Die Jagdstrecke Mecklenburg-Vorpommern 2025/26 liegt mit 153.308 Stück Schalenwild deutlich über dem Vorjahr. Besonders auffällig ist das Schwarzwild: 81.504 erlegte Tiere bedeuten ein Plus von 36,68 Prozent. Für Jäger ist die Bilanz nicht nur eine Zahlenschau, sondern ein aktueller Hinweis auf den anhaltenden Regulierungsdruck und die Bedeutung der ASP-Prävention.
Strecke ist nicht gleich Bestand
Eine höhere Jagdstrecke beweist für sich allein keinen gleich großen Populationsanstieg. Auch Jagdaufwand, Witterung, Reproduktion, Fallwild und regionale Vorgaben beeinflussen das Ergebnis. Für den eigenen Jagdbezirk bleiben die örtlichen Daten und behördlichen Festlegungen maßgeblich.
Was ist passiert?
Das Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern veröffentlichte am 7. August 2026 die Wildstreckenstatistik für das Jagdjahr 2025/26. Gegenüber 2024/25 stieg die gesamte Schalenwildstrecke um 24.165 Stück beziehungsweise 18,71 Prozent. Damit liegt das neue Ergebnis knapp über dem Zehnjahresmittel von 152.834 Stück.
Den größten Sprung verzeichnet Schwarzwild: Die Strecke nahm um 21.873 auf 81.504 Tiere zu. Das Land bewertet die konsequente Bejagung vor dem Hintergrund der Afrikanischen Schweinepest als wichtigen Teil der Vorsorge. In Mecklenburg-Vorpommern gebe es derzeit keine Hinweise auf ein Seuchengeschehen; wegen der Lage in Deutschland und Polen bleibe Wachsamkeit dennoch notwendig.
Die Wildstrecke 2025/26 im Überblick
Die amtliche Tabelle zeigt, dass sich die Entwicklung je nach Wildart deutlich unterscheidet:
| Wildart | Strecke 2025/26 | Veränderung zum Vorjahr | Zehnjahresmittel |
| Schwarzwild | 81.504 | +21.873 / +36,68 % | 75.747 |
| Rehwild | 53.949 | +1.963 / +3,78 % | 57.055 |
| Damwild | 10.029 | −16 | 12.039 |
| Rotwild | 7.510 | +212 | 7.732 |
| Muffelwild | 316 | +133 | 263 |
| Schalenwild gesamt | 153.308 | +24.165 / +18,71 % | 152.834 |
Beim Rehwild liegt die Strecke trotz des Zuwachses weiterhin unter dem langjährigen Mittel. Die Damwildstrecke blieb nahezu unverändert und stabilisierte sich auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Rotwild bewegte sich erneut innerhalb der engen Spanne der vergangenen zehn Jahre, während Muffelwild zahlenmäßig eine kleine Rolle spielt.
Auch beim Nieder- und Raubwild gibt es markante Werte: 867 Feldhasen liegen zwölf Prozent unter dem Zehnjahresmittel. Dagegen erreichte die Fuchsstrecke mit 22.013 Tieren einen neuen Höchstwert innerhalb der vergangenen zehn Jagdjahre. Beim Waschbären sank die Strecke erstmals nach vier aufeinanderfolgenden Anstiegen leicht auf 25.154 Tiere, liegt aber weiterhin deutlich über dem langjährigen Mittel.
Was bedeutet das für Jäger in Mecklenburg-Vorpommern?
Der starke Anstieg beim Schwarzwild erhöht die Aufmerksamkeit für die kommende Saison. Die Landeszahl ersetzt jedoch keine Revieranalyse: Entscheidend sind lokale Streckenlisten, Wildschäden, Beobachtungen, Fallwildfunde und die Abstimmung innerhalb von Hegegemeinschaft und Jagdbehörde.
Jetzt im Revier prüfen
Die eigene Streckenentwicklung mit den Vorjahren vergleichen und regionale Abweichungen dokumentieren.
Aktuelle ASP-Hinweise des Landes und des zuständigen Veterinäramts beachten; auffälliges Fallwild nach den geltenden Meldewegen behandeln.
Bejagungsplanung, Tierschutz und sichere Schussabgabe gemeinsam denken – eine hohe Landesstrecke ist kein Freibrief für unpassende Situationen.
Ergebnisse in Hegegemeinschaften und mit benachbarten Revieren einordnen, statt aus der Landeszahl pauschale Schlüsse zu ziehen.
Die aktuellen Zahlen passen in ein größeres Bild: Auch bei der ASP-Aufwandsentschädigung in Niedersachsen steht die vorbeugende Schwarzwildbejagung im Mittelpunkt. Wie wichtig belastbares Monitoring für die jagdliche Einordnung ist, zeigt außerdem der erste Nachweis eines Goldschakal-Revierpaars in Schleswig-Holstein.
Hintergrund: Was eine Jagdstrecke aussagt
Was sie abbildet
Die Jagdstrecke dokumentiert erlegte Tiere und – soweit erfasst – Fallwild eines Jagdjahres. Sie macht langfristige Entwicklungen sichtbar und unterstützt Behörden, Hegegemeinschaften und Revierinhaber bei der Bewertung des Wildmanagements.
Was sie nicht allein erklärt
Sie ist keine Bestandszählung. Eine steigende Strecke kann sowohl mit mehr Wild als auch mit höherem Jagdaufwand, guten Reproduktionsbedingungen oder veränderten Rahmenbedingungen zusammenhängen. Erst mehrere Datenquellen ergeben ein belastbares Lagebild.
Für Rot- und Damwild will das Land die dreijährige Abschussplanung sowie den Mindestabschuss wissenschaftlich auswerten. Eine Folgestudie zu den Wildschwerpunktgebieten soll die Entwicklung bis zum Jagdjahr 2029/30 begleiten; der gesetzlich vorgesehene Evaluierungsbericht ist spätestens Ende 2031 fällig.
Häufige Fragen
Wie viele Wildschweine wurden 2025/26 in Mecklenburg-Vorpommern erlegt?
Die amtliche Statistik weist 81.504 Stück Schwarzwild aus. Das sind 21.873 Tiere oder 36,68 Prozent mehr als im Jagdjahr 2024/25.
Bedeutet die höhere Strecke automatisch mehr Schwarzwild im Land?
Nein. Sie ist ein wichtiges Signal, aber keine direkte Bestandszählung. Für eine belastbare Bewertung müssen unter anderem regionale Beobachtungen, Reproduktion, Jagdaufwand, Fallwild und mehrjährige Trends einbezogen werden.
Gibt es aktuell ASP in Mecklenburg-Vorpommern?
Nach dem Stand der Veröffentlichung vom 7. August 2026 liegen dem Land keine Hinweise auf ein ASP-Seuchengeschehen in Mecklenburg-Vorpommern vor. Die Vorsorge bleibt wegen der Fälle in anderen Regionen trotzdem relevant.
Weitere datumsbezogene Meldungen zu Wild, Jagdpolitik und Tierseuchen bündelt die Rubrik Nachrichten im Jagdkompass-Magazin.
Quellen
Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern: „In MV wird wieder mehr Schwarzwild erlegt“ vom 7. August 2026 und die zugehörigen Tabellen zur Wildstreckenstatistik 2025/26.