Jagdkompass
WildtierkundeWildtierkunde: Federwild

Gemeinsamkeiten und Unterschiede der heimischen Wildtauben

Vergleich der wichtigsten Taubenarten (Ringeltaube, Hohltaube, Türkentaube) hinsichtlich Größe, Lebensraum und jagdlicher Relevanz.

18. Februar 2026Ringeltaube, Hohltaube, Türkentaube
Gemeinsamkeiten und Unterschiede der heimischen Wildtauben

Wildtauben (Columbidae) – Arten, Merkmale und jagdliche Einordnung

In Deutschland sind bei den „Wildtauben“ vor allem drei Arten prüfungs- und praxisrelevant: Ringeltaube (Columba palumbus), Hohltaube (Columba oenas) und Türkentaube (Streptopelia decaocto). Sie gehören alle zur Familie Columbidae, unterscheiden sich aber klar in Lebensraum, Brutweise und jagdlicher Relevanz.

Compliance-Hinweis: Ob und wann eine Art bejagt werden darf, richtet sich nach Jagdzeiten/Schonzeiten des jeweiligen Bundeslands. Bundesregelungen geben den Rahmen, das Landesrecht setzt die konkreten Zeitfenster.

Gemeinsame Grundmerkmale (prüfungsrelevant)

  • Ernährung: überwiegend pflanzlich (Samen, Körner, Früchte, Knospen, Grünteile); je nach Angebot auch opportunistische Ergänzungen möglich.
  • Fortpflanzung: typisch 2 Eier pro Gelege (Merksatz für die Prüfung).
  • Körperbau: kräftiger Rumpf, relativ kleiner Kopf, schnelle und wendige Flieger.
  • Jagdrechtliche Einordnung: Wildtauben können dem Jagdrecht unterliegen; die tatsächliche Bejagbarkeit hängt von der festgesetzten Jagdzeit ab.

Artprofile für Bestimmung und Praxis

1) Ringeltaube (Columba palumbus)

Die Ringeltaube ist die größte heimische Taubenart und die jagdlich wichtigste Art.

  • Kennzeichen: weißer Halsfleck („Ring“) und weiße Flügelbinden (im Flug sehr auffällig).
  • Lebensraum: Wälder, Feldgehölze, Heckenlandschaften; häufig auch Parks und städtisches Grün.
  • Brutweise: Nestbauer/Offenbrüter (schlichtes Reisignest in Bäumen).
  • Zugverhalten: regional unterschiedlich (Standvogel bis Teilzieher/Kurzstreckenzieher).
  • Jagdliche Relevanz: häufig bejagbar innerhalb der Jagdzeit; regional auch wegen Wildschäden relevant.

2) Hohltaube (Columba oenas)

Die Hohltaube ist deutlich kleiner als die Ringeltaube und wirkt „schlichter“.

  • Kennzeichen: keine weißen Flügelbinden, blaugraues Gefieder; Halsseiten oft grünlich-metallisch schimmernd, Brust teils wärmer getönt.
  • Lebensraum: waldgebunden, bevorzugt Altholzbestände.
  • Brutweise: Höhlenbrüter (Baumhöhlen, häufig alte Spechthöhlen; auch natürliche Höhlungen).
  • Zugverhalten: je nach Region Standvogel/Teilzieher; nicht pauschal „reiner Zugvogel“.
  • Jagdliche Relevanz: in der Praxis meist ganzjährig geschont, sofern im Land keine Jagdzeit festgesetzt ist.

3) Türkentaube (Streptopelia decaocto)

Die Türkentaube ist schlanker und wirkt langschwänziger als die Hohltaube.

  • Kennzeichen: hell beigebraunes Gefieder, markanter schwarzer Nackenring; lange Schwanzfedern.
  • Lebensraum: ausgeprägter Kulturfolger (Siedlungen, Höfe, Parks, Stadtrand).
  • Brutweise: Nestbauer/Offenbrüter (Reisignest in Bäumen/Gebüschen, auch in Siedlungsnähe).
  • Jagdliche Relevanz: je nach Bundesland unterschiedlich geregelt; teils bejagbar innerhalb der Jagdzeit, teils restriktiver bzw. geschont.

Schnellcheck im Revier (Merksätze)

  • Groß, mit weißen Abzeichen (Flügel + Hals): Ringeltaube
  • Ohne Weiß, waldgebunden, brütet in Höhlen: Hohltaube
  • Schlank, beigebraun, schwarzer Nackenring: Türkentaube

Alle drei Arten: typisch 2 Eier und überwiegend pflanzliche Nahrung.

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