Jagdkompass
AngelnGewässer

Fischsterben im Schwarzwald-Baar-Kreis: Freizeitdruck soll jetzt sinken

Im Schwenninger Moos und am Kofenweiher sterben Fische. Die Behörde bittet darum, Gewässer zu entlasten und Funde schnell zu melden.

LMLorena de Marco30. August 2026Fischsterben, Niedrigwasser, Schwarzwald-Baar-Kreis
Fischsterben im Schwarzwald-Baar-Kreis: Freizeitdruck soll jetzt sinken

Das Fischsterben im Schwarzwald-Baar-Kreis hat die Niedrigwasserlage an zwei Orten in einen akuten Schaden verwandelt: Betroffen sind das Schwenninger Moos und der Kofenweiher in Hüfingen. Für Angler zählt nun nicht der nächste Fang, sondern weniger Freizeitdruck am Wasser und eine schnelle Meldung neuer Funde.

OrtGemeldete Lage am 20. AugustKonkrete Folge
Schwenninger Moosakut von Fischsterben betroffenGewässer und Ufer nicht zusätzlich belasten; bestehende Wegsperren beachten
Kofenweiher, Hüfingenakut von Fischsterben betroffenFreizeitaktivitäten reduzieren; weitere tote Fische zeitnah melden
Gesamter LandkreisGrundwasserstände unter dem NormalbereichWasserentnahmeverbot aus öffentlichen Oberflächengewässern beachten

Tote Fische entdecken: so bleibt die Meldung verwertbar

  • Fundort und Uhrzeit notieren, möglichst mit einer eindeutigen Ortsangabe.

  • Ausmaß und auffällige Arten aus Abstand dokumentieren; Fotos können der Behörde die Einordnung erleichtern.

  • Den Fund zeitnah melden – direkt beim Amt für Umwelt, Wasser- und Bodenschutz oder über die Umweltmeldestelle Baden-Württemberg.

  • Tiere und Wasser nicht eigenmächtig umsetzen; Maßnahmen mit Fischereiberechtigten und Behörde abstimmen.

  • Freizeitaktivität abbrechen, wenn weitere Belastung des Ufers oder Gewässers nicht vermeidbar ist.

Aus der Trockenwarnung ist ein sichtbarer Schaden geworden

Eine am 20. August verbreitete dpa-Meldung gibt die aktuelle Einschätzung des Landratsamts wieder: Sinkende Zuflüsse und steigende Wassertemperaturen führen zu Sauerstoffmangel. Gefährdet sind nicht nur Fische, sondern auch Amphibien und Wasserinsekten. Wie viele Tiere verendet und welche Arten besonders betroffen sind, wurde bislang nicht mitgeteilt.

Der Mechanismus ist einfach, seine Wirkung jedoch doppelt: Warmes Wasser kann weniger Sauerstoff binden. Gleichzeitig schrumpft durch geringe Zuflüsse das verfügbare Wasservolumen. Was in Pegeldaten zunächst abstrakt aussieht, erreicht damit die Kiemen der Fische. Das Fischsterben markiert den Punkt, an dem aus einer angespannten Wasserbilanz ein konkreter ökologischer Schaden wird.

Wasserfläche mit Schilf und abgestorbenen Bäumen im Schwenninger Moos
Das Schwenninger Moos bei Villingen-Schwenningen ist einer der beiden akut betroffenen Orte. Das Foto dokumentiert den Moorkomplex im Jahr 2025, nicht das aktuelle Fischsterben. Foto: Dietmar Rabich / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Im Schwenninger Moos kommt eine zweite Folge der Dürre hinzu. Die Stadt Villingen-Schwenningen hatte bereits am 31. Juli die bewaldeten Teile des Rundwegs gesperrt, weil geschädigte Bäume bei Sturmböen Äste verlieren oder umstürzen könnten. Wer vor Ort Beobachtungen machen will, muss deshalb nicht nur das Gewässer schonen, sondern auch die ausgewiesenen Umleitungen einhalten.

Entlasten heißt mehr als auf Wasserentnahme zu verzichten

Seit dem 19. Juni gilt im Schwarzwald-Baar-Kreis ein generelles Verbot, Wasser aus öffentlichen oberirdischen Gewässern zu entnehmen. Es erfasst nach der amtlichen Bekanntmachung auch kleine Mengen und das Schöpfen mit Handgefäßen; die Regelung ist zunächst bis zum 30. September 2026 befristet. Verstöße können mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 Euro geahndet werden.

Das aktuelle Ersuchen geht darüber hinaus: Gewässer und Ufer sollen nicht zusätzlich durch Freizeitaktivitäten belastet werden. Ein kreisweites Angelverbot wurde in den veröffentlichten Angaben nicht verkündet. Für einzelne Gewässer können Eigentümer, Pächter oder Vereine jedoch weitergehende Regeln festlegen. Vor einem geplanten Ansitz ist deshalb die örtliche Freigabe entscheidend, nicht allein die Gültigkeit des Fischereischeins.

Biologe misst den Sauerstoffgehalt einer Wasserprobe
Sauerstoffmessungen helfen, ein Fischsterben fachlich einzuordnen. Das historische Symbolbild entstand am Colorado River und zeigt keine Untersuchung im Schwarzwald-Baar-Kreis. Foto: Charles O'Rear / U.S. National Archives and Records Administration / Wikimedia Commons (gemeinfrei)

Regen allein ist noch keine Entwarnung

Die Trinkwasserversorgung im Kreis ist nach Behördenangaben gesichert. Einzelne Gemeinden haben dennoch öffentliche Entnahmestellen für Anwesen eingerichtet, deren eigene Wasserquellen versiegt sind. Das zeigt, dass die Trockenheit nicht nur einzelne Teiche betrifft. Niedrige Grundwasserstände und geringe Zuflüsse reagieren zudem langsamer als die Wetter-App auf einen kurzen Schauer.

Offen bleibt, wie sich die Bestände im Schwenninger Moos und im Kofenweiher entwickeln. Es liegen noch keine veröffentlichten Zahlen zu Arten, Verlusten oder möglichen Bergungsmaßnahmen vor. Belastbar neu wären deshalb amtliche Ergebnisse aus Kontrollen oder eine Aufhebung der Entlastungsbitte – nicht bloß ein einzelner Regentag.

Die größere Niedrigwasserlage in Baden-Württemberg ordnen wir im Beitrag Niedrigwasser 2026: Folgen für Angler ein. Wie zusätzlicher Fraßdruck Fischbestände verändern kann, zeigt die aktuelle Kormoran-Studie zu Jungdorsch und Flunder. Weitere aktuelle Gewässermeldungen stehen in der Rubrik Angeln.

Du willst Gewässerökologie und Fischarten sicher einordnen? Jagdkompass verbindet aktuelle Meldungen mit verständlichem Arten- und Lebensraumwissen.

Quellen

Aktueller Anlass und Lage an beiden Gewässern: dpa / Landtag Baden-Württemberg – Hitze und Trockenheit führt zu Fischsterben, 20. August 2026. Wasserentnahmeverbot, Laufzeit und Bußgeldrahmen: Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis – Wasserentnahmebeschränkungen, 18. Juni 2026. Meldeweg und Fotohinweis: Serviceportal Baden-Württemberg – Umweltbeeinträchtigungen melden. Wegsperrung im Schwenninger Moos: Stadt Villingen-Schwenningen, 31. Juli 2026.

Bildquellen: Kofenweiher, qwesy qwesy, CC BY 3.0; Schwenninger Moos, Dietmar Rabich, CC BY-SA 4.0; Sauerstoffmessung, Charles O'Rear / U.S. National Archives and Records Administration, gemeinfrei. Alle Bilder via Wikimedia Commons.

Teilen:WhatsAppFacebookX