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Bundesmeisterschaft in Liebenau: Der Zeitplan steht – und drei Klassen sind vor dem letzten Tag durch

Vier Wettkampftage, drei Siegerehrungen, ein Stand ohne öffentliches Schießen: der Ablaufplan für die Bundesmeisterschaft im jagdlichen Schießen 2026.

LMLauritz Maaßen01. September 2026Bundesmeisterschaft, Jagdliches Schießen, Liebenau
Bundesmeisterschaft in Liebenau: Der Zeitplan steht – und drei Klassen sind vor dem letzten Tag durch

Am Mittwoch, dem 2. September 2026, eröffnet eine Jagdhornbläsergruppe um 9:00 Uhr die Bundesmeisterschaft im jagdlichen Schießen in Liebenau. Vierzig Minuten später fällt der erste Schuss – und wer mit der Kurzwaffe antritt, muss seine Startzeit schon vorher abgestimmt haben.

Vier Tage, an denen nicht alle gleich lange schießen

Der Ablaufplan aus der Ausschreibung der Landesjägerschaft Niedersachsen verteilt die Klassen bewusst ungleich über die Woche. Wer sich nur einen Tag freinehmen kann, sollte den richtigen wählen.

TagLangwaffenKurzwaffenWas an diesem Tag endet
Di, 01.09.kein Wettkampfkein WettkampfMaschinen werden eingestellt, ab ca. 14:00 Uhr Richterschießen
Mi, 02.09.9:40–19:009:40–19:00Eröffnung 9:00 Uhr; Besprechung der Landesschießobleute ca. 14:00 Uhr im Gasthaus Sieling, Lange Straße 35
Do, 03.09.8:00–19:008:00–19:00Damen- und Seniorenklasse gegen 16:00 Uhr, Ehrung ca. 19:15 Uhr
Fr, 04.09.8:00–19:008:00–19:00Alters- und Jugendklasse gegen 16:00 Uhr, Ehrung ca. 19:15 Uhr
Sa, 05.09.8:00–16:00, nur Jagdschützenklasse8:00–15:00Ehrung Jagdschützenklasse, Kurzwaffe und Deutscher Meister aller Klassen ca. 18:00 Uhr

Einzelschützen aller Klassen schießen schwerpunktmäßig am Mittwoch und Donnerstag. Der Mannschaftswettbewerb läuft gestaffelt: Damen und Senioren am Donnerstag, reine Altersklasse und Junioren am Freitag, die Jagdschützenklasse am Samstag. Tagessieger werden bis Samstag gegen 14:00 Uhr und danach etwa alle drei Stunden geehrt, zusammen mit der Schießleistungsnadel „Sonderstufe Gold". Ein eventuelles Stechen findet spätestens 30 Minuten nach Wettkampfende statt – mit Anwesenheitspflicht. Wer knapp an der Spitze liegt, fährt also nicht direkt nach dem letzten Schuss nach Hause.

Wurfscheibenanlage mit Hochhaus-Turm und überdachter Schützenlinie am Hang
So sieht ein Flintenstand von der Zuschauerseite aus: der Wurfturm über der überdachten Schützenlinie, davor die nummerierten Standplätze. In Liebenau läuft das Trapschießen auf einem 15-Maschinen-Stand. Foto: Jvillafruela / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Woran man die Stände auseinanderhält

Vier Wettbewerbsteile laufen parallel, und für Zuschauer sehen zwei davon fast gleich aus.

Trap erkennt man daran, dass alle Scheiben vom Schützen weg nach vorn fliegen, aus einem einzigen Unterstand vor der Linie. Fünf Schützen stehen nebeneinander und wechseln nach jedem Durchgang den Platz. Skeet ist der Stand mit zwei Wurfhäusern seitlich: Die Scheiben queren die Schusslinie, und an drei der acht Stationen kommen zwei gleichzeitig. Auf den Kugelbahnen über 50 und 100 Meter fallen die Büchsenschüsse auf Wildscheiben, die nicht wie Ringscheiben aussehen – Rehbock, Überläufer, Fuchs. Der Kurzwaffenstand ist der leiseste: Dort steht der Schütze still und wartet, bis sich die Scheibe aus der Deckung dreht.

Steinernes Niederhaus eines Skeetstands auf einer Wiese, im Hintergrund links das Hochhaus
Das Niederhaus eines Skeetstands, im Hintergrund links das Hochhaus. Die Scheiben fliegen quer zur Schusslinie zwischen beiden Häusern hindurch – daran ist Skeet auch aus der Ferne von Trap zu unterscheiden. Foto: SharonPapierdreams / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Ein Detail gehört zum Zuschauen dazu: Die Wurfscheibe kommt erst, wenn der Schütze sie abruft. Zwischen zwei Serien kann es deshalb ruhig werden. Ganz stehen bleibt der Betrieb trotzdem nicht – auf jedem Flintenstand hängt eine digitale Uhr, und wenn eine Rotte für ihre Runde länger als 22 Minuten braucht, darf der Hauptrichter abbrechen. Nicht beschossene Scheiben zählen dann als Fehler.

Tragbare Wurfmaschine mit eingelegter orangefarbener Wurfscheibe, ringsum Scherben zerschossener Scheiben
Eine Wurfmaschine mit eingelegter Scheibe – hier ein tragbares Trainingsgerät. Auf dem Wettkampfstand sind 15 solcher Maschinen fest im Unterstand verbaut und werden vom Schützen selbst ausgelöst. Foto: Noah Wulf / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Anfahrt: Der Weg beginnt im Ortszentrum

Die Anlage liegt am Kuhlertweg 2a in 31618 Liebenau. Ab dem Ortszentrum ist der Weg ausgeschildert; an der letzten Beschilderung geht es links ab zum Schießstand. Mit dem Auto sind es rund 15 Kilometer von Nienburg, 40 von Neustadt am Rübenberge und Stadthagen, 45 von Minden, 60 von Hannover und 65 von Bremen.

Wer mit der Bahn kommt, steigt in Nienburg (Weser) aus und nimmt von dort den Bus – die Linien 15 und 18 verbinden den Bahnhof mit Liebenau, zentrale Haltestelle ist Stern/Pennigsehler Straße. Der letzte Bus fährt am frühen Abend, wer bis zur Siegerehrung um 19:15 Uhr bleibt, braucht also ein Auto oder eine Mitfahrgelegenheit. Genau dafür ist das Melde-Tool gebaut: Die Landesverbände füllen ihre Rotten selbst auf, damit Fahrgemeinschaften zusammen starten.

Backsteinernes Empfangsgebäude des Bahnhofs Liebenau mit Bahnsteigüberdachung
Das denkmalgeschützte Empfangsgebäude Am Bahnhof 9 in Liebenau. Regionalzüge halten hier heute nicht mehr durchgehend – für die Anreise per Bahn ist Nienburg (Weser) der Umstiegspunkt. Foto: Kiwi05 / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Verwaltungsgebäude der Samtgemeinde Liebenau mit Vorplatz und Fahnenmasten
Die Samtgemeindeverwaltung im Ortszentrum von Liebenau: Ab hier weist die Beschilderung zum Schießstand am Kuhlertweg. Foto: Kiwi05 / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Vor der Abfahrt erledigen

  • Kurzwaffenstarter: Startzeit bis Samstag, 29. August, mit dem Hauptrichter abstimmen – telefonisch unter 06852 81308.

  • Jagdschein oder Haftpflichtnachweis einpacken; beides wird bei der Schießkartenausgabe kontrolliert.

  • Anschlagmarkierung an Jacke oder Weste prüfen: ca. 25 × 2 cm, waagerecht, unter dem Ellenbogen. Nach der zentralen Kontrolle darf die Weste nicht mehr gewechselt werden.

  • Munition sortieren: 24-Gramm-Bleischrot, auf dem Trapstand höchstens 2,5 Millimeter, auf dem Skeetstand höchstens 2,0 Millimeter.

  • Eigene Zielstöcke zu Hause lassen – gestellt wird vom Standbetreiber, mitgebrachte sind nicht zugelassen.

Was auf dem Stand gilt

Trainingsschießen entfällt während der Meisterschaft komplett. Kontrollschüsse mit der Büchse bleiben bis 18:00 Uhr möglich, mit der Kurzwaffe sind bis zu fünf Probeschüsse zur Ermittlung des Haltepunkts erlaubt. Angetreten wird in jagdlicher Kleidung, Schalldämpfer sind zulässig. Für die Kurzwaffe gilt die DJV-Scheibe Nr. 7 mit 780 × 470 Millimetern Außenmaß, gewertet wird ab dem sechsten Ring; Schießwesten zählen dort nicht als Jacke.

Ergebnisse hängen aus, und die Frist dafür ist kurz: Einsprüche sind nur 15 Minuten nach dem Aushang möglich, später eingehende werden nicht mehr bearbeitet. Die Protestgebühr beträgt 75 Euro. Für die Berichterstattung werden Foto- und Videoaufnahmen gemacht.

Was der Ablaufplan nicht regelt

Zu Zuschauern steht in den Unterlagen nichts. Die Terminliste des Schießstands führt den 1. bis 5. September als Block ohne öffentliches Schießen, was den Wettkampfbetrieb meint und keine Aussage über Besucher trifft. Ebenso fehlen Angaben zu Parkplätzen, Verpflegung, Zahlungsmitteln und ein Geländeplan. Wer als Gast anreisen will, klärt das vorab unter 05023 94125.

Ein Datum im Ablaufplan ist offenkundig verrutscht: Für den Mannschaftswettbewerb der Jagdschützenklasse steht dort „Samstag, den 06. September" – der Samstag ist der 5. September, und für den 6. weist der Plan keinen Wettkampf mehr aus. Auch der 1. September klärt sich damit auf: Er ist kein Trainings-, sondern ein Vorbereitungstag mit Maschineneinstellung und Richterschießen.

Wie sich Büchse, Flinte und Kurzwaffe zu den 350 möglichen Punkten addieren und welche Anschlagart auf welcher Wildscheibe verlangt ist, steht im Beitrag dazu, was in Liebenau überhaupt geschossen wird. Wie ein Anreisetag beim Schützenbund aussieht, zeigt der Zeitplan der Deutschen Meisterschaften in München. Was hinter der Scheibe stehen muss, damit ein 100-Meter-Schuss sicher ist, erklärt unser Text zum Kugelfang. Weitere Wettkampftermine sammeln wir unter Sportschießen.

Prüfung im Blick? Anschlagarten, Schrotgrößen und die Sicherheitsregeln auf dem Schießstand sind Prüfungsstoff – mit der Jagdkompass-App üben Sie genau diese Fragen.

Quelle

Zeitplan, Siegerehrungszeiten, Stechen, Munitions- und Ausrüstungsregeln, Trainings- und Einspruchsbestimmungen nach der Ausschreibung zur DJV-Bundesmeisterschaft im jagdlichen Schießen 2026, veröffentlicht auf der Seite Jagdliches Schießen der Landesjägerschaft Niedersachsen, abgerufen am 27. August 2026. Adresse, Anfahrtsbeschreibung, Entfernungen und Standbelegung nach Anfahrt und Termine der LJN-Schießstand Liebenau GmbH, abgerufen am 27. August 2026. Termin und Meldeweg zusätzlich nach dem Terminkalender des Landesjagdverbands Baden-Württemberg. Stand: 27. August 2026.

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