nur Federwildschleppe, freies Verlorensuchen eines ausgelegten Stücks Federwild und das Bringen von Federwild.

  4. Gehorsam. Allgemeines Verhalten, Verhalten auf dem Stand, Leinenführigkeit, Folgen frei bei Fuß, Ablegen sowie Schussfestigkeit und Herankommen auf Ruf oder Pfiff.

Beim Stöbern bekommt jeder Hund einen möglichst frischen Revierteil und rund zehn Minuten. Wahlweise darf in Mais oder trockenem Schilf über einem Hektar gestöbert werden. In der Liste steht bei 144 Zeilen eine Angabe zum Stöbergelände: Alle nennen Wald, sechs zusätzlich Mais, drei Schilf. Ein Hund, der hinter sichtigem Wild nachweislich stumm jagt, erhält im Stöbern höchstens „genügend“ und höchstens einen II. Preis.

Die Schweißfährte entscheidet über den I. Preis

Die Fährte ist rund 400 Meter lang, hat zwei stumpfwinklige Haken und ein Wundbett. Für sie darf höchstens ein Viertelliter Schweiß verwendet werden, und sie muss mindestens 14 Stunden über Nacht stehen. Der Hund arbeitet am abgedockten Riemen von mindestens sechs Metern; drei Richter folgen ihm. Zweimal darf der Hund zurückgenommen und neu angelegt werden, wenn er weit abgekommen ist. Am Ende liegt ein Stück Schalenwild. Schneidet der Hund es an oder vergräbt er es, scheidet er aus.

Wie die Fährte gelegt wird, bestimmt der Verein: im Tropfverfahren mit der Flasche oder im Tupfverfahren mit einem Tupfstock. In der Liste stehen 118 Zeilen mit getropfter und 34 mit getupfter Fährte, zwei ohne Angabe. Auch die Wildart am Fährtenende steht meist dabei: Rehwild in 75 Zeilen, Rotwild in 55, Damwild in 34, Schwarzwild in 6. Bei 15 Terminen nennt der Verein mehrere Wildarten, bei drei keine.

An der Riemenarbeit hängt die Preisklasse. Der I. Preis in der Waldarbeit verlangt eine Riemenarbeit mit „sehr gut“ und 71 Punkte, der II. Preis „gut“ und 52 Punkte, der III. Preis mindestens „genügend“ in allen Fächern und 42 Punkte. Insgesamt setzt der I. Preis 172 Punkte voraus, der II. Preis 133, der III. Preis 98.

Hellrote Schweißtropfen auf trockenem Laub und Kiefernnadeln am Waldboden
So sieht eine Schweißfährte am Boden aus – hier die natürliche Fährte eines beschossenen Weißwedelhirschs in den USA. Auf der Prüfung legen Richter die Fährte künstlich, getropft oder getupft; der Hund arbeitet sie am Riemen nach mindestens 14 Stunden Stehzeit. Foto: Joshfrier / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Woran Hunde auf der VPS scheitern

  • Den Fuchs auf der Schleppe nicht zu bringen – aber nur, wenn der Hund „mit Fuchs“ gemeldet ist.

  • Gefundenes Wild beim ersten Finden nicht selbstständig zu bringen: Das gilt für Nutzwild im Wald ebenso wie für die Ente.

  • Anschneiden oder Vergraben des Stücks am Ende der Schweißfährte.

  • Die Mindestleistung einer einzigen Fachgruppe zu verfehlen: Eine glänzende Waldarbeit rettet keinen schwachen Gehorsam.

  • Den Schweißriemen trotz Hinweis der Richter kürzer als sechs Meter zu geben – dann ist die Riemenarbeit höchstens „genügend“ und der I. Preis weg.

Wer genannt werden darf

Der Hund darf nicht im Prüfungsjahr gewölft sein und noch keine VGP oder Gebrauchsprüfung bestanden haben. Der Eigentümer muss Mitglied eines Vereins im Verband sein, der Führer braucht einen gültigen Jagdschein, und er darf höchstens zwei Hunde führen. Zu einer VPS werden höchstens 20 Hunde zugelassen. Grundsätzlich darf ein Hund höchstens zweimal auf Verbandsprüfungen geführt werden. Dressurhalsbänder und deren Attrappen sind verboten, Ortungsgeräte nur beim Stöbern erlaubt.

Drei Sätze zum Merken

  • „Mit Fuchs“ legst du bei der Nennung fest – danach ist das Bringen des Fuchses Pflicht und ein Versagen dort das Ende der Prüfung.

  • Den I. Preis entscheidet die Riemenarbeit: ohne „sehr gut“ auf der Übernachtfährte kein I. Preis, egal wie viele Punkte sonst stehen.

  • Nach einer bestandenen VGP ist die VPS für deinen Hund zu.

Was die Terminliste offenlässt

Nenngeld, Meldeschluss, Uhrzeit und Treffpunkt stehen bei keinem einzigen Termin. Das legt jeder Verein selbst fest; einen Ansprechpartner nennt die Liste zu jedem Termin. Gemeldet wird beim ausrichtenden Verein, nicht beim Verband. Frage dort auch nach dem Fährtenverfahren, wenn die Zeile es nicht nennt, und nach dem Gewässer für die Wasserarbeit – dazu enthält die Liste gar nichts. Bei 23 Prüfungen steht außerdem das Kürzel „olE“, das die Liste nirgends erklärt.

Wie die große Vollgebrauchsprüfung derselben Saison getaktet ist, steht in unserer Übersicht zur VGP 2026 mit allen Oktober-Terminen; wer einen Stöberhund führt, findet die Termine bis Januar bei der Verbandsstöberprüfung 2026. Was Nachsuche, Stöbern und Apport in der Jagdpraxis bedeuten, erklärt der Beitrag zu den Einsatzgebieten von Jagdhunden, und wie man zu einem geprüften Hund kommt, zeigt der Überblick zu Zucht, Haltung und Einsatz von Jagdhunden. Weitere Prüfungs- und Meldetermine sammeln wir unter Messen & Veranstaltungen.

Das fragt der Prüfer: Jagdhundewesen ist Stoff der Jägerprüfung – Riemenarbeit, Totverbeller und Totverweiser, Bringen. In der Jagdkompass-App lernst du diese Begriffe mit den passenden Prüfungsfragen.

Quelle

Termine, Bundesländer, Prüfungsvarianten, Stöbergelände, Fährtenverfahren und Wildarten nach der Terminliste VPS 2026 (Dateistand 8. September 2026) auf der Terminseite des Jagdgebrauchshundverbands; die Auszählung nach Wochenenden, Monaten, Ländern und Varianten wurde für diesen Artikel selbst vorgenommen. Fachgruppen, Fuchsfächer, Schweißfährte, Stöbern, Punktzahlen, Preisklassen und Zulassung nach der Ordnung für Verbands-Gebrauchsprüfungen und Verbandsprüfungen nach dem Schuss (VGPO/VPSO), gültig vom 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2027, einschließlich der Rahmenrichtlinien im Anhang. Alle Quellen abgerufen am 26. September 2026.

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