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VGP 2026: 393 Prüfungstermine – und 255 davon liegen an vier Oktober-Wochenenden

Die Verbandsgebrauchsprüfung läuft bundesweit fast ausschließlich im Oktober. Wer noch einen Platz sucht, muss wissen, wo gemeldet wird – und dass die Prüfung nicht überall gleich ist.

LMLorena de Marco17. September 2026Verbandsgebrauchsprüfung, VGP, Jagdhunde
VGP 2026: 393 Prüfungstermine – und 255 davon liegen an vier Oktober-Wochenenden

Für die Verbandsgebrauchsprüfung sind 2026 bundesweit 393 Termine ausgeschrieben – aber sie verteilen sich nicht über den Herbst, sondern ballen sich auf wenigen Tagen. Wer seinen Hund noch unterbringen will, entscheidet jetzt zwischen einem vollen Oktober und den dünnen Rändern der Saison.

Vier Wochenenden tragen zwei Drittel der Saison

Die Terminliste des Jagdgebrauchshundverbands mit Stand vom 8. September 2026 führt 393 Verbandsgebrauchsprüfungen. Sie verteilen sich auf 35 Prüfungstage zwischen dem 11. September und dem 14. November – aber die Verteilung ist extrem ungleich.

PrüfungsbeginnPrüfungen
17. Oktober87
10. Oktober71
24. Oktober50
3. Oktober47
26. September36
alle übrigen 30 Tage zusammen102

Auf den vier Oktober-Wochenenden starten 255 der 393 Prüfungen, also knapp zwei Drittel der Saison. Der 17. Oktober allein trägt mehr Prüfungen als der gesamte September, der auf 72 kommt.

Das ist keine Randnotiz, sondern der Grund, warum Meldungen scheitern. Eine VGP braucht drei Verbandsrichter allein für die Riemenarbeit, dazu Prüfungsgelände in Wald, am Wasser und im Feld sowie frisch geschossenes Schalenwild für das Fährtenende. An einem Tag mit 87 parallelen Prüfungen konkurrieren die Vereine um dieselben Richter und dasselbe Gelände – und die Plätze sind entsprechend früh vergeben. Wer im Oktober keinen mehr bekommt, findet die freien Kapazitäten eher am 31. Oktober oder im November – dort liegen zusammen nur noch 20 Termine, aber sie sind nicht umkämpft.

Deutsch-Drahthaar mit schwarz-weißem Fell steht im Gelände
Der Deutsch-Drahthaar ist der häufigste Vertreter unter den Jagdgebrauchshunden, die zur VGP antreten. Foto: Kseniya-nosenko / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Gemeldet wird beim Verein, nicht beim Verband

Die Liste nennt zu jeder Prüfung das Bundesland, den ausrichtenden Verein, die Prüfungsvariante, beide Prüfungstage, den Ort und einen namentlichen Ansprechpartner mit E-Mail und Telefonnummer. Was sie nicht nennt, ist ebenso wichtig: keinen Meldeschluss, kein Nenngeld, keine Angabe, ob eine Prüfung bereits ausgebucht ist.

Das ist kein Versäumnis, sondern die Zuständigkeitsverteilung. Der Dachverband führt den Kalender und die Prüfungsordnung; die Meldung läuft über den ausrichtenden Verein, der Frist, Gebühr und Starterzahl selbst festlegt. Praktisch heißt das: Die Liste ist eine Adressensammlung, kein Anmeldeformular. Jeder Termin muss einzeln beim Ansprechpartner erfragt werden.

Regional ist das Angebot sehr unterschiedlich. Niedersachsen trägt mit 131 Prüfungen ein Drittel aller Termine, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 71 und Bayern mit 49. Schleswig-Holstein kommt auf 30, Baden-Württemberg auf 28, Hessen auf 19. Am unteren Ende stehen Saarland und Thüringen mit je fünf Prüfungen – und in Berlin, Bremen und Hamburg findet 2026 keine einzige VGP statt. Wer dort wohnt, fährt zwangsläufig ins Umland und meldet bei einem Verein, dem er nicht angehört.

Vier Fachgruppen – und der Hund muss in allen vier liefern

Die VGP ist die Vollgebrauchsprüfung des Jagdgebrauchshundes und läuft über zwei Tage. Geprüft wird in vier Fachgruppen: Waldarbeit, Wasserarbeit, Feldarbeit und Gehorsam.

Bewertet wird nicht in Ringen oder Zeiten, sondern über zwei Faktoren. Jede Leistung bekommt eine Note, und diese Note wird mit der Fachwertziffer des Fachs multipliziert – dem Gewicht, das die Prüfungsordnung diesem Fach zumisst. Das Produkt ist die Punktzahl. Deshalb entscheidet nicht jedes Fach gleich stark: Die Riemenarbeit auf der Übernachtfährte trägt die Fachwertziffer 8 und ist damit das schwerste Einzelfach der gesamten Prüfung, der Nasengebrauch im Feld folgt mit 6, Suche, Vorstehen und Stöbern liegen bei 4, das Bringen von Fuchs über Hindernis bei 3.

Für den Preis zählt aber nicht nur die Summe. In jeder Fachgruppe müssen Mindestleistungen und eine Mindestpunktzahl erreicht werden. In der Waldarbeit verlangt der I. Preis eine Riemenarbeit mit „sehr gut" und mindestens „genügend" in den sieben übrigen Fächern, dazu 90 Punkte; der II. Preis eine Riemenarbeit „gut" und 80 Punkte; der III. Preis mindestens „genügend" in allen Fächern und 48 Punkte. Ein Hund, der in einer einzigen Fachgruppe unter die Grenze fällt, verliert den Preis – auch wenn er in den anderen glänzt.

Eine Sonderregel betrifft den Fuchs: Ein Hund muss entweder auf der Fuchsschleppe und beim Bringen von der Schleppe oder beim Bringen von Fuchs über das Hindernis mindestens „genügend" erreichen. Erreicht er das nirgends, hat er die Prüfung nicht bestanden.

Kleiner Münsterländer mit braun-weißem Fell im Gras
Kleiner Münsterländer: eine der Vorstehhundrassen, für die die Feldarbeit mit Suche, Vorstehen und Nasengebrauch den Kern der VGP bildet. Foto: NicoleImboden / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Dieselbe Prüfung, andere Bedingungen

Wer zwischen mehreren Terminen wählen kann, sollte die letzte Spalte der Liste lesen. Dort legt der ausrichtende Verein fest, unter welchen Bedingungen geprüft wird – und die Unterschiede sind erheblich.

Beim Bringen von Fuchs über Hindernis entscheidet der Verein zwischen Graben und Hürde; 184 Prüfungen setzen eine Hürde an, 165 einen Graben. Die Prüfungsordnung schreibt beide Maße vor: Der Graben muss mindestens 80 Zentimeter tief und einen Meter breit sein und steile Ränder haben, die Hürde 70 bis 80 Zentimeter hoch. Der Hund wird mindestens fünf Meter vom Hindernis entfernt abgelegt, und der Führer darf ihn höchstens dreimal ansetzen. Ein Hund, der Gräben gewohnt ist, steht an der Hürde vor einer anderen Aufgabe.

Bei der Schweißarbeit wird die Fährte entweder getropft oder getupft angelegt – 300 Prüfungen arbeiten mit getropftem, 89 mit getupftem Schweiß. Die Fährte ist rund 400 Meter lang, mehr als ein Viertelliter Schweiß darf dafür nicht verwendet werden. Entscheidend ist die Stehzeit: Auf der Übernachtfährte muss sie mindestens 14 Stunden betragen, auf der Tagfährte nur zwei bis etwa fünf. Auch die Wildart der Fährte legt der Verein fest, meist Rehwild oder Rotwild, selten Schwarzwild.

Beim Stöbern schließlich ist fast überall Wald das Prüfungsgelände: 339 Prüfungen nennen ihn, nur elf führen Mais auf.

Brauner Deutscher Wachtelhund mit langem Behang steht auf einer Wiese
Deutscher Wachtelhund: ein Stöberhund, für den die Waldarbeit den Schwerpunkt der Prüfung bildet – 339 der 393 Termine stöbern im Wald. Foto: Canarian / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Was die Liste nicht beantwortet

Drei Punkte bleiben offen und lassen sich nur beim Ausrichter klären: Meldeschluss und Nenngeld stehen bei keiner einzigen Prüfung, ebenso wenig der Buchungsstand. Und die Liste führt bei 61 Prüfungen die Abkürzung „olE" mit, ohne sie irgendwo aufzulösen – auch dafür ist der Ansprechpartner die richtige Adresse.

So kommen Sie an einen Platz

  • Zuerst die Randtermine im September und November prüfen; die vier Oktober-Wochenenden sind erfahrungsgemäß zuerst voll.

  • Den Ansprechpartner der Wunschprüfung direkt anrufen und nach Meldeschluss, Nenngeld und freien Plätzen fragen.

  • Vor der Meldung klären, ob mit Graben oder Hürde und mit getropfter oder getupfter Fährte geprüft wird.

  • Bei Übernachtfährte die 14 Stunden Stehzeit in die Anreiseplanung einrechnen – der erste Prüfungstag beginnt früh.

  • Die Fachgruppe mit der schwächsten Leistung gezielt trainieren; eine einzige verfehlte Mindestpunktzahl kostet den Preis.

Welche Verbände hinter Zucht und Prüfungswesen stehen, erklären wir in unserem Beitrag zu den Jagdhunde-Zuchtverbänden und dem JGHV. Was die neue EU-Tierschutzverordnung für Halter bedeutet, steht im Artikel zu den Regeln für Jagdhunde; zur Gesunderhaltung vor der Prüfungssaison hilft die Übersicht zu Krankheiten, Hygiene und Parasiten beim Jagdhund. Weitere Termine und Fristen sammeln wir unter Messen & Veranstaltungen.

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Quelle

Zahl, Datum, Ort, Ausrichter und Prüfungsbedingungen der Termine nach der Terminliste VGP 2026 (Stand 08.09.2026) auf der Terminseite des Jagdgebrauchshundverbands; die Auszählung nach Tagen, Bundesländern und Prüfungsbedingungen stammt aus dieser Liste. Fachgruppen, Fachwertziffern, Bewertung, Mindestpunktzahlen, Hindernismaße und Vorgaben zur Schweißfährte nach der Ordnung für Verbands-Gebrauchsprüfungen (VGPO). Die Terminliste wurde am 13. September 2026 in der Fassung vom 8. September neu ausgezählt, die Prüfungsordnung am 8. September 2026 abgerufen.

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