Einführung in die Hühnervögel (Galliformes)
Hühnervögel sind typische Bodenbrüter mit kräftigen Scharrfüßen. In der Jägerprüfung unterscheidet man meist zwischen Feldhühnern (Fasan, Rebhuhn, Wachtel) und Raufußhühnern (Auerwild, Birkwild – leben im Wald/Gebirge). Hier liegt der Fokus auf den Feldhühnern.
1. Der Fasan (Phasianus colchicus)
Der Fasan ist ein etabliertes Neozoon (aus Asien eingeführt) und unser wichtigstes Flugwild.
A. Aussehen und Merkmale
- Hahn (Männchen):
- Kopf: Dunkelgrün metallisch, mit Federohren ("Schneckerl") und roter, nackter Augenpartie ("Rosen").
- Hals: Oft mit weißem Halsring ("Ringfasan"), bei der Form "Edelfasan" fehlt dieser.
- Ständer (Beine): Haben einen Sporn.
- Altersbestimmung: Sporn kurz/stumpf = Junger Hahn; Sporn lang/spitz = Alter Hahn.
- Lautäußerung: "Gock-gock" beim Aufstehen (der Hahn "gockelt").
- Henne (Weibchen):
- Schlicht braun ("tarnfarben").
- Schwanz (Stoß) deutlich kürzer als beim Hahn.
B. Lebensweise (Prüfungswissen!)
- Eheform: Polygamie (Vielehe). Ein Hahn hat einen Harem aus mehreren Hennen.
- Schlafplatz: Der Fasan baumt auf (schläft nachts auf Bäumen), um sicher vor dem Fuchs zu sein.
- Lebensraum: Braucht Deckung ("Fasanen schießt man mit den Beinen" -> man muss sie heraustreten) und Wasser.
2. Das Rebhuhn (Perdix perdix)
Das Rebhuhn ist der Charaktervogel der offenen Steppe/Feldflur.
A. Aussehen und die "Hufeisen-Falle"
- Allgemein: Rundlich, gedrungen, graue Brust, rostbrauner Kopf.
- Sozialverband: Lebt im Familienverband, der "Kette" genannt wird.
- Geschlechtsbestimmung (WICHTIG!):
- Mythos: Der braune Hufeisenfleck auf der Brust kennzeichnet den Hahn. -> Falsch! Auch alte Hennen haben oft einen Fleck.
- Wahrheit (Prüfung): Man schaut auf die Schulterfedern (Flügeldeckfedern).
- Hahn: Ein heller Längsstrich ("Der Hahn zieht einen Strich").
- Henne: Helle Querstreifen ("Die Henne trägt das Kreuz" / Leiterzeichnung).
B. Lebensweise
- Eheform: Monogamie (Jahresehe). Ein Hahn und eine Henne finden sich und ziehen gemeinsam die Jungen auf. Beide führen die Küken!
- Schlafplatz: Das Rebhuhn nächtigt am Boden (in der Sasse), niemals auf Bäumen.
- Problem: Hohe Verluste durch landwirtschaftliche Maschinen und Prädatoren (Fuchs).
- Ernährung: Küken brauchen in den ersten Wochen zwingend tierisches Eiweiß (Insekten). Fehlen Insekten (Pestizide), verhungern die Küken.
3. Die Wachtel (Coturnix coturnix)
Wird oft in einem Atemzug genannt.
- Größe: Unser kleinster Hühnervogel ("Feldspatz unter den Hühnern").
- Besonderheit: Die Wachtel ist der einzige Hühnervogel, der ein Zugvogel ist (zieht im Winter nach Afrika).
- Ruf: "Bück-den-Rück" (Wachtelschlag).
- Status: In Deutschland ganzjährig geschont.
4. Zusammenfassung: Fasan vs. Rebhuhn
Dieser Vergleich wird oft in der mündlichen Prüfung verlangt.
MerkmalFasanRebhuhnEheformPolygamie (Harem)Monogamie (Paar)Wer führt Küken?Nur die Henne ("Gesperre")Beide Eltern ("Kette")SchlafplatzBaumt auf (Baum)Schläft am BodenGeschlechterStarker Dimorphismus (bunt vs. braun)Kaum Dimorphismus (Schulterfedern!)HerkunftEingebürgert (Asien)Heimisch
Merksatz:"Der Fasanenhahn ist ein Macho (viele Frauen, kümmert sich nicht um Kinder, schläft im Baum). Der Rebhuhnhahn ist ein braver Familienvater (eine Frau, hilft bei der Erziehung, bleibt am Boden)."
