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Garmin kauft Applied Ballistics – und damit den Solver, der auch in Bushnell-, Sig-Sauer- und Vortex-Geräten rechnet

Garmin hat am 16. September die Softwarefirma Applied Ballistics übernommen. Deren Ballistikrechner steckt nicht nur in Garmin-Uhren, sondern auch in Geräten von Bushnell, Sig Sauer und Vortex.

LMLauritz Maaßen21. September 2026Ballistik, Zielfernrohr, Entfernungsmesser
Garmin kauft Applied Ballistics – und damit den Solver, der auch in Bushnell-, Sig-Sauer- und Vortex-Geräten rechnet

Garmin hat Applied Ballistics übernommen – den Softwarehersteller, dessen Ballistikrechner in Garmin-Uhren ebenso arbeitet wie in Geräten von Bushnell, Sig Sauer und Vortex Optics. Für Langstreckenschützen und für Jäger, die ihre Haltepunkte aus einem Entfernungsmesser holen, hängt damit ein zentrales Stück Rechenlogik am Portfolio eines einzelnen Anbieters.

Der Gerätehersteller mit Sitz im US-amerikanischen Olathe (Kansas) gab den Kauf am Mittwoch, dem 16. September 2026, bekannt; gemeldet hat ihn der Branchendienst Bicycle Retailer and Industry News. Zum Kaufpreis machte Garmin keine Angaben. Applied Ballistics sitzt in Howard City im US-Bundesstaat Michigan und liefert ballistische Messdaten, Geschossprofile und die Rechenkerne – im Fachjargon Solver –, die aus Entfernung, Wind, Luftdruck und Temperatur eine Haltepunkt- oder Klickkorrektur ableiten. Zur Übernahme gehört auch die App Applied Ballistics Quantum.

Gebäude des Garmin-Hauptsitzes in Olathe, Kansas, USA
Garmins Hauptsitz in Olathe im US-Bundesstaat Kansas: Von hier aus meldete der Konzern den Kauf des Ballistik-Spezialisten aus Michigan. Foto: Terry Umbenhaur / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0).

Garmin-Co-COO Brad Trenkle verwies auf eine fast zehnjährige Zusammenarbeit beider Firmen; mit der Übernahme kämen Software, eigene Geschossdaten und Feuerleitlösungen ins eigene Haus. Ob und wie lange Applied Ballistics seine Technik weiter an Bushnell, Sig Sauer und Vortex Optics lizenziert, blieb offen.

Hände halten eine Büchse mit montiertem Zielfernrohr im Freien.
Der Solver rechnet im Gerät, die Verantwortung bleibt am Anschlag: Ein Ballistikprogramm liefert eine Korrektur – keine Freigabe für weite Schüsse. Foto: Getty Images / Unsplash+ License

Für die Praxis ändert sich vorerst nichts: Vorhandene Geräte rechnen weiter, eine Umstellung wurde nicht angekündigt. Wer seine Korrekturen über ein Gerät dieser Hersteller ermittelt, sollte die Datenpflege trotzdem im Blick behalten – Solver-Updates und gepflegte Geschossprofile entscheiden darüber, wie lange eine hinterlegte Kurve noch zur tatsächlich verschossenen Patrone passt. Wie die Geschossenergie über die Entfernung abfällt, rechnet jeder Solver; ob der Schuss weidgerecht ist, entscheidet er nicht. Für die Ausrüstungsseite lohnt daneben der Blick auf das Zusammenspiel von Fernglas und Zielfernrohr und auf die Frage, wann sich ein Fernglas mit Entfernungsmesser überhaupt rechnet.

Waffenkunde ist Prüfungsstoff: Ballistik, Geschossarten und die sichere Schussentfernung gehören zu den vier Teilgebieten der Jägerprüfung. In der Jagdkompass-App übst du sie mit den Originalfragen deines Bundeslandes. Weitere Meldungen zu Technik und Gerät sammeln wir in der Rubrik Waffen & Ausrüstung.

Quelle

Bicycle Retailer and Industry News: „Garmin acquires software company Applied Ballistics“, 16. September 2026 – zum Bericht. Bildrechte: Hero und Detailaufnahme über die Jagdkompass-Bildbibliothek (Unsplash+ License), Gebäudeaufnahme von Terry Umbenhaur über Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0).

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