Die Drückjagd: Effizienz und Sicherheit
Die Drückjagd ist eine Bewegungsjagd auf Schalenwild (Reh, Sau, Rotwild) und Fuchs. Sie findet im Herbst/Winter statt.
1. Definition und Abgrenzung (Prüfungswissen!)
Wie unterscheidet sich die Drückjagd von der Treibjagd?
- Drückjagd:
- Wildart: Schalenwild (Kugel).
- Methode: Wenige Treiber und langsam arbeitende Hunde "drücken" das Wild sanft aus den Einständen.
- Tempo: Das Wild soll "vertraut" (langsam, sichernd) kommen.
- Vorteil: Der Jäger hat Zeit zum sauberen Ansprechen (Alter/Geschlecht) und für einen präzisen Schuss.
- Treibjagd:
- Wildart: Niederwild (Hase, Fasan -> Schrot).
- Methode: Viele Treiber machen Lärm ("Ho-Rüd-Ho"), schnelle Hunde.
- Tempo: Das Wild flüchtet panisch ("hochflüchtig").
2. Sicherheit (UVV Jagd) – Lebenswichtig!
Bei keiner Jagdart passieren mehr Unfälle. Daher gelten strengste Regeln (VSG 4.4):
- Signalkleidung (Warnkleidung):
- PFLICHT für ALLE: Schützen, Treiber und Hundeführer müssen Signalband oder Warnwesten tragen (Blaze Orange/Rot).
- Grund: Unterscheidung von Wild und Mensch im dichten Bestand.
- Kugelfang:
- Schüsse nur bei gewachsenem Boden als Hintergrund.
- Niemals in Richtung Horizont oder unübersichtliches Dickicht.
- Standruhe:
- Der Stand darf während des Treibens unter keinen Umständen verlassen werden (Lebensgefahr durch Nachbarschützen!).
- Schussbereich:
- Vor Beginn verständigen sich Nachbarn über ihre Positionen.
- Kein Durchschwingen der Waffe durch die Schützenlinie!
3. Ablauf und Organisation
- Anstellen: Die Schützen werden leise zu den Ständen gebracht (Wind beachten!).
- Laden: Erst auf dem Stand wird die Waffe geladen.
- Das Treiben: Die Hunde (Stöberhunde) suchen selbstständig großräumig. Treiber gehen langsam durch die Dickungen.
- Hahn in Ruh: Mit dem Abblasen (Jagdhornsignal) oder einer festen Uhrzeit endet die Jagd sofort. Waffen entladen!
- Versorgung: Erst jetzt wird das erlegte Wild geborgen (zum Streckenplatz gebracht) und versorgt (aufgebrochen).
4. Wildbrethygiene bei Drückjagden
Da oft viel Wild in kurzer Zeit fällt:
- Aufbrechen: Erfolgt heute meist zentral an einem "Aufbrechplatz" (Hygienestation) durch Profis oder unter fließendem Wasser, nicht mehr am Anschuss im Dreck.
- Auskühlen: Wildkörper dürfen nicht übereinander gestapelt werden (Verhitzungsgefahr!).
5. Jagdstrategie: Intervalljagd
Um Wildschäden zu vermeiden und den Jagderfolg zu sichern, setzt man auf Intervalljagd statt Dauer-Ansitz.
- Prinzip: Kurze Phasen intensiver Bejagung (z. B. 2–3 Drückjagden im Herbst) wechseln sich mit langen Ruhephasen ab.
- Effekt: Das Wild wird nicht dauerhaft scheu ("nachtaktiv geschossen"), sondern nutzt die Äsungsflächen auch tagsüber, was die Bejagung erleichtert.
Merksatz:Bei der Drückjagd kommt das Wild vertraut (langsam), bei der Treibjagd flüchtig (schnell). Warnkleidung ist für jeden Teilnehmer Pflicht!
