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DM Armbrust national 2026: Geschossen wird auf dem Oktoberfest, entschieden wird in Lochhausen

Vom 24. bis 26. September fällt die Deutsche Meisterschaft im Armbrustschießen national – im Anbau eines Wiesn-Zelts und am Vogelbaum in Lochhausen. Der Zeltanbau ist nicht frei zugänglich.

LMLauritz MaaßenDM Armbrust, Armbrustschießen, Oktoberfest

Die Deutsche Meisterschaft im Armbrustschießen national wird vom 24. bis 26. September 2026 an zwei Orten ausgetragen, die 15 Kilometer auseinanderliegen. Wer zusehen will, sollte den ersten davon nicht ansteuern.

Zwei Adressen, drei Tage, ein Titel

Die Terminübersicht des Deutschen Schützenbundes führt für diese Meisterschaft zwei getrennte Austragungsorte: das Scheibenschießen im Armbrustschützenzelt auf der Theresienwiese, das Sternschießen samt Siegerehrung auf der Anlage der Armbrust-Schützengilde Winzerer Fähndl im Münchner Westen. Die Gilde richtet beides aus – sie beschreibt sich auf ihrer Seite selbst als Ausrichter der deutschen Meisterschaften auf dem Oktoberfest.

EckdatumStand 17. September 2026
TerminDonnerstag, 24., bis Samstag, 26. September 2026
ScheibenschießenArmbrustschützenzelt, Theresienwiese, 80336 München
Sternschießen und SiegerehrungKarl-Harz-Weg 23, 81249 München-Lochhausen
Meldeschluss14. Juli 2026 – abgelaufen
Startberechtigungvom Verband festgelegt, den Gilden per Startkarte mitgeteilt
Startgeldzahlen die Landesverbände, nicht die Schützen
Rahmen191. Oktoberfest, 19. September bis 4. Oktober 2026
Zutritt zum Zeltanbaulaut Stadtportal der Landeshauptstadt nicht frei zugänglich
Uhrzeiten der Wettkämpfenur auf der Startkarte, nicht öffentlich

Der Zugangshinweis ist der Punkt, an dem sich die Anreise entscheidet. Der Schießbetrieb läuft nicht im Bierzelt, sondern in einem baulich abgetrennten Anbau; die Landeshauptstadt weist ihn auf ihrer Zeltseite ausdrücklich als nicht frei zugänglich aus. Das Zelt selbst steht jedem offen, montags bis freitags von 10 bis 23.30 Uhr, samstags und sonntags ab 9 Uhr – nur eben ohne Blick auf die Feuerlinie.

Stehendanschlag mit der Sportarmbrust: Gezielt wird über Diopter und Ringkorn wie beim Gewehr, eine kleine Wasserwaage hält die Waffe in der Waage. Das Foto zeigt das 10-Meter-Gerät; national wird auf 30 Meter geschossen. Foto: Wilfried Wittkowsky / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Sechs Ringe, und die Sechs ist die größte

Das Scheibenschießen im Zeltanbau ist der Teil, der einem sportlichen Wettkampf am ähnlichsten sieht. Geschossen wird stehend freihändig auf 30 Meter: 20 Wettkampfschüsse und bis zu zehn Probeschüsse in höchstens 50 Minuten. Die Scheibe hat statt der gewohnten zehn Ringe nur sechs, und sie ist anders gestaffelt – die zentrale Sechs misst 20 Millimeter Ringbreite, die Fünf nur zehn, die Ringe eins bis vier je 15. Wer aus dem Gewehrschießen kommt, zielt hier also auf ein Zentrum, das nicht dem Zehner entspricht, mit einem Ring dahinter, der schmaler ist als alle anderen.

Das Gerät ist kein Mittelaltergegenstand. Der Querbogen sitzt auf einem Luftgewehrschaft, der Bogen selbst besteht meist aus Karbon, gezielt wird über Diopter und Ringkorn. Der Bolzen bleibt hinter der Scheibe in einem Bleistück stecken und wird vom Schützen für den nächsten Schuss wieder herausgedreht – ein Ablauf, der das Tempo dieser Disziplin bestimmt.

Scheibenhalter einer Armbrustanlage: Dahinter sitzt das Bleistück, in dem der Bolzen stecken bleibt. Foto: Wilfried Wittkowsky / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Der zweite Wettbewerb hängt in 29 Metern Höhe

In Lochhausen wird nicht auf eine Scheibe geschossen, sondern nach oben. Am Vogelbaum hängt in 29 Metern Höhe ein Stern, auf dem Holzplättchen von 85 mal 85 Millimetern befestigt sind – im Bayerischen heißen sie Blattl. Mit der Vogel- oder Hocharmbrust hat jeder Starter zwei Probeschüsse und 15 Wettkampfschüsse, um möglichst viele davon herunterzuholen.

Zusammengerechnet ergeben beide Teile die Kombinationswertung: Ein getroffenes Blattl zählt sechs Punkte, aus dem Sternschießen sind damit 90 Punkte zu holen, aus dem Scheibenschießen 120 – zusammen 210. Das Einladungsheft der Gilde, der „Ladzettul", beziffert die Meisterschaftsrunden abweichend von der Disziplinbeschreibung nach Runden statt nach Schüssen: 15 Wertungsrunden bei zwei Proberunden am Stern, 20 Wertungsschüsse bei zehn Probeschüssen an der Scheibe, dieselben Zahlen noch einmal für die Kombination.

Das Adlerschießen, bei dem auf eine rund 2,15 Meter hohe Holzfigur gezielt und das Gewicht des abgeschossenen Holzes gewertet wird, steht 2026 im Programm – aber nicht als Meisterschaft. Es läuft als Festschießen am Sonntag, 27. September, ab 8:30 Uhr in zwei Abteilungen und am Montag als Mannschaftswettbewerb um den Wanderpreis des Oberbürgermeisters, beides nach dem Ende der Titelkämpfe.

München-Lochhausen: Am Karl-Harz-Weg liegt die Anlage der Winzerer Fähndl – rund 15 Kilometer und eine S-Bahn-Fahrt von der Theresienwiese entfernt. Foto: Kritzolina / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Gestartet wird auf Einladung, nicht auf Meldung

Wer bei dieser Meisterschaft antritt, hat sich nicht selbst angemeldet. Die Startberechtigung für Einzel- und Mannschaftswettbewerbe legt der Verband fest und teilt sie den Gilden per Startkarte mit; auf derselben Karte stehen die Uhrzeiten, die es nirgends öffentlich gibt. Die Startgelder der berechtigten Schützen entrichten die Landesverbände – eine der wenigen Meisterschaften, bei der die Aktiven für den Start selbst nichts zahlen. Steht am Ende ein Gleichstand, wird er nicht rechnerisch aufgelöst: Dann wird eine „Ritterrunde" nachgeschossen, und zwar ohne Pause direkt im Anschluss.

Parallel zu den Titelkämpfen läuft der Deutschland-Cup der Junioren, und zwar breiter angelegt als die Meisterschaft selbst: Dort werden sowohl die national-traditionellen als auch die internationalen Disziplinen geschossen. Über alle Wettbewerbe hinweg sammeln die Gilden zusätzlich Punkte für einen Wanderpreis des Verbands – sechs für einen Sieg, gestaffelt bis auf einen Punkt für Rang fünf.

Für Aktive und Begleitung jetzt klären

  • Startkarte abwarten: Sie ist die einzige Quelle für die eigene Startzeit; öffentlich steht keine.

  • Zwei Anfahrten einplanen – Theresienwiese und Lochhausen liegen nicht beieinander. Welcher Wettbewerb an welchem Tag wo läuft, steht in unserem Ablauf- und Anreiseartikel.

  • Für die Wiesn-Tage ohne Auto planen: An der Theresienwiese gibt es kein Parken.

  • Übernachtung früh buchen; die Meisterschaft fällt in die erste Oktoberfestwoche.

  • Wer eine Armbrust dabeihat, kommt zu Fuß nur über einen einzigen Zugang aufs Festgelände.

Was am 17. September noch fehlt

Zeitplan und Startlisten bleiben unveröffentlicht: Das Einladungsheft nennt für alle drei Meisterschaftstage nur „genaue Zeiten siehe Startkarte", und die Startkarte geht an die Gilden, nicht an die Öffentlichkeit. Ebenfalls nirgends öffentlich stehen Limitzahlen und die Zahl der zugelassenen Starter. Und die beiden verfügbaren Quellen widersprechen sich in einem Punkt, der für die Anreise zählt: Die Terminübersicht verortet das Scheibenschießen ausschließlich im Zeltanbau, das Tagesprogramm der Gilde führt es am Donnerstag in Lochhausen und erst ab Freitag auf der Festwiese.

Die Winzerer Fähndl beim Sportempfang der Stadt München 2025: Zum Wiesn-Auftritt der Gilde gehören historische Gewänder, Deko-Armbrüste und Langspieße im Trachten- und Schützenzug. Foto: Kritzolina / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Seit 1935 wird im Zelt um den Titel geschossen

Das Armbrustschützenzelt steht seit 1895 auf der Wiesn, die deutschen Meisterschaften im Armbrustschießen werden dort seit 1935 ausgetragen. Der Schütze auf dem Zeltturm und der Adler über dem Haupteingang erinnern daran, dass früher tatsächlich über Kopf auf einen hölzernen Vogel gezielt wurde. Heute ist die Armbrust nach der Selbstbeschreibung der Gilde in Deutschland ausschließlich als Sportgerät zugelassen – ein Weg vom Kriegs- und Jagdgerät des Mittelalters zum Präzisionssportgerät, den unter den Schießsportarten kaum eine andere so sichtbar hinter sich hat.

Die zweite Armbrust-Meisterschaft des Jahres ist zu diesem Zeitpunkt längst gelaufen: Die DM Armbrust 10 und 30 Meter fiel am 26. und 27. August auf der Olympia-Schießanlage in Garching-Hochbrück, eingebettet in die große Deutsche Meisterschaft im Sportschießen.

Wer schon einen Platz auf der Zuschauerbank hat, findet Tagesablauf, Anfahrt und die Regeln vor Ort in unserem Artikel dazu, wie die drei Wettkampftage in München ablaufen. Weitere Wettkampftermine sammeln wir unter Sportschießen; wie die deutsche Armbrust-Mannschaft international abschneidet, zeigt unser Bericht zur Armbrust-EM in Châteauroux.

Quelle

Termin, beide Austragungsorte, Meldeschluss und Meldeweg nach der Terminübersicht Deutsche Meisterschaften 2026 (Stand der Seite: 13.08.2026); Regeln, Schusszahlen, Scheibenmaße und Kombinationswertung nach der Disziplinbeschreibung Armbrust National/Traditionell des Deutschen Schützenbundes. Ausrichterrolle, Zeltanbau und Festzug nach der Oktoberfest-Seite und der Sport-Seite der Armbrust-Schützengilde Winzerer Fähndl. Startberechtigung, Startgelder, Ritterrunden, Meisterschaftsrunden, Junioren-Cup, Wanderpreis und Adlerschießen nach dem Ladzettul 2026, dem Einladungsheft der Gilde (Dateistand 26.08.2026), abgerufen am 17. September 2026. Zugang zum Zeltanbau, Öffnungszeiten, Zeltgeschichte und Wiesn-Termin nach dem Stadtportal der Landeshauptstadt München zum Armbrustschützenzelt und zum Oktoberfest 2026. Abgerufen am 22. August 2026.

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