Bei der DM Universal Trap 2026 in Hopsten-Schale hat Oliver Schulz vom WTC Niedersachsen mit 191 von 200 Scheiben gewonnen; der Deutsche Schützenbund führt das Ergebnis als deutschen Rekord. Der eigentliche Grund für die hohe Zahl steht aber nicht im Ergebnis, sondern im Wettkampfprogramm: Diese Meisterschaft ist 2026 zum ersten Mal über 200 Scheiben gelaufen.
Die sechs Klassensieger und ihre Trefferquote
| Klasse | Sieger | Verein | Scheiben | Trefferquote |
| Herren | Oliver Schulz | WTC Niedersachsen | 191 | 95,5 % |
| Senioren | Waldemar Schanz | SV Buchholz 01 | 182 | 91,0 % |
| Damen | Christina Pohli | BSV Mittenwald | 172 | 86,0 % |
| Master | Hansjörg Obenauer | WTC Wiesbaden | 172 | 86,0 % |
| Junioren | Louis Mudra | WTC Niedersachsen | 167 | 83,5 % |
| Veteranen | Frank Walde | WTS Wehr | 166 | 83,0 % |
Die Trefferquoten in der rechten Spalte stehen in keiner Ergebnisliste – sie sind auf die 200 möglichen Scheiben gerechnet.
Warum sich 191 nicht mit 120 vergleichen lässt
Am Ende derselben Meisterschaft in Schale stand 2024 eine 120, geschossen von André Schwarz vom IJSSC Bad Neuenahr. Auch das war damals ein deutscher Rekord – nur über fünf Durchgänge und damit maximal 125 Scheiben. 2026 waren es acht Durchgänge und 200 Scheiben, ausgeschrieben in drei Blöcken von 75, 75 und 50. Universal Trap ist damit auf die Länge gebracht worden, die die beiden anderen FITASC-Disziplinen längst haben: Sowohl Parcours als auch Compak Sporting werden über 200 Scheiben entschieden, dort in zwei Blöcken von je 100.
Die absolute Zahl wächst dadurch um 60 Prozent, die Genauigkeit nicht. Schwarz traf 2024 96,0 Prozent seiner Scheiben, Schulz 2026 kam auf 95,5 Prozent. Der neue Eintrag ist damit vor allem eine Folge der verlängerten Distanz – und kein Beleg dafür, dass an der Spitze plötzlich besser getroffen wird.
Acht Durchgänge ohne Einbruch
Die Serie des Siegers liest sich fast eintönig: 23, 24, 25, 23, 25, 24, 24, 23. Kein Durchgang unter 23 Scheiben, zwei fehlerfreie Serien, über den ganzen Wettkampf neun Fehlschüsse. Andreas Löw von der SGI Frankfurt/Oder begann mit einer 25 und lag nach zwei Durchgängen vorn, verlor im dritten aber vier Scheiben; am Ende fehlten ihm drei zum Titel (188). Dritter wurde Evgeni Veith von der Altonaer Schützengilde mit 182.
Der Abstand zur Breite des Feldes ist größer als der Abstand innerhalb der Spitze. Der Median aller 136 gewerteten Starts liegt bei 150,5 Scheiben, also bei gut drei Vierteln. Zwischen dem Sieger und der Feldmitte liegen rund 40 Scheiben – über acht Durchgänge gerechnet sind das fünf Fehler mehr in jeder Serie.
Die Altersklassen stellen die Mehrheit
Aussagekräftiger als jedes einzelne Resultat ist der Aufbau des Feldes. In den deutschen Klassen standen 134 Starterinnen und Starter, dazu kamen zwei Gaststarter aus Österreich; von ihnen erzielte Axel Quitt mit 171 Scheiben das bessere Resultat. Von den 134 schießen 71 in den Altersklassen Senioren, Veteranen und Master – mehr als in den Klassen Herren und Damen zusammen, die 59 Starts stellen. Die Junioren kommen auf vier.
Die Senioren sind mit 48 Starts fast so stark besetzt wie die Herren mit 49, und ihr Sieger Waldemar Schanz hätte mit 182 Scheiben auch in der Herrenklasse auf dem Podium gestanden. Für eine Disziplin, die ihre Wettkampfstrecke gerade deutlich verlängert hat, ist das der bemerkenswertere Befund: Getragen wird sie von Schützen, die lange dabei sind.
Niedersachsen holt die Mannschaft, der Gastgeber wird Dritter
In der Mannschaftswertung setzte sich der WTC Niedersachsen mit 533 Scheiben durch – mit Schulz (191), Martin Becker (175) und dem Juniorensieger Louis Mudra (167). Dahinter trennten nur vier Scheiben den SV Buchholz 01 (528) vom gastgebenden SSC Schale (524), der zwei Teams ins Ziel brachte. Die sechs Einzeltitel gingen an fünf Landesverbände; nur der WTC Niedersachsen stellte mit Schulz und Mudra zwei Klassensieger.
Die Kapazität war dabei nicht der Engpass. Ausgeschrieben waren 168 Startplätze über alle Klassen, in den Listen stehen 136 Starts. Die Frage nach den Restplätzen vor dem Meldeschluss hat sich im Nachhinein entspannter dargestellt als vor dem 5. September.
Was die 200-Scheiben-Distanz für die Meldung 2027 ändert
Konkret für die nächste Meldung
Munition für 200 Scheiben einplanen statt für 125, plus Reserve für Nachschüsse und Einschießen.
Ausrüstungspflicht beachten: Kopfbedeckung, Augen- und Gehörschutz sind vorgeschrieben, die Schrotladung ist auf 28,5 Gramm begrenzt.
Der Wettkampf lief 2026 über vier Kalendertage (17. bis 20. September), 2024 über drei – Urlaub und Unterkunft entsprechend planen.
Meldeschluss war bei allen drei FITASC-Meisterschaften 2026 der 5. des Wettkampfmonats; eine Nachmeldung am Stand hängt an freier Kapazität.
Was die Zahlen aussagen – und was nicht
Die Ergebnislisten haben den Stand vom 22. September 2026. Trefferquoten und Median sind eigene Auswertungen der veröffentlichten Einzellisten. Ein Start wurde nach zwei Durchgängen abgebrochen und mit 36 Scheiben gewertet; er zieht den Mittelwert nach unten, den Median kaum. Ein Vergleich zwischen den Klassen ist nur begrenzt belastbar, weil sie nach Jahrgängen getrennt starten und sehr unterschiedlich stark besetzt sind.
Offen bleibt, ob die längere Strecke das Feld verändert. Ob mehr Nachwuchs kommt oder die vier Juniorenstarts von 2026 die Regel bleiben, zeigt erst die Meldeliste der nächsten Saison.
Wer bei den Wurfscheibendisziplinen einsteigen will, braucht zuerst Klarheit über das Gerät: Welche Bauarten von Flinten und Büchsen es gibt und wofür sie zugelassen sind, steht in unserer Waffenkunde. Alle Meisterschaftsberichte der Saison sammeln wir in der Rubrik Sportschießen – und mit der kostenlosen Jagdkompass-App lernst du Waffenrecht und Waffenkunde für die Jägerprüfung unterwegs.
Quelle
Ergebnislisten Einzel und Mannschaft sowie Ausschreibung der Deutschen Meisterschaft FITASC 2026 (17. bis 20. September 2026, SSC Schale), veröffentlicht vom Deutschen Schützenbund: Bericht zur DM FITASC Universaltrap, Ergebnisliste 2026 (PDF), Ergebnisliste 2024 (PDF), Ausschreibung FITASC 2026. Bild Ortskern Hopsten: Ramsch / Wikimedia Commons (Public Domain).