Der Waldbrand im Hohen Venn hat mehr als 3.000 Hektar Wald und Moor erfasst; die Brandlinie liegt rund 2,3 Kilometer vor der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Regen hat die offenen Flammen gedämpft, doch glimmender Torf macht das Feuer berechenbar langsam – und zugleich schwer endgültig zu stoppen.
| Bereich | Lage am 18. August, 03:01 Uhr | Konsequenz |
| Hohes Venn, Belgien | mehr als 3.000 Hektar betroffen, Brand nicht unter Kontrolle | Sperrungen und Löscheinsatz dauern an |
| Ruitzhof und Geisberg bei Kalterherberg | seit Sonntagabend evakuiert | Rückkehr war in der Nacht weiter nicht freigegeben |
| Sourbrodt, Belgien | rund 500 Bewohner durften zurück | mehrere Straßen im Umfeld bleiben gesperrt |
| Deutsche Grenzseite | Brandlinie etwa 2,3 Kilometer entfernt | Einsatzkräfte kontrollieren und bewässern gefährdete Bereiche |
Der Regen erreicht die Oberfläche, die Glut sitzt tiefer
Der aktuelle WDR-Liveticker beziffert die betroffene Fläche auf mehr als 3.000 Hektar und damit auf den größten dokumentierten Waldbrand Belgiens. Die Intensität sei geringer als am Vortag, eine Entwarnung gebe es aber nicht. Besonders schwierig ist der brennende Torfboden: Schweres Gerät kann in dem weichen Untergrund versinken, während Glut unter der nassen Oberfläche weiterwandert und bei Wind erneut aufflammt. Löschflugzeuge und Hubschrauber aus den Niederlanden, Schweden und Tschechien unterstützen deshalb die Kräfte am Boden.
Regen wirkt bei einem Moorbrand anders als bei einem oberflächlichen Vegetationsfeuer. Wasser kühlt zunächst Gras, Heide und die oberste Torfschicht. Hat sich die Glut bereits in den trockenen organischen Boden gefressen, muss der Torf jedoch bis in die betroffene Tiefe durchfeuchtet werden. Genau das erklärt, warum nachlassende Flammen und sichtbarer Wasserdampf noch keine Kontrolle des Brandes bedeuten.
Zwei Straßenzüge bleiben leer, obwohl die Lage ruhiger wirkt
Die Stadt Monschau hatte Ruitzhof und Geisberg am Sonntagabend sofort räumen lassen. Am Montag blieb die Evakuierung bestehen; zugleich sollten Fenster und Türen wegen starker Rauchbildung geschlossen bleiben. Die deutsche Einsatzleitung sitzt in Kalterherberg. In mehreren Schichten waren in der Nacht insgesamt 240 Kräfte von Feuerwehren, Technischem Hilfswerk, Rettungsdiensten und Polizei im Einsatz.
Die Lage auf deutscher Seite galt am Montagabend als statisch. Das ist keine Freigabe für Zufahrten, Reviergänge oder private Erkundungen. Die Windrichtung kann den Schwerpunkt des Feuers verlagern, und rund um Sourbrodt sind trotz der Rückkehr der Bewohner weiterhin Straßen gesperrt. Wer Absperrungen umfährt, nimmt Einsatzwegen Platz und kann in Zonen geraten, in denen sich Glutnester unter der Oberfläche nicht erkennen lassen.
Für Reviere an der Venn-Grenze
Reviergänge, Ansitze und Wildkamerakontrollen in evakuierten oder gesperrten Bereichen aussetzen.
Absperrungen und Anweisungen der Einsatzkräfte auch dann befolgen, wenn kein offenes Feuer zu sehen ist.
Bei Rauch Fenster und Türen geschlossen halten; gesundheitliche Notfälle über 112 melden.
Lageänderungen über NINA und die laufenden Meldungen der Stadt Monschau prüfen.
Verletztes oder eingeschlossenes Wild nicht auf eigene Faust suchen, sondern den Fundort der Einsatzleitung melden.
Aus 3.000 Hektar folgt noch keine Schadensbilanz
Wie viel Moor dauerhaft geschädigt ist, lässt sich während des laufenden Einsatzes nicht seriös beziffern. Ebenso offen sind Brandursache, Zeitpunkt der vollständigen Kontrolle und die Rückkehr der evakuierten Menschen. Auch Folgen für Wildbestände können erst nach Freigabe und systematischer Erfassung beurteilt werden. Sicher ist bislang nur: Die verbrannte Fläche ist außergewöhnlich groß, und der Torf verlängert die Gefahrenlage über das sichtbare Feuer hinaus.
Für die Revierpraxis zählt die amtliche Freigabe, nicht der Blick auf den Himmel. Wie schnell trockener Wald zur Einsatzfläche wird, zeigt der Waldbrand bei Plauen. Die dauerhaften Vorsichtsregeln bündelt unser Beitrag zur Waldbrandgefahr bei der Jagd; warum Betretungsverbote auch nach einem Ereignis fortbestehen können, erklärt die Sperrung nach Sturmschäden in der Sächsischen Schweiz. Weitere aktuelle Lagen stehen in den Nachrichten.
Quelle
Stand: 18. August 2026, 03:01 Uhr. Grundlage sind der WDR-Liveticker zum Brand im Hohen Venn und die laufend aktualisierte Bürgerinformation der Stadt Monschau. Die Einsatzlage kann sich kurzfristig ändern.