Vom 30. Oktober bis 1. November 2026 wird in Osterode am Harz der deutsche Meister im Blasrohrsport ermittelt – in der einzigen Meisterschaftsdisziplin, deren Antrieb die eigene Atemluft ist. Die Meldung ist seit dem 16. September geschlossen: Es stehen 1.046 Starts aus 16 Landesverbänden, und die Limitzahlen reichen von 493 bis 565 Ringen.
Falls Blasrohrsport für Sie neu ist
Die Disziplin ist im organisierten Schießsport ein Nachzügler: Der Deutsche Olympische Sportbund hat sie erst 2021 einem Fachverband zugeordnet, ein bundesweit gültiges Regelwerk gibt es seit 2022. Gestartet wird ab sieben Jahren, eine komplette eigene Ausrüstung kostet im Handel um die 100 Euro, laufende Munitionskosten fallen nicht an. Der Einstieg ist mit der Vereinsausrüstung möglich.
Der Wettbewerb in Zahlen
| DM Blasrohrsport 2026 | |
| Termin | 30.10.–01.11.2026 |
| Austragungsort | Lindenberghalle, Bahnhofstraße 29, 37520 Osterode am Harz |
| Meldeschluss | 16.09.2026 (abgelaufen) |
| Meldeweg | über den Landesverband |
| Gemeldetes Feld | 1.046 Starts in 20 Wettbewerben, 16 Landesverbände |
| Limitzahlen | 493 bis 565 Ringe, je nach Klasse |
| Programm | 60 Pfeile (2 × 30), volle Ringe, ohne Finalklassen |
| Entfernung | 7 m, Schüler III 5 m |
| Mindestalter | 7 Jahre |
| Startgeld | 39,00 € Einzel · 15,00 € Schüler/Jugend · 35,00 € Mannschaft |
Diese Angaben stehen in der Terminübersicht der Deutschen Meisterschaften (Stand 13. August 2026), in der Schusszahlentabelle (Stand 20. November 2025) und in der allgemeinen Ausschreibung des Deutschen Schützenbundes (Stand 21. Januar 2026). Feldgröße und Limits stammen aus zwei Dokumenten, die seit dem 17. und 19. September am Kalendereintrag zur Meisterschaft hängen. Ausgetragen wird ein Wettbewerb nur, wenn mindestens zehn Einzelstarter gemeldet sind; in den Schüler-, Jugend- und Behindertenklassen genügen sechs. Kommt eine Klasse nicht zusammen, rücken die Gemeldeten eine Klasse höher.
Das Limit ist der eigentliche Filter
Ein Startplatz hängt nicht am Meldeformular, sondern an einer Ringzahl, die im Vorfeld auf einem Wettkampf des eigenen Verbandes erreicht sein muss. Die Sportleitung hat diese Limits am 17. September festgelegt, und sie liegen hoch: Bei einem theoretischen Maximum von 600 Ringen verlangt die stärkste Klasse 565, also mehr als 94 Prozent. Betroffen ist ausgerechnet der größte Startblock.
| Klasse | Limit | Starts |
| Herren III | 565 | 116 |
| Herren I | 564 | 41 |
| Herren IV | 564 | 104 |
| Herren II / Herren V | 563 | 107 / 20 |
| Damen III | 548 | 67 |
| Damen I | 546 | 65 |
| Damen II / Damen IV | 543 | 77 / 35 |
| Jugend männlich | 530 | 39 |
| Damen V | 524 | 8 |
| Jugend weiblich | 520 | 22 |
| Schüler I m | 518 | 44 |
| Junioren I | 517 | 32 |
| Schüler I w | 513 | 30 |
| Juniorinnen I | 512 | 26 |
| Schüler II m | 508 | 53 |
| Schüler II w | 506 | 39 |
| Schüler III m | 495 | 64 |
| Schüler III w | 493 | 57 |
Die Spreizung zwischen den Klassen ist schmal: Zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Herrenlimit liegen zwei Ringe. Deutlicher fällt der Abstand zu den Schülerklassen aus – Schüler III schießt allerdings auch auf fünf statt auf sieben Meter.
Eine Zeile fällt aus dem Rahmen: Damen V ist mit acht Starts gemeldet. Die allgemeine Ausschreibung nennt für Erwachsenenklassen zehn als Mindestzahl; die Teilnehmerliste führt die Klasse trotzdem mit eigener Startzeit. Der Verband erklärt den Fall in keinem der beiden Dokumente.
Wer an welchem Tag antritt
Die Teilnehmerliste vom 19. September sortiert die 1.046 Starts nicht nach Klassen, sondern nach Tagen – und daraus ergibt sich eine klare Dreiteilung. Jeder Tag trägt fast exakt dasselbe Pensum.
| Tag | Klassen | Starts |
| Fr, 30.10. | Herren und Damen III, IV, V | 350 |
| Sa, 31.10. | Schüler I bis III, Jugend männlich und weiblich | 348 |
| So, 01.11. | Herren und Damen I und II, Junioren und Juniorinnen I | 348 |
Der Samstag ist damit der Nachwuchstag, der Sonntag gehört den Aktiven bis 40, der Freitag den Altersklassen ab 41. Wer als Zuschauer kommt, wählt über den Wochentag die Altersgruppe aus.
Nach Landesverbänden führt Niedersachsen mit 215 Starts das Feld an, vor Bayern (178) und Nordrhein-Westfalen (128). Es folgen Baden (93), Württemberg (90), Westfalen (77) und Hessen (76); am anderen Ende stehen Hamburg mit zehn und Sachsen-Anhalt mit fünf Starts. Der Heimvorteil ist sichtbar: Osterode liegt in Niedersachsen, und jeder fünfte Start kommt von dort.
Sechzig Pfeile, sechs Spiegel, drei Minuten
Ein Wettkampf besteht aus 60 Pfeilen, aufgeteilt in zwei Hälften zu je 30. Nach der ersten Hälfte gibt es mindestens 15 Minuten Pause. Geschossen wird in Passen zu sechs Pfeilen, für jede Passe stehen 180 Sekunden zur Verfügung. Vor dem ersten Wertungspfeil sind zwei Passen zum Einschießen erlaubt – wer danach noch einen Pfeil abgibt, verliert den höchsten Treffer der folgenden Wertungspasse.
Die Auflage trägt fünf Ringe von 6 bis 10 und ist in sechs Spiegel gegliedert, deren Zentren 22 Zentimeter auseinanderliegen. Auf jeden Spiegel gehört genau ein Pfeil. Stecken zwei in einem Spiegel, zählt nur der Pfeil mit der niedrigeren Ringzahl, der andere wird als Fehlschuss gewertet. Das theoretische Maximum liegt damit bei 600 Ringen.
Geschossen wird stehend und ohne Stütze, unmittelbar hinter der Schießlinie; die Linie darf weder betreten noch berührt werden. Ablageständer und Pfeilhalter sind nur im Gerätebereich zulässig, aufgelegtes Schießen ist ausgeschlossen. Von der Stehendregel darf abweichen, wer dauerhaft körperlich behindert ist – der Verband bewirbt die Sportart ausdrücklich als für Menschen mit Handicap geeignet.
Bei Ringgleichheit greift für diese Meisterschaft eine eigene Regel: Zuerst entscheidet die letzte Passe, dann die vorletzte und so fort; hilft das nicht, zählt die Anzahl der Zehner, Neuner und weiter bis zur Sechs. Bleibt es gleich, erhalten beide denselben Rang.
Was am Rohr verboten ist
Das Sportgerät ist bewusst schmucklos gehalten. Zulässig sind Rohre zwischen 100 und 170 Zentimetern Gesamtlänge – für die jüngste Schülerklasse höchstens 130 – mit einem Innendurchmesser bis 16 Millimeter und einem Gewicht bis 2.500 Gramm. Üblich sind Innenmaße von 10 oder 16 Millimetern.
Untersagt ist alles, was das Zielen erleichtert. Visiere und Zielhilfsmittel jeder Art sind verboten, ebenso Markierungen an Anbauteilen, die sich als Kimme oder Korn nutzen ließen. Ein Griff darf höchstens den doppelten Rohrdurchmesser haben und keine Fingermulden tragen, ein montierter Pistolengriff ist verboten. Laufgewichte dürfen nur auf den vorderen 20 Zentimetern sitzen und müssen konzentrisch um das Rohr laufen. Auch der Antrieb ist geregelt: Der Pfeil muss mit eigener Atemluft geschossen werden, und das Rohr darf nicht mit Druckluft gereinigt werden.
Bei den Pfeilen ist die Liste der Verbote länger als die der Erlaubnisse. Jagdpfeile mit breiten Spitzen, Stöpsel-, Multi-, Soft-, Helikopter- und Foliendarts sind ebenso ausgeschlossen wie angespitzte Carbonschäfte und beleuchtete Pfeile. Alle Pfeile einer Passe müssen in Länge, Konus, Spitze, Farbe und Bemalung identisch sein. Kontrolliert wird vor jedem Wettkampf; die dabei angebrachte Kontrollmarke bleibt bis zum Ende am Rohr.
Für die Kleidung gilt: Oberbekleidung mit Trägern über beiden Schultern, Vorder- und Rückseite sowie Taille bedeckt, Shorts und Röcke nicht kürzer, als die Fingerspitzen bei ausgestreckten Armen reichen. Sportschuhe müssen Fuß und Ferse vollständig bedecken – und in der Wettkampfhalle eine helle Sohle haben.
Der Ortswiderspruch ist entschieden
Lange standen zwei Orte nebeneinander. Der Passus zur hellen Sohle steht in der allgemeinen Ausschreibung vom 21. Januar 2026 und nennt dort wörtlich „die Halle in Einbeck". Die Terminübersicht vom 13. August 2026 führte dagegen die Lindenberghalle in Osterode am Harz, Bahnhofstraße 29 – rund 30 Kilometer Luftlinie entfernt.
Seit September ist die Sache klar: Limitliste und Teilnehmerliste tragen beide im Kopf „Osterode/Harz", und die Verbandsmeldung vom 19. September nennt ebenfalls nur Osterode. Drei jüngere Dokumente gegen eine Januar-Ausschreibung – wer plant, plant nach Osterode. Die Januar-Fassung ist bis heute nicht korrigiert.
Die Halle selbst nennen die neuen Papiere allerdings nicht. Die Adresse Bahnhofstraße 29 steht weiterhin allein in der Terminübersicht.
Ein zweiter Fehler ist kleiner, aber ebenso auffällig: Als Meldeadresse stand beim Blasrohrsport meldung@dsb-sportportlal.de. Bei jedem anderen Gewehr- und Pistolenwettbewerb auf derselben Seite steht meldung@dsb-sportportal.de. Der Buchstabendreher ist offensichtlich; praktisch relevant wurde er kaum, weil die Meldung ohnehin über den Landesverband lief und nicht über den einzelnen Schützen.
Was die Meldung kostet
Das Startgeld ist gleichzeitig Reuegeld: Wer seit dem 16. September zurückzieht, zahlt trotzdem. Fällig werden 39 Euro je Einzelstart, 15 Euro für Schüler und Jugend und 35 Euro je Mannschaft; abgerechnet wird über den Landesverband, nicht über den einzelnen Starter. Eine genehmigte Nachmeldung kostet 20 Euro zusätzlich, eine Mannschaftsummeldung 8 Euro je Person, eine Ersatzstartkarte 5 Euro und ein Einspruch 30 Euro.
Mitzubringen sind Startkarte und – ab der Juniorenklasse II – ein amtlicher Lichtbildausweis. Die Startnummer wird sichtbar auf dem Rücken getragen, und zwar nur eine. Urkunden gibt es für die Plätze eins bis sechs im Einzel und eins bis drei in der Mannschaft, geehrt werden die ersten drei; wer im ersten Drittel der Rangliste landet, bekommt das Meisterschaftsabzeichen.
Was noch nicht feststeht
Seit Ende September hängt neben Limit- und Teilnehmerliste auch ein Zeitplan am Kalendereintrag. Er klärt die Klassenaufteilung der drei Tage und die Besetzungszeit der Anmeldung, nennt aber keine Siegerehrungszeiten – die stehen in keinem der vier Papiere. Wie sich die sechs Durchgänge je Tag auf die Klassen verteilen und wie am Stand gewertet wird, steht im Zeitplan und Anreiseteil zum Wettkampfwochenende.
Offen bleiben die Punkte, die niemand aus einer Startliste ableiten kann: Parkmöglichkeiten an der Lindenberghalle, Zuschauerregeln in der Halle und die Frage, ob und wie lange Zuschauer während eines laufenden Durchgangs hinter die Stände dürfen. Der Ausrichter hat dazu bislang nichts veröffentlicht.
Jetzt erledigen, wenn Sie gemeldet sind
Den eigenen Namen in der Teilnehmerliste suchen: Startnummer, Tag, Uhrzeit und Standnummer stehen dort einzeln.
Rohrlänge, Innendurchmesser und Gewicht gegen die Grenzwerte prüfen, bevor die Gerätekontrolle es tut.
Griffe, Gewichte und Anbauteile auf Markierungen absuchen: Alles, was als Visierung dienen kann, führt zur Beanstandung.
Alle Pfeile einer Passe angleichen – Länge, Konus, Spitze, Farbe und Bemalung müssen übereinstimmen.
Helle Hallensohlen einpacken; Straßenschuhe sind auf der Wettkampffläche nicht zugelassen.
Wie eine Meisterschaft mit deutlich größerem Feld organisiert ist, zeigt der Beitrag zur DM Sportschießen in München; eine weitere Frist dieses Herbstes behandeln wir im Artikel zur DM Auflage in Hannover und Dortmund. Alle kommenden Termine sammeln wir unter Sportschießen.
Quelle
Alle Angaben stammen aus Veröffentlichungen des Deutschen Schützenbundes. Termin, Austragungsort, Meldeschluss und Meldeadresse nach der Terminübersicht Deutsche Meisterschaften 2026 (Stand 13.08.2026). Startgelder, Mindestbeteiligung, Auszeichnungen und die Hinweise zum Blasrohrsport nach der allgemeinen Ausschreibung (Stand 21.01.2026), die Schusszahl nach der Übersichtstabelle Wettbewerbe (Stand 20.11.2025). Programm, Entfernungen, Gerät- und Pfeilregeln nach dem Regelwerk Blasrohr, Sportordnung Teil 12 sowie der Disziplinbeschreibung Blasrohrschießen und dem Infoflyer Blasrohrsport (Stand 08/2025). Limitzahlen, Feldgröße, Klassen und Tagesaufteilung nach den Anhängen am Kalendereintrag zur Meisterschaft: Limitliste (Stand 17.09.2026) und Teilnehmerliste (Stand 19.09.2026), dazu der Zeitplan (veröffentlicht 28.09.2026) und die Verbandsmeldung vom 19. September. Regelwerk und Ausschreibungen abgerufen am 24. August 2026, Kalendereintrag und Anhänge am 21. September 2026, der Zeitplan am 7. Oktober 2026.