Das Fischsterben im Schwarzwald-Baar-Kreis hat die Niedrigwasserlage an zwei Orten in einen akuten Schaden verwandelt: Betroffen sind das Schwenninger Moos und der Kofenweiher in Hüfingen. Für Angler zählt nun nicht der nächste Fang, sondern weniger Freizeitdruck am Wasser und eine schnelle Meldung neuer Funde.
| Ort | Gemeldete Lage am 20. August | Konkrete Folge |
| Schwenninger Moos | akut von Fischsterben betroffen | Gewässer und Ufer nicht zusätzlich belasten; bestehende Wegsperren beachten |
| Kofenweiher, Hüfingen | akut von Fischsterben betroffen | Freizeitaktivitäten reduzieren; weitere tote Fische zeitnah melden |
| Gesamter Landkreis | Grundwasserstände unter dem Normalbereich | Wasserentnahmeverbot aus öffentlichen Oberflächengewässern beachten |
Tote Fische entdecken: so bleibt die Meldung verwertbar
Fundort und Uhrzeit notieren, möglichst mit einer eindeutigen Ortsangabe.
Ausmaß und auffällige Arten aus Abstand dokumentieren; Fotos können der Behörde die Einordnung erleichtern.
Den Fund zeitnah melden – direkt beim Amt für Umwelt, Wasser- und Bodenschutz oder über die Umweltmeldestelle Baden-Württemberg.
Tiere und Wasser nicht eigenmächtig umsetzen; Maßnahmen mit Fischereiberechtigten und Behörde abstimmen.
Freizeitaktivität abbrechen, wenn weitere Belastung des Ufers oder Gewässers nicht vermeidbar ist.
Aus der Trockenwarnung ist ein sichtbarer Schaden geworden
Eine am 20. August verbreitete dpa-Meldung gibt die aktuelle Einschätzung des Landratsamts wieder: Sinkende Zuflüsse und steigende Wassertemperaturen führen zu Sauerstoffmangel. Gefährdet sind nicht nur Fische, sondern auch Amphibien und Wasserinsekten. Wie viele Tiere verendet und welche Arten besonders betroffen sind, wurde bislang nicht mitgeteilt.
Der Mechanismus ist einfach, seine Wirkung jedoch doppelt: Warmes Wasser kann weniger Sauerstoff binden. Gleichzeitig schrumpft durch geringe Zuflüsse das verfügbare Wasservolumen. Was in Pegeldaten zunächst abstrakt aussieht, erreicht damit die Kiemen der Fische. Das Fischsterben markiert den Punkt, an dem aus einer angespannten Wasserbilanz ein konkreter ökologischer Schaden wird.
Im Schwenninger Moos kommt eine zweite Folge der Dürre hinzu. Die Stadt Villingen-Schwenningen hatte bereits am 31. Juli die bewaldeten Teile des Rundwegs gesperrt, weil geschädigte Bäume bei Sturmböen Äste verlieren oder umstürzen könnten. Wer vor Ort Beobachtungen machen will, muss deshalb nicht nur das Gewässer schonen, sondern auch die ausgewiesenen Umleitungen einhalten.
Entlasten heißt mehr als auf Wasserentnahme zu verzichten
Seit dem 19. Juni gilt im Schwarzwald-Baar-Kreis ein generelles Verbot, Wasser aus öffentlichen oberirdischen Gewässern zu entnehmen. Es erfasst nach der amtlichen Bekanntmachung auch kleine Mengen und das Schöpfen mit Handgefäßen; die Regelung ist zunächst bis zum 30. September 2026 befristet. Verstöße können mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 Euro geahndet werden.
Das aktuelle Ersuchen geht darüber hinaus: Gewässer und Ufer sollen nicht zusätzlich durch Freizeitaktivitäten belastet werden. Ein kreisweites Angelverbot wurde in den veröffentlichten Angaben nicht verkündet. Für einzelne Gewässer können Eigentümer, Pächter oder Vereine jedoch weitergehende Regeln festlegen. Vor einem geplanten Ansitz ist deshalb die örtliche Freigabe entscheidend, nicht allein die Gültigkeit des Fischereischeins.
Regen allein ist noch keine Entwarnung
Die Trinkwasserversorgung im Kreis ist nach Behördenangaben gesichert. Einzelne Gemeinden haben dennoch öffentliche Entnahmestellen für Anwesen eingerichtet, deren eigene Wasserquellen versiegt sind. Das zeigt, dass die Trockenheit nicht nur einzelne Teiche betrifft. Niedrige Grundwasserstände und geringe Zuflüsse reagieren zudem langsamer als die Wetter-App auf einen kurzen Schauer.
Offen bleibt, wie sich die Bestände im Schwenninger Moos und im Kofenweiher entwickeln. Es liegen noch keine veröffentlichten Zahlen zu Arten, Verlusten oder möglichen Bergungsmaßnahmen vor. Belastbar neu wären deshalb amtliche Ergebnisse aus Kontrollen oder eine Aufhebung der Entlastungsbitte – nicht bloß ein einzelner Regentag.
Die größere Niedrigwasserlage in Baden-Württemberg ordnen wir im Beitrag Niedrigwasser 2026: Folgen für Angler ein. Wie zusätzlicher Fraßdruck Fischbestände verändern kann, zeigt die aktuelle Kormoran-Studie zu Jungdorsch und Flunder. Weitere aktuelle Gewässermeldungen stehen in der Rubrik Angeln.
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Quellen
Aktueller Anlass und Lage an beiden Gewässern: dpa / Landtag Baden-Württemberg – Hitze und Trockenheit führt zu Fischsterben, 20. August 2026. Wasserentnahmeverbot, Laufzeit und Bußgeldrahmen: Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis – Wasserentnahmebeschränkungen, 18. Juni 2026. Meldeweg und Fotohinweis: Serviceportal Baden-Württemberg – Umweltbeeinträchtigungen melden. Wegsperrung im Schwenninger Moos: Stadt Villingen-Schwenningen, 31. Juli 2026.
Bildquellen: Kofenweiher, qwesy qwesy, CC BY 3.0; Schwenninger Moos, Dietmar Rabich, CC BY-SA 4.0; Sauerstoffmessung, Charles O'Rear / U.S. National Archives and Records Administration, gemeinfrei. Alle Bilder via Wikimedia Commons.