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Die Nachsuche: Lebensrettung für Wild

Die Nachsuche ist essenziell, um krankes Wild zu finden und zu erlösen. Lerne die wichtigsten Aspekte: Wartezeiten, Verhalten des Hundes, Ausrüstung und rechtliche Grundlagen.

18. Mai 2026Nachsuche, Schweißhund, Waidwundschuss
Die Nachsuche: Lebensrettung für Wild

Die Nachsuche: Tierschutz und Handwerk

Die Nachsuche ist die Suche nach krankem (verletztem) Wild. Sie ist gesetzlich vorgeschrieben (Tierschutz) und erfordert höchste Fachkunde.


1. Wann beginnt die Nachsuche? (Die Wartezeit)

Pauschal "eine Stunde warten" ist in der Prüfung oft zu ungenau. Die Wartezeit (Krankheitswarten) hängt von den Pirschzeichen am Anschuss ab:

  1. Lungenschuss (hellroter, schaumiger Schweiß):
    • Das Wild verendet meist schnell. Wartezeit ca. 30–60 Minuten, dann suchen (bevor das Wildbret verhitzt).
  2. Pansenschuss (grüner/brauner Panseninhalt):
    • Das Wild lebt noch lange und ist mobil. Wird es zu früh aufgemüdet, flüchtet es kilometerweit.
    • Wartezeit: Mindestens 4 bis 6 Stunden (oft erst am nächsten Morgen!).
  3. Laufschuss (Röhrenknochen):
    • Sofortige Hatz (Schnallen des Hundes) kann nötig sein, da das Wild nicht "krank" im Sinne von "sterbend" ist, sondern flüchtig. Hier entscheiden Profis.

2. Der Anschuss: Lesen der Pirschzeichen

Das Wichtigste ist die Analyse am Anschuss ("Tatort"). Was liegt dort?

PirschzeichenTreffersitz (Vermutung)PrognoseHellroter, blasiger SchweißLungeTödlich, liegt meist nah (Flucht < 100m).Dunkelroter SchweißLeber / HerzTödlich, Leber braucht Wartezeit.Grüne/Braune MassePansen / GescheideTödlich, aber lange Fluchtstrecke. Lange warten!Röhrenknochen (Splitter)LaufschussNicht sofort tödlich. Schwere Nachsuche (Hatz).SchnitthaarVerrät Ein-/AusschussLange Haare = Rücken/Träger; Kurze Haare = Läufe/Kopf.


3. Der Hund: Spezialisten und Verhalten

Man unterscheidet zwischen der Riemenarbeit (Hund am langen Riemen) und der Hatz/Hetze (Hund wird geschnallt, um das Wild zu stellen).

Die Spezialisten (Schweißhunde):

  • Hannoverscher Schweißhund (HSH)
  • Bayerischer Gebirgsschweißhund (BGS)
  • Alpenländische Dachsbracke (ADB)

Begriffe der Hundearbeit (Korrektur!):

  • Totverbeller: Der Hund findet das verendete Stück und bellt dort, bis der Führer kommt. (Sehr gewünschte Eigenschaft!).
  • Totverweiser: Der Hund findet das Stück, läuft zum Führer zurück und "zeigt" es an (pendelt oder führt ihn hin).
  • Standlaut: Der Hund stellt das lebende Wild und bellt es an ("bindet" es), damit der Jäger herankommen kann.
  • Waidlaut: Der Hund bellt auf der warmen Fährte (während er läuft).

4. Ausrüstung

  • Schweißriemen: Ein Leder- oder Biothane-Riemen, Länge ca. 8 bis 12 Meter (damit der Hund ruhig arbeiten kann, ohne dass der Führer ihn durch Geräusche stört).
  • Schweißhalsung: Breite Halsung mit Wirbel, damit der Hund nicht gewürgt wird.
  • Waffe:
    • Kurzwaffe (Großkaliber, z. B. .357 Mag, .45 ACP) für den Fangschuss auf kurze Distanz.
    • Oder kurze, führige Langwaffe ("Nachsuchenbüchse").
  • Saufeder/Abfangmesser: Um das Wild abzufangen, wenn ein Schuss Hunde gefährden würde.

5. Das Wundbett

Findet man unterwegs ein Wundbett (Stelle, wo das kranke Wild lag), prüft man:

  • Ist der Schweiß darin warm? -> Das Wild ist gerade erst aufgestanden (wir sind zu nah!). Abbrechen und warten, sonst hetzt man es zu Tode.
  • Ist es kalt/starr? -> Wild ist weitergezogen.

6. Rechtliche Aspekte (Wildfolge)

  • Grenze: Wechselt das kranke Wild über die Reviergrenze, muss die Nachsuche an der Grenze gestoppt werden (außer es gibt eine Wildfolgevereinbarung).
  • Pflicht: Der Nachbar muss unverzüglich verständigt werden.
  • Tierschutz: Die Nachsuche auf Schalenwild muss von einem brauchbaren Hund durchgeführt werden.

Merksatz:"Am Anschuss Ruhe bewahren. Pirschzeichen lesen. Bei Pansen warten (min. 4h), bei Lunge starten. Ein Totverbeller ist Gold wert, ein Hetzhund braucht Schärfe."

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