Die Deutsche Meisterschaft Sommerbiathlon mit dem Luftgewehr beginnt am Donnerstag, 18. September 2026, auf der Biathlonanlage am Sonnenberg im Oberharz. Beide Meldeschlüsse sind abgelaufen – der zweite am vergangenen Sonntag –, und einen Zeitplan mit Start- und Trainingszeiten gibt es vier Tage vor dem ersten Wettkampf immer noch nicht.
Sieben Monate zwei Termine, und keiner wurde je korrigiert
Die Ausschreibung Sommerbiathlon des Deutschen Schützenbundes mit Stand vom 6. Februar 2026 nennt als Meldeschluss den 6. September. Die Terminübersicht der Deutschen Meisterschaften, zuletzt am 13. August aktualisiert, führt für dasselbe Ereignis den 13. September – und das ist kein Ausrutscher einer Sommeraktualisierung: Die PDF-Fassung derselben Übersicht, gebaut am 11. Februar 2026 und damit fünf Tage nach der Ausschreibung, nennt in ihrer Sommerbiathlon-Zeile ebenfalls den 13. September.
Beide Daten sind inzwischen verstrichen, ohne dass eines der drei Dokumente angefasst wurde. Für Aktive ist die Frage damit erledigt; was bleibt, ist die Konsequenz für alle, die nicht gemeldet haben – und die Frage, wann am Donnerstag eigentlich der erste Start fällt.
| Termin | 18.–20.09.2026 |
| Ort | Biathlonanlage am Sonnenberg im Harz |
| Meldeschluss | 06.09.2026 (Ausschreibung) · 13.09.2026 (Terminübersicht) – beide abgelaufen |
| Zeitplan | nicht veröffentlicht (Stand 14.09.2026) |
| Meldeweg | ausschließlich über den Landesverband, elektronisch |
| Startgeld Einzel | 39,00 € |
| Startgeld Schüler/Jugend | 15,00 € |
| Startgeld Staffel | 35,00 € |
Gemeldet wird ausschließlich elektronisch nach vorgegebener Excel-Datei, per E-Mail vom Landesverband an den Bundesverband. Eine Meldung ohne Geburtsjahr wird nicht zugelassen, Startkarten werden nicht verschickt. Das Startgeld ist Reuegeld – wer nach dem Meldeschluss zurückzieht, zahlt trotzdem.
Ohne Landesmeisterschaft kein Start
Die eigentliche Hürde ist nicht die Frist, sondern die Qualifikation. Startberechtigt ist nur, wer bei der Landesmeisterschaft seines Verbandes im Sprint und/oder im Massenstart angetreten ist – und zwar mit einem Rückstand von höchstens 50 Prozent auf die beiden Erstplatzierten der jeweiligen Wertung. Wer die Marke reißt, kann melden, was er will.
Für die Staffel gilt dasselbe: Jedes Mitglied muss sich über den Sprint oder den Massenstart qualifiziert haben. Klassenübergreifend gemischte Staffeln sind innerhalb eines Landesverbandes erlaubt; sobald ein Mann mitläuft, wird die Staffel als männlich gewertet.
Eine zweite Hürde steckt in der Wertung: Ein Einzelwettbewerb wird nur ausgetragen, wenn mindestens acht Teilnehmer der Klasse gemeldet sind, bei Schülern und Jugend genügen fünf. Sonst rücken die Gemeldeten in die nächsthöhere Klasse auf – bei Staffeln liegt die Grenze bei fünf Mannschaften. Mit der Meldung akzeptiert man dieses Aufrücken.
Sprint, Massenstart, Staffel: drei Rennen mit einem Gerät
Im Sommerbiathlon wird die Strecke als Crosslauf zurückgelegt, das Gewehr bleibt im Ständer am Schießstand – anders als im Winter trägt niemand die Waffe mit. Drei Wettkampfarten stehen im Programm:
| Wettkampf | Strecke (Erwachsene) | Schießeinlagen | Start |
| Sprint | 3 km | liegend, stehend | einzeln, 30-Sekunden-Intervall |
| Massenstart | 5 km | liegend, liegend, stehend, stehend | Wellen mit bis zu 20 Startern |
| Staffel | 3 × 3 × 800 m | je liegend, stehend (+ 3 Nachlader) | gemeinsam |
Der Sprint ist das Zeitfahren: Jeder läuft für sich, Sieger ist der Schnellste der Klasse. Der Massenstart dreht die Logik um – bis zu 20 Sportler gehen gleichzeitig auf die Runde, wer als Erster über die Linie kommt, hat gewonnen; das Ergebnis ist an der Strecke ablesbar, nicht erst auf der Liste. In der Staffel stehen pro Schießeinlage bis zu drei Nachlader zur Verfügung; greift ein Läufer zu einem leeren Magazin, kostet das 30 Sekunden Zeitstrafe, und der Luftschuss zählt als abgegebener Schuss.
Jugend- und Schülerklassen laufen kürzer, im Sprint bis hinunter auf 2,4 Kilometer. Im Luftgewehr reichen die Klassen von den Schülern der Jahrgänge 2012 bis 2015 bis zu Herren IV und Damen III, Jahrgang 1965 und älter.
Fünfzehn Millimeter weiß – sonst siebzig Meter extra
Geschossen wird auf Klappscheiben aus zehn Metern. Die Trefferfläche misst 15 Millimeter im Liegendanschlag und 35 Millimeter im Stehendanschlag. Gewertet wird nur, was eindeutig weiß umklappt: Eine Klappe, die hängen bleibt oder wieder aufgeht, gilt als Fehler.
Jeder Fehlschuss zieht eine Strafrunde nach sich, die unmittelbar nach der Schießeinlage zu laufen ist. Auch hier weichen die Angaben voneinander ab: Die Ausschreibung für 2026 nennt 70 Meter, die allgemeine Disziplinbeschreibung 75 Meter; für die Meisterschaft gilt die Ausschreibung. Fünf Fehler in einer Einlage kosten damit rund 350 Meter – im Sprint über drei Kilometer ist das die Entscheidung.
Zur Ausrüstung gehören Laufschuhe und ein Luftgewehr mit Fünf-Schuss-Magazin; Einzellader sind zugelassen. Vor dem ersten Wettkampf muss jeder Starter zur Ausweiskontrolle und Waffenkennzeichnung erscheinen – wer das versäumt, verliert das Startrecht.
Die Startzeit steht in einem Dokument, das es nicht gibt
Alle drei Dokumente wurden am 14. September erneut geprüft und stehen unverändert. Das hat eine praktische Folge, die über die Fristen hinausgeht: Die Ausschreibung verschickt keine Startkarten und verweist für Start- und Trainingszeiten ausdrücklich auf „die Zeitpläne" – veröffentlicht ist keiner.
Der als Ausrichter benannte Ski-Club Buntenbock hat vier Tage vor der Meisterschaft nichts dazu online gestellt: Der jüngste Eintrag in seiner Rubrik Sommerbiathlon stammt von der Ausgabe 2023, der einzige Beitrag aus diesem September gilt der Vereinsmeisterschaft. Auch der Ausrichter selbst ist nicht abschließend benannt – die Ausschreibung führt „SC Jagdhaus oder Skiclub Buntenbock", die Terminübersicht nur den SC Buntenbock samt der Ortsangabe „Biathlonanlage Am Sonnenberg im Harz". Eine Anschrift mit Postleitzahl nennt keines der Dokumente. Wer anreist, klärt Startzeit und Anfahrt deshalb über den eigenen Landesverband.
Dort liegt auch die Antwort für Nachzügler. Gemeldet wird nicht beim Bundesverband, sondern vom Landesverband, der die Meldungen seiner Vereine sammelt und in einer Datei weiterreicht. Ist diese Sammelmeldung raus – und nach zwei abgelaufenen Fristen ist das der Regelfall –, entscheidet allein der Verband, ob er noch nachmeldet. Einen Anspruch darauf gibt es nicht.
Vor der Anreise erledigen
Startzeit und Trainingszeiten beim eigenen Landesverband erfragen – ein veröffentlichter Zeitplan existiert nicht.
Ausweis mitnehmen: Ohne Ausweiskontrolle und Waffenkennzeichnung vor dem ersten Wettkampf erlischt das Startrecht.
Staffelaufstellung bis spätestens zwei Stunden vor dem ersten Staffelstart beim Organisationsteam ändern.
Acht Euro für eine Ummeldung und 30 Euro für einen Einspruch bar einplanen – beides wird vor Ort kassiert.
Nicht gemeldet? Beim Landesverband nachfragen, ob die Sammelmeldung schon raus ist.
Wie die verwandte Kurzdistanz-Disziplin funktioniert, steht in unserem Beitrag zur Target-Sprint-DM in Hatten. Am selben Wochenende läuft mit dem Bogenlaufen in Bürstadt die zweite deutsche Meisterschaft aus Laufen und Zielen. Weitere Termine und Fristen sammeln wir unter Sportschießen.
Prüfung im Blick? Mit der Jagdkompass-App lernen Sie Waffenkunde und Sicherheitsregeln strukturiert – die Grundlage, auf der auch der sportliche Schießbetrieb aufsetzt.
Quelle
Termin, Meldeschluss, Qualifikationsregel, Klassen, Wettkampfmodus, Wertung und Startgelder nach der Ausschreibung Sommerbiathlon (Stand 06.02.2026) und der Terminübersicht Deutsche Meisterschaften 2026 (Stand 13.08.2026) des Deutschen Schützenbundes; die dort verlinkte PDF-Fassung der Terminübersicht trägt den Stand 11.02.2026. Scheibenmaße, Strafrundenlänge und Ausrüstung zusätzlich nach der Disziplinbeschreibung Target Sprint und Sommerbiathlon. Zum Veröffentlichungsstand des Ausrichters die Rubrik Sommerbiathlon des Ski-Clubs Buntenbock. Alle Quellen zuletzt abgerufen am 14. September 2026.