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Acht Durchgänge, zwei Freianlagen, kein Wort zum Parken: der Wettkampftag der DM Ordonnanzgewehr in Hannover

Seit dem 10. September steht der Zeitplan online: Freitag die geschlossene Visierung, Samstag Unterhebelrepetierer und offene Visierung. Anfahrt und Parken fehlen bis heute.

LMLauritz Maaßen18. September 2026Sportschießen, Deutsche Meisterschaft, Ordonnanzgewehr
Acht Durchgänge, zwei Freianlagen, kein Wort zum Parken: der Wettkampftag der DM Ordonnanzgewehr in Hannover

Für die Deutsche Meisterschaft Ordonnanzgewehr und Unterhebelrepetierer am 25. und 26. September 2026 in Hannover liegt seit dem 10. September ein Zeitplan vor – und sonst fast nichts: Anfahrt, Parken und eine Zuschauerregelung stehen auf keiner offiziellen Seite. Dieser Text sortiert nach Tagen, was belegt ist, und benennt, was fehlt.

Der Plan von Donnerstagmittag bis Samstagabend

TagWas läuftWoZeiten
Do, 24.09.Waffenkontrolle, freies Training, Besprechung der Leitungen50- und 100-m-Freianlage12:00–18:00 Uhr, Besprechung 16:15 Uhr
Fr, 25.09.Ordonnanzgewehr, geschlossene Visierung100-m-Freianlageacht Durchgänge 08:00–16:55 Uhr, danach Endkampf und Siegerehrung
Fr, 25.09.freies Training50-m-Freianlage12:00–18:00 Uhr
Sa, 26.09.Ordonnanzgewehr, offene Visierung100-m-Freianlageacht Durchgänge 08:00–16:55 Uhr, danach Endkampf und Siegerehrung
Sa, 26.09.KK-Unterhebelrepetierer50-m-Freianlageacht Durchgänge 08:00–16:55 Uhr, kein Endkampf, danach Siegerehrung

Stand 18. September 2026.

Donnerstag gehört der Waffenkontrolle

Der Zeitplan des Deutschen Schützenbundes setzt den Vortag komplett auf die Vorbereitung: Waffenkontrolle von 12:00 bis 18:00 Uhr, im selben Fenster freies Training auf 50 und 100 Metern, um 16:15 Uhr die Besprechung der Leitungen. Wer erst am Wettkampfmorgen anreist, hat für die Kontrolle kein eigenes Zeitfenster mehr.

Der Betreiber der Anlage, der Niedersächsische Sportschützenverband, hat dazu am 15. September die Gegenprobe veröffentlicht: Am 24. September bleiben nur die 10-Meter- und die 25-Meter-Halle für den normalen Betrieb geöffnet – also genau die beiden Stände, die die Meisterschaft nicht braucht. Vom 25. September bis zum 4. Oktober ist der Bundesstützpunkt für den öffentlichen Schießbetrieb geschlossen, erst ab dem 5. Oktober gelten wieder die gewohnten Zeiten.

Sportschützen im Liegendanschlag unter einem offenen Schützenstand, Blick über eine Wiese auf weit entfernte Scheiben
Liegend freihändig im Freien, die Standnummern über der Feuerlinie – so beginnt der Freitag auf der 100-Meter-Bahn; die zweiten 20 Schuss folgen stehend. Das Bild zeigt ein Schweizer 300-Meter-Schießen, nicht die Anlage in Hannover. Foto: Clément Dominik / Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0 de)

Alle 70 Minuten ein neuer Durchgang

Beide Tage laufen im selben Takt. Die acht Durchgänge beginnen um 08:00, 09:10, 10:20, 11:30, 12:40, 13:50, 15:00 und 16:10 Uhr und dauern jeweils 45 Minuten – zwischen zwei Startzeiten liegen 70 Minuten, in denen abgebaut, gewechselt und neu aufgebaut wird. Eine einzige Abweichung steht im Plan: Am Freitag startet der dritte Durchgang nicht um 10:20, sondern um 10:10 Uhr.

Endkampf und Siegerehrung tragen keine eigene Uhrzeit; im Raster liegen sie nach 17:00 Uhr und bei 18:30 Uhr. Wer bis zur Ehrung bleiben will, sollte den Abend nicht verplanen. Beim Unterhebelrepetierer entfällt der Endkampf, dort folgt auf den letzten Durchgang direkt die Siegerehrung.

Freitag ist ein Drittel so voll wie Samstag

Die Teilnehmerliste mit Stand 27. Juli verteilt die Starts sehr ungleich: Am Freitag stehen 120 im Plan, am Samstag 383. Das liegt an der Aufteilung – freitags läuft nur ein Wettbewerb auf der 100-Meter-Bahn mit 14 bis 16 Startern je Durchgang, samstags kommt die 50-Meter-Bahn mit 31 bis 34 Startern je Durchgang dazu.

Wer nur einen Tag kommen kann und beide Waffenarten sehen will, muss den Samstag nehmen; wer in Ruhe zusehen will, den Freitag.

Zwei Anlagen, drei Wettbewerbe – woran man sie unterscheidet

Auf der 100-Meter-Freianlage mit ihren 16 Ständen fallen an beiden Tagen die Ordonnanz-Titel, freitags mit geschlossener und samstags mit offener Visierung. Die Waffen sehen dabei gleich aus: militärische Repetierer aus der Zeit vor 1964, ohne Optik. Wie der Verband „offen" und „geschlossen" technisch abgrenzt, definiert allerdings weder die Disziplinbeschreibung noch die Ausschreibung.

Kurvenvisier eines alten Militärrepetierers mit eingeprägter Entfernungsskala auf dem Holzschaft
Visiert wird über das, was die Waffe aus ihrer Dienstzeit mitbringt: ein Kurvenvisier mit Entfernungsskala in Hundertermetern, hier an einem Schweizer Mousqueton 11. Zielfernrohre sind in beiden Ordonnanz-Wertungen ausgeschlossen. Foto: Bouterolle / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Auf der 50-Meter-Freianlage mit 36 Ständen läuft am Samstag der Kleinkaliber-Unterhebelrepetierer. Erkennbar ist er an zwei Dingen: am Hebel unter dem Abzugsbügel und an der Kleidung. Schießjacken sind dort verboten, geschossen wird in Straßenkleidung – und in Vierersalven zu je fünf Schuss in 75 Sekunden, die per Signalton beginnen und enden.

Unterhebelrepetierer im Kaliber .22 lr mit Röhrenmagazin und offener Visierung
Der Samstag auf der 50-Meter-Bahn: ein Unterhebelrepetierer im Kaliber .22 lr mit Röhrenmagazin – der Hebel unter dem Abzugsbügel lädt bei jeder Bewegung nach. Foto: Dcl412 / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Bei den Standnummern widersprechen sich die eigenen Papiere

Der Zeitplan nennt für das Ordonnanzgewehr die Stände 201 bis 215 und „je 15 Starter", für den Unterhebelrepetierer 302 bis 334 und „je 34 Starter". Die Teilnehmerliste führt dagegen Startplätze bis 216 und bis 335. Nicht zufällig steht unter dem Zeitplan der Hinweis „bitte Standnummern beachten".

Dazu kommt ein Datumsproblem: Der Veranstaltungskalender führt den Zeitplan als „Stand: 10.09.2026", das Dokument selbst trägt im Kopf den 15. Juni und in der Tabelle den 21. Mai 2026. Die Teilnehmerliste vom 27. Juli ist damit das jüngere Papier. Im Zweifel gilt, was auf der Startkarte und in der Teilnehmerliste steht.

Anreise: Die Haltestelle steht da – nur bei der falschen Meisterschaft

Geschossen wird an der Wilkenburger Straße 30 in 30519 Hannover-Wülfel. Für die Deutsche Meisterschaft Auflage, die eine Woche später auf derselben Anlage stattfindet, hat der Betreiber einen Netzplan des städtischen Verkehrsbetriebs hinterlegt und dazu die Haltestelle benannt: „Am Brabrinke", Linien 1 und 2. Für dieses Wochenende steht die Angabe nirgends – die Anlage ist dieselbe.

Hildesheimer Straße in Hannover-Wülfel mit Stadtbahnhaltestelle und Bus
Die Haltestelle Am Brabrinke liegt in der Hildesheimer Straße in Wülfel, im Mittelstreifen zwischen den Fahrbahnen. Foto: GeorgDerReisende / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Dichter Verkehr auf der Bundesstraße 6 Messeschnellweg im Stadtbezirk Döhren-Wülfel
Mit dem Auto führt der Weg in den Stadtbezirk Döhren-Wülfel, durch den die B 6 als Messeschnellweg verläuft. Ob und wo auf dem Gelände geparkt werden kann, steht auf keiner der geprüften Seiten. Foto: Bahnfrend / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Für den Wettkampftag

  • Standnummer aus der Teilnehmerliste übernehmen, nicht aus dem Zeitplan.

  • Waffenkontrolle am Donnerstag zwischen 12:00 und 18:00 Uhr einplanen.

  • Startkarte und amtlichen Lichtbildausweis bereithalten, Startnummer sichtbar auf dem Rücken tragen.

  • Wetterkleidung mitnehmen: Beide Anlagen liegen im Freien.

  • Parken und Zuschauerzugang vorab telefonisch klären – Standverwaltung 0511 220021-20.

Was bis heute nicht veröffentlicht ist

Die Serviceseite zur Meisterschaft kündigt zwei Dokumente an, einen grafischen Zeitplan und eine „Waffen- und Bekleidungsaufbewahrung". Beide Zeilen tragen ein PDF-Symbol, aber keinen Link; darunter steht weiterhin der Satz, Informationen würden „in Kürze" veröffentlicht. Dass es am Ort eine Waffen- und Bekleidungsaufbewahrung gibt, ist damit die einzige Auskunft, die sich daraus ziehen lässt.

Unbeantwortet bleiben außerdem Zuschauerzugang, Verpflegung, Startnummernausgabe und eine Uhrzeit für die Siegerehrung. Für die Meisterschaft eine Woche später liegt all das vor – dort gibt es ein Infoschreiben, einen Busshuttle mit eigener Handynummer, Restaurant- und Übernachtungstipps und eine Ausstellerliste mit 17 Firmen.

Was in den drei Wettbewerben gilt – zugelassene Waffen, Anschläge, Limitzahlen und Startgeld – steht im Begleitstück zu den Regeln beider Disziplinen. Dieselbe Anlage richtet vom 1. bis 4. Oktober die Deutschen Meisterschaften im Auflageschießen aus. Wie ein Wettkampftag aussieht, wenn der Ausrichter alles veröffentlicht, zeigt der Zeitplan der DM Sportschießen in München-Hochbrück. Weitere Termine: Sportschießen.

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