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DM Blasrohrsport 2026: Meldeschluss am 16. September – und zwei Austragungsorte in den Papieren

Sieben Meter, 60 Pfeile, kein Visier: Ende Oktober fällt in Osterode am Harz der deutsche Titel im Blasrohrsport. Die Regeln, die Kosten und ein Widerspruch.

LMLauritz Maaßen05. September 2026DM Blasrohrsport, Blasrohrschießen, Osterode am Harz
DM Blasrohrsport 2026: Meldeschluss am 16. September – und zwei Austragungsorte in den Papieren

Vom 30. Oktober bis 1. November 2026 wird in Osterode am Harz der deutsche Meister im Blasrohrsport ermittelt – in der einzigen Meisterschaftsdisziplin, deren Antrieb die eigene Atemluft ist. Wer starten will, muss bis zum 16. September über den Landesverband gemeldet sein. Und wer hinfährt, sollte wissen, dass zwei offizielle Dokumente zwei verschiedene Hallen nennen.

Falls Blasrohrsport für Sie neu ist

Die Disziplin ist im organisierten Schießsport ein Nachzügler: Der Deutsche Olympische Sportbund hat sie erst 2021 einem Fachverband zugeordnet, ein bundesweit gültiges Regelwerk gibt es seit 2022. Gestartet wird ab sieben Jahren, eine komplette eigene Ausrüstung kostet im Handel um die 100 Euro, laufende Munitionskosten fallen nicht an. Der Einstieg ist mit der Vereinsausrüstung möglich.

Der Wettbewerb in Zahlen

DM Blasrohrsport 2026
Termin30.10.–01.11.2026
AustragungsortLindenberghalle, Bahnhofstraße 29, 37520 Osterode am Harz
Meldeschluss16.09.2026
Meldewegüber den Landesverband
Programm60 Pfeile (2 × 30), volle Ringe, ohne Finalklassen
Entfernung7 m, Schüler III 5 m
Mindestalter7 Jahre
Startgeld39,00 € Einzel · 15,00 € Schüler/Jugend · 35,00 € Mannschaft

Diese Angaben stehen in der Terminübersicht der Deutschen Meisterschaften (Stand 13. August 2026), in der Schusszahlentabelle (Stand 20. November 2025) und in der allgemeinen Ausschreibung des Deutschen Schützenbundes (Stand 21. Januar 2026). Ausgetragen wird der Wettbewerb nur, wenn mindestens zehn Einzelstarter gemeldet sind; in den Schüler-, Jugend- und Behindertenklassen genügen sechs. Kommt eine Klasse nicht zusammen, rücken die Gemeldeten eine Klasse höher.

Sechzig Pfeile, sechs Spiegel, drei Minuten

Ein Wettkampf besteht aus 60 Pfeilen, aufgeteilt in zwei Hälften zu je 30. Nach der ersten Hälfte gibt es mindestens 15 Minuten Pause. Geschossen wird in Passen zu sechs Pfeilen, für jede Passe stehen 180 Sekunden zur Verfügung. Vor dem ersten Wertungspfeil sind zwei Passen zum Einschießen erlaubt – wer danach noch einen Pfeil abgibt, verliert den höchsten Treffer der folgenden Wertungspasse.

Die Auflage trägt fünf Ringe von 6 bis 10 und ist in sechs Spiegel gegliedert, deren Zentren 22 Zentimeter auseinanderliegen. Auf jeden Spiegel gehört genau ein Pfeil. Stecken zwei in einem Spiegel, zählt nur der Pfeil mit der niedrigeren Ringzahl, der andere wird als Fehlschuss gewertet. Das theoretische Maximum liegt damit bei 600 Ringen.

Geschossen wird stehend und ohne Stütze, unmittelbar hinter der Schießlinie; die Linie darf weder betreten noch berührt werden. Ablageständer und Pfeilhalter sind nur im Gerätebereich zulässig, aufgelegtes Schießen ist ausgeschlossen. Von der Stehendregel darf abweichen, wer dauerhaft körperlich behindert ist – der Verband bewirbt die Sportart ausdrücklich als für Menschen mit Handicap geeignet.

Bei Ringgleichheit greift für diese Meisterschaft eine eigene Regel: Zuerst entscheidet die letzte Passe, dann die vorletzte und so fort; hilft das nicht, zählt die Anzahl der Zehner, Neuner und weiter bis zur Sechs. Bleibt es gleich, erhalten beide denselben Rang.

Neun verschiedene Blasrohrpfeile mit Konus aus Kunststoff und Schäften aus Holz, Metall und Carbon
Zugelassenes Pfeilmaterial: Holz-, Metall- und Carbonschäfte mit Kunststoff-Konus. Entscheidend ist die Maßgrenze – der Durchmesser darf einschließlich Spitze 4 Millimeter nicht überschreiten. Foto: Jürgen Woodfin / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Was am Rohr verboten ist

Das Sportgerät ist bewusst schmucklos gehalten. Zulässig sind Rohre zwischen 100 und 170 Zentimetern Gesamtlänge – für die jüngste Schülerklasse höchstens 130 – mit einem Innendurchmesser bis 16 Millimeter und einem Gewicht bis 2.500 Gramm. Üblich sind Innenmaße von 10 oder 16 Millimetern.

Untersagt ist alles, was das Zielen erleichtert. Visiere und Zielhilfsmittel jeder Art sind verboten, ebenso Markierungen an Anbauteilen, die sich als Kimme oder Korn nutzen ließen. Ein Griff darf höchstens den doppelten Rohrdurchmesser haben und keine Fingermulden tragen, ein montierter Pistolengriff ist verboten. Laufgewichte dürfen nur auf den vorderen 20 Zentimetern sitzen und müssen konzentrisch um das Rohr laufen. Auch der Antrieb ist geregelt: Der Pfeil muss mit eigener Atemluft geschossen werden, und das Rohr darf nicht mit Druckluft gereinigt werden.

Bei den Pfeilen ist die Liste der Verbote länger als die der Erlaubnisse. Jagdpfeile mit breiten Spitzen, Stöpsel-, Multi-, Soft-, Helikopter- und Foliendarts sind ebenso ausgeschlossen wie angespitzte Carbonschäfte und beleuchtete Pfeile. Alle Pfeile einer Passe müssen in Länge, Konus, Spitze, Farbe und Bemalung identisch sein. Kontrolliert wird vor jedem Wettkampf; die dabei angebrachte Kontrollmarke bleibt bis zum Ende am Rohr.

Für die Kleidung gilt: Oberbekleidung mit Trägern über beiden Schultern, Vorder- und Rückseite sowie Taille bedeckt, Shorts und Röcke nicht kürzer, als die Fingerspitzen bei ausgestreckten Armen reichen. Sportschuhe müssen Fuß und Ferse vollständig bedecken – und in der Wettkampfhalle eine helle Sohle haben.

Zwei Hallen, zwei Dokumente

Genau an dieser Stelle wird es unübersichtlich. Der Passus zur hellen Sohle steht in der allgemeinen Ausschreibung vom 21. Januar 2026 und nennt dort wörtlich „die Halle in Einbeck". Die Terminübersicht, zuletzt am 13. August 2026 aktualisiert und damit rund sieben Monate jünger, führt als Austragungsort dagegen die Lindenberghalle in Osterode am Harz, Bahnhofstraße 29. Beide Orte liegen im südlichen Niedersachsen, rund 30 Kilometer Luftlinie auseinander.

Für die Meldung spielt das keine Rolle – für die Anreise sehr wohl. Bis eines der beiden Dokumente nachgezogen wird, gilt der jüngere Stand: Osterode.

Ein zweiter Fehler ist kleiner, aber ebenso auffällig: Als Meldeadresse steht beim Blasrohrsport meldung@dsb-sportportlal.de. Bei jedem anderen Gewehr- und Pistolenwettbewerb auf derselben Seite steht meldung@dsb-sportportal.de. Der Buchstabendreher ist offensichtlich; praktisch relevant wird er kaum, weil die Meldung ohnehin über den Landesverband läuft und nicht über den einzelnen Schützen.

Fachwerkhäuser am Kornmarkt in Osterode am Harz
Osterode am Harz, Kornmarkt: Die Lindenberghalle liegt an der Bahnhofstraße im westlichen Harzvorland – nicht in Einbeck, das die ältere Ausschreibung nennt. Foto: Kassandro / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Was die Meldung kostet

Das Startgeld ist gleichzeitig Reuegeld: Wer nach dem 16. September zurückzieht, zahlt trotzdem. Fällig werden 39 Euro je Einzelstart, 15 Euro für Schüler und Jugend und 35 Euro je Mannschaft; abgerechnet wird über den Landesverband, nicht über den einzelnen Starter. Eine genehmigte Nachmeldung kostet 20 Euro zusätzlich, eine Mannschaftsummeldung 8 Euro je Person, eine Ersatzstartkarte 5 Euro und ein Einspruch 30 Euro.

Mitzubringen sind Startkarte und – ab der Juniorenklasse II – ein amtlicher Lichtbildausweis. Die Startnummer wird sichtbar auf dem Rücken getragen, und zwar nur eine. Urkunden gibt es für die Plätze eins bis sechs im Einzel und eins bis drei in der Mannschaft, geehrt werden die ersten drei; wer im ersten Drittel der Rangliste landet, bekommt das Meisterschaftsabzeichen.

Was noch nicht feststeht

Ein Zeitplan liegt nicht vor. Die Ausschreibung verweist für Zeitpläne auf die Kalenderrubrik des Verbands, dort war am 24. August für diesen Termin nichts hinterlegt. Damit sind Startzeiten, die Aufteilung der Klassen auf die drei Tage und die Uhrzeiten der Siegerehrungen offen – ebenso Angaben zu Parkmöglichkeiten an der Lindenberghalle und zu Zuschauerregeln in der Halle.

Auch die Zahl der Wettkampfklassen ist von außen nicht ablesbar: Sie folgt der Kugeltabelle der Sportordnung mit abweichenden Schülerklassen, welche davon tatsächlich ausgeschrieben werden, entscheidet sich mit den Meldungen.

Blick auf Fachwerkhäuser am Schlossplatz in Osterode am Harz im Winter
Ende Oktober liegt der Termin am Rand der Saison: Osterode am Harz am Schlossplatz. Anreise- und Parkhinweise hat der Ausrichter bislang nicht veröffentlicht. Foto: ErwinMeier / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Vor dem 16. September erledigen

  • Die Meldung beim eigenen Landesverband einreichen und dessen interne Vorfrist erfragen – der Bundesverband nimmt keine Einzelmeldungen an.

  • Rohrlänge, Innendurchmesser und Gewicht gegen die Grenzwerte prüfen, bevor die Gerätekontrolle es tut.

  • Griffe, Gewichte und Anbauteile auf Markierungen absuchen: Alles, was als Visierung dienen kann, führt zur Beanstandung.

  • Helle Hallensohlen einpacken; Straßenschuhe sind auf der Wettkampffläche nicht zugelassen.

  • Vor der Anreise den Austragungsort gegenprüfen, solange Ausschreibung und Terminübersicht auseinandergehen.

Wie eine Meisterschaft mit deutlich größerem Feld organisiert ist, zeigt der Beitrag zur DM Sportschießen in München; eine weitere Frist dieses Herbstes behandeln wir im Artikel zur DM Auflage in Hannover und Dortmund. Alle kommenden Termine sammeln wir unter Sportschießen.

Quelle

Alle Angaben stammen aus Veröffentlichungen des Deutschen Schützenbundes. Termin, Austragungsort, Meldeschluss und Meldeadresse nach der Terminübersicht Deutsche Meisterschaften 2026 (Stand 13.08.2026). Startgelder, Mindestbeteiligung, Auszeichnungen und die Hinweise zum Blasrohrsport nach der allgemeinen Ausschreibung (Stand 21.01.2026), die Schusszahl nach der Übersichtstabelle Wettbewerbe (Stand 20.11.2025). Programm, Entfernungen, Gerät- und Pfeilregeln nach dem Regelwerk Blasrohr, Sportordnung Teil 12 sowie der Disziplinbeschreibung Blasrohrschießen und dem Infoflyer Blasrohrsport (Stand 08/2025). Abgerufen am 24. August 2026.

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