Jagdkompass
SportschießenSchiesssport

Jung(e)Jäger-Schießwochenende 2026: 50 Euro Grundgebühr, bezahlt wird pro Scheibe

Am 23. und 24. Oktober schießen Jungjäger auf dem Parcours am Dornsberg. Die Grundgebühr ist klein, die Rechnung entsteht am Stand – und das Los bestimmt die Rotte.

LMLauritz MaaßenJung(e)Jäger-Schießwochenende, Jagdliches Schießen, Dornsberg

Das Jung(e)Jäger-Schießwochenende am 23. und 24. Oktober 2026 auf dem Dornsberg bei Eigeltingen richtet sich an alle, die den Jagdschein frisch in der Tasche haben und auf dem Parcours noch unsicher sind. Die Anmeldung kostet 50 Euro, der größere Teil der Rechnung entsteht aber erst am Stand, Scheibe für Scheibe.

Zwei Buchungen, eine Wurfscheibenkarte

Der Landesjagdverband Baden-Württemberg schreibt das Wochenende landesweit aus und bittet um zeitnahe Anmeldung, weil vor allem die Trainingsplätze knapp sind. Gebucht wird über das Bildungsportal jagd-bildung.de, und zwar in zwei Schritten: Wer am Freitag betreut trainieren will, braucht zusätzlich zur Grundbuchung eine zweite Anmeldung. Das Training allein reicht nicht.

TerminFreitag, 23., bis Samstag, 24. Oktober 2026
OrtLandesjagdschule Dornsberg, Oberdornsberg 1, 78253 Eigeltingen
Grundbuchung (Kurs 26-LJS-348)50 €, Schießen, Standaufsicht und Turnier am Samstag
Training Freitag (Kurs 26-LJS-349)150 € zusätzlich, 10 bis 18 Uhr, höchstens 14 Plätze
Wurfscheiben0,48 € je Scheibe, nach Verbrauch
Munition vom Stand8,50 € je 25 Schuss
Voraussetzunggültiger Jagdschein
PflichtausrüstungKopfbedeckung, Schutzbrille, Gehörschutz
ZahlungSEPA-Lastschrift vor Kursbeginn, Nenngeld ist Reuegeld

Reuegeld heißt: Wer absagt, bekommt die Gebühr nicht zurück. Jede Schützin und jeder Schütze bekommt eine eigene Wurfscheibenkarte, abgerechnet wird einzeln. Bei der Trainingsanmeldung wird eine Selbsteinschätzung erwartet, in der Grundbuchung gehört die Schießfertigkeit in das Bemerkungsfeld. (Preise und Zeiten nach Stand vom 27. September 2026.)

Was ein Wochenende am Stand tatsächlich kostet

Die 50 Euro decken den Zugang ab, nicht das Schießen selbst. Ein Rechenbeispiel, bei dem jede Scheibe einen Schuss kostet: Wer am Samstagvormittag 50 Scheiben frei schießt und am Nachmittag das Turnier über sieben Stände mitgeht, kommt auf 85 Scheiben. Das macht 40,80 Euro für die Scheiben und vier Schachteln Munition vom Stand für 34 Euro, zusammen mit der Grundgebühr also rund 125 Euro. Mit Training am Freitag kommen 150 Euro dazu, plus die Scheiben, die dort verschossen werden.

Nicht eingerechnet sind Getränke, Verpflegung und das Abendessen in der Lochmühle, das à la carte abgerechnet wird. Das Zimmerkontingent dort (Einzelzimmer 75 Euro, Doppelzimmer 130 Euro mit Frühstück) war nur bis zum 1. August reserviert. Die Zimmer sind seitdem wieder im freien Verkauf. Wohnwagen und Camper sind als Alternative ausdrücklich vorgesehen.

Warum das Los die Rotten zusammenstellt

Die Rotten, also die Kleingruppen, die gemeinsam von Stand zu Stand gehen, werden ausgelost. Das gilt auch für das Training. Wer mit Freunden anreist, schießt deshalb nicht automatisch mit ihnen. Das ist gewollt: Das Wochenende soll Jungjäger aus dem ganzen Land miteinander vernetzen.

Im Training betreuen vier Schießtrainer drei Rotten: eine Sechserrotte für Anfänger und zwei Viererrotten für Schützen mit Erfahrung. Die Stufe wählt jeder selbst. Als Anfänger gilt, wer die Flinte schon in der Hand hatte, aber noch nie auf Parcours, Trap oder Skeet stand. „Fortgeschritten“ heißt erste Parcours- oder Standerfahrung, „Fortgeschritten+“ steht regelmäßig am Stand.

Ein Parcoursstand: Der Rahmen begrenzt den Bereich, in dem der Schütze die Flinte schwenken darf, danach zieht die Rotte zum nächsten Stand weiter. Das Bild zeigt ein allgemeines Beispiel aus England, nicht den Dornsberg. Foto: Hugh Venables / Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)

Das Turnier: fünf Scheiben je Stand, gezählt wird jeder Treffer

Beim Jagdparcours bleibt niemand an einem festen Platz stehen. Die Rotte wandert von Stand zu Stand, und jeder Stand wirft andere Flugbahnen: hoch überfliegend, flach kreuzend oder über den Boden rollend, ähnlich wie Wild auf der Jagd. Das Samstagsturnier nutzt fünf bis sieben Stände in Laufweite mit je fünf Scheiben. Es gewinnt, wer am meisten trifft. Klassen oder Vorleistungen gibt es nicht.

Der Dornsberg ist dieselbe Anlage, auf der im August die Deutsche Meisterschaft FITASC Parcours lief. Beim Großen Preis des Landesjagdverbandes im September ging es über mehr als 100 Scheiben. Das Turnier der Jungjäger ist mit höchstens 35 Scheiben deutlich kürzer.

Feldflur bei Eigeltingen im Hegau: Die Landesjagdschule mit dem Parcours liegt auf dem Dornsberg oberhalb der Gemeinde im Landkreis Konstanz. Foto: qwesy qwesy / Wikimedia Commons (CC BY 3.0)

Welche Flinte mitdarf und welche Patrone nicht

Zugelassen sind Flinten bis Kaliber 12, kombinierte Jagdgewehre nur mit ihren glatten Läufen und Halbautomaten bis Kaliber 12, die dabei höchstens zwei Patronen geladen haben dürfen. Pumpguns, also Flinten mit Vorderschaft-Repetiersystem, bleiben zu Hause.

Bei der Munition gilt die Standauflage des Dornsbergs: nur Weicheisenschrot bis 2,6 Millimeter und höchstens 28 Gramm Schrotvorlage. Leuchtspurpatronen und vernickelte Schrote sind verboten. Wer keine passenden Patronen hat, kauft sie am Stand. Warum Blei auf immer mehr Ständen verschwindet, erklärt unser Beitrag zum EU-Bleischrotverbot.

Eine Kipplaufflinte wird geladen: Doppelflinten sind auf dem Dornsberg zugelassen, entscheidend ist die Patrone. Hier ist nur Weicheisenschrot bis 2,6 mm und 28 g erlaubt. Foto: Getty Images / Unsplash+ License

Vor der Anmeldung klären

  • Beide Kurse buchen, wenn Sie am Freitag betreut trainieren wollen.

  • Die Schießfertigkeit ins Bemerkungsfeld eintragen, sonst fehlt der Leitung die Einteilung.

  • Weicheisenpatronen bis 2,6 mm und 28 g besorgen oder den Kauf am Stand einplanen.

  • Unterkunft selbst buchen, das Kontingent ist abgelaufen.

  • Jagdschein, Schutzbrille, Gehörschutz und Kopfbedeckung einpacken.

Was die Ausschreibung offenlässt

Einen Anmeldeschluss nennt keine der beiden Ausschreibungen, und wie viele Plätze noch frei sind, ist nirgends veröffentlicht. Offen ist auch, wer als Jungjäger gilt: Eine Altersgrenze oder eine Frist seit der Jägerprüfung wird nicht genannt, verlangt wird nur der gültige Jagdschein. Für das Training weist das Portal nur eine Gebühr für LJV-Mitglieder aus. Ob Nichtmitglieder es zu einem anderen Preis buchen können, steht dort nicht. Bei der Zahl der Turnierrotten widerspricht sich die Kursseite selbst (einmal zwei bis drei, einmal zwei bis fünf).

Rückfragen beantwortet die Kursleitung auch per WhatsApp. Die Nummer steht auf der Kursseite. Wer bereits gebucht hat, findet den Zeitplan beider Tage, die Anfahrt auf den Dornsberg und die Aufsichtspflicht in der eigenen Rotte im Begleitartikel: wie der Ablauf am Dornsberg aussieht und wie man hinkommt. Wer den Jagdschein gerade erst bestanden hat, findet die ersten Schritte nach der Prüfung in unserem Überblick. Weitere Wettkämpfe stehen unter Sportschießen.

Häufige Fragen zum Schießwochenende auf dem Dornsberg

Kann ich nur am Samstag kommen?

Ja. Die Grundbuchung deckt beide Tage ab, das Training am Freitag ist optional. Der Samstag beginnt um 9 Uhr am Dornsberg, das Turnier um 13.30 Uhr, die Siegerehrung ist gegen 16 bis 17 Uhr geplant.

Brauche ich eine eigene Flinte?

Die Ausschreibung regelt nur, welche Waffen zugelassen sind. Leihwaffen werden nicht erwähnt. Wer keine eigene Flinte führt, sollte das vor der Buchung bei der Kursleitung klären.

Quelle

Termin, Adresse, die beiden Anmeldewege, Trainingszeiten, Platzzahl und Zimmerkontingent nach dem Termineintrag des Landesjagdverbands Baden-Württemberg. Gebühren, Ablauf, Trainingsstufen, Turniermodus, Waffen- und Munitionsregeln, Zahlungsweg und Reuegeld nach den Kursseiten 26-LJS-348 und 26-LJS-349 im Bildungsportal jagd-bildung.de. Das Rechenbeispiel ist eine redaktionelle Beispielrechnung auf Grundlage der veröffentlichten Preise. Abgerufen am 27. September 2026.

Teilen:WhatsAppFacebookX