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Waldbrand Schramberg: 200 Kräfte kämpfen an den steilen Hängen

Rauch, Wind und schwieriges Gelände prägen den Waldbrand bei Schramberg. Für Jäger gilt: Revierzufahrten frei halten und Absperrungen respektieren.

LMLauritz Maaßen21. August 2026Waldbrand, Schramberg, Baden-Württemberg
Waldbrand Schramberg: 200 Kräfte kämpfen an den steilen Hängen

Der Waldbrand bei Schramberg hält seit Sonntagabend mehr als 200 Einsatzkräfte in Atem. In der steilen, eng bebauten Tallage wird jeder freie Waldweg zur Sicherheitsfrage – auch für Jäger, die ihr Revier in der Umgebung erreichen wollen.

Wind treibt das Feuer auf rund zwei Hektar

Nach dem Lagebericht von SWR Aktuell waren am späten Sonntagabend rund zwei Hektar Wald betroffen. Mehr als 200 Kräfte rückten mit 35 Fahrzeugen an. Starker Wind beschleunigte die Ausbreitung; gewarnt wurde die Bevölkerung in Schramberg-Tal, Sulgen, Tennenbronn und Lauterbach vor Rauch. Fenster und Türen sollten geschlossen, Lüftungsanlagen abgeschaltet werden.

Stand 16. August, 23:18 UhrGemeldete LageKonsequenz vor Ort
Brandflächerund 2 Hektar WaldEinsatzgebiet weiträumig meiden
Kräftemehr als 200, 35 FahrzeugeZufahrten und Wendeplätze frei halten
Wetterstarker WindLage kann sich kurzfristig verändern
RauchWarnung für mehrere OrtsteileWarnmeldungen und Behördenhinweise beachten

Eine belastbare Entwarnung oder eine bestätigte Brandursache lag zu diesem Stand nicht vor. Für den Weg ins Revier zählt deshalb nicht die eigene Sicht auf Rauch oder Flammen, sondern ausschließlich die aktuelle Freigabe durch die Einsatzleitung und örtliche Behörden.

Blick von der Ruine Hohenschramberg auf die Talstadt Schramberg und ihre bewaldeten Hänge
Schramberg liegt dicht zwischen bewaldeten Hängen. Diese Tallage macht freie Zufahrten und klare Absperrungen besonders wichtig. Foto: Zonk43, CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons.

Die Stadt Schramberg beschreibt die bewaldeten Steilhänge ausdrücklich als besondere Herausforderung für Wasserversorgung und Brandbekämpfung. Das erklärt, warum eine kleine Fläche einen großen Kräfteansatz erfordern kann: Einsatzfahrzeuge müssen Wasser, Material und Personal über wenige geeignete Wege an den Hang bringen.

Im Revier hat die Feuerwehr Vorrang

Jagdliche Fahrberechtigungen für Waldwege sind in einer Einsatzlage kein Freibrief. Absperrungen gelten auch für Revierinhaber. Wer spontan nach Wild, Einrichtungen oder möglichen Schäden sehen will, kann Fahrzeugkolonnen behindern oder sich durch Windwechsel, Rauch und Glutnester selbst gefährden.

Das jetzt im betroffenen Revier tun

  • Absperrungen befolgen und das Einsatzgebiet nicht eigenständig betreten.

  • Waldwege, Schranken und Wendeplätze frei halten; Fahrzeuge außerhalb möglicher Anfahrtsrouten abstellen.

  • Ansitze, Kontrollen und geplante Jagden verschieben, bis die zuständige Stelle den Bereich freigibt.

  • Rauch oder Glut über 112 melden: genauer Standort, Ausmaß und sichtbare Vegetation helfen der Leitstelle.

  • Beobachtungen nur auf Anforderung weitergeben; nicht selbst zur Brandstelle fahren.

Das Ministerium für Ländlichen Raum Baden-Württemberg nennt für eine Brandmeldung vier Kernangaben: genauer Ort, brennendes Material, gefährdete Personen oder Gebäude sowie Rückrufnummer und eigener Standort. Vom 1. März bis 31. Oktober gilt im baden-württembergischen Wald außerdem ein grundsätzliches Rauchverbot. Offenes Feuer ist außerhalb des Waldes nur mit mindestens 100 Metern Abstand zum Waldrand zulässig; lokale Verbote und Sperrungen gehen vor.

Feuerwehrfahrzeug auf einem schmalen Waldweg mit Leitkegel
Schmale Waldwege sind im Einsatz Anfahrt, Arbeitsraum und Rückzugsweg zugleich. Das Foto entstand bei einer Waldbrandübung der Feuerwehr Köln. Foto: Superbass, CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons.

Nach dem Löschen bleiben Glutnester und Wildstress

Auch wenn offene Flammen verschwunden sind, kann Wind verborgene Glut erneut anfachen. Eine Freigabe kann daher später erfolgen, als der Blick aus der Ferne vermuten lässt. Für Jagdausübungsberechtigte beginnt die Bestandsaufnahme erst danach: beschädigte Einrichtungen dokumentieren, Gefahrenbäume nicht selbst bearbeiten und Wildbeobachtungen mit Forst und Behörden abstimmen.

Waldbrände belasten Wildtiere durch Rauch, Lärm und Fluchtbewegungen. Zusätzliche Beunruhigung durch Kontrollfahrten oder Nachsuche ohne behördlichen Auftrag verschärft den Stress. Wie schnell sich eine Lage ändern kann, zeigt auch der Waldbrand im Schwarzen Holz bei Plauen. Trockenheit wirkt zudem über den Brand hinaus: Das Wasserentnahmeverbot in Schmalkalden-Meiningen ordnet eine andere regionale Folge derselben angespannten Witterung ein.

Weitere datumsbezogene Meldungen zu Wild, Jagdrecht und Reviersicherheit stehen in den Jagdkompass-Nachrichten.

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