So viele Jungjäger wie nie zuvor: 18.423 Menschen haben 2025 in Deutschland die staatliche Jägerprüfung bestanden – ein Rekord. Doch die frohe Botschaft hat eine zweite Seite. Die Durchfallquote ist auf 24 Prozent geklettert. Das „grüne Abitur" bleibt eine echte Hürde, und genau das ist gewollt.
Die Zahlen stammen aus der aktuellen Auswertung des Deutschen Jagdverbands (DJV), veröffentlicht auf dem Bundesjägertag in Suhl. Sie beziehen sich auf das Prüfungsjahr 2025.
Was ist passiert?
Der DJV hat neue Zahlen zur Jägerprüfung vorgelegt – und die zeigen einen klaren Trend: Das Interesse an der Jagd wächst seit Jahren. Innerhalb der vergangenen zwei Jahrzehnte hat sich die Zahl der bestandenen Prüfungen mehr als verdoppelt. 2025 legten 18.423 Prüflinge ihre Prüfung erfolgreich ab.
Regional verteilt sich der Nachwuchs sehr unterschiedlich. Die mit Abstand meisten bestandenen Prüfungen entfielen auf die flächenstarken Jagdländer im Süden und Norden.
| Bundesland | Bestandene Prüfungen 2025 |
| Bayern | 4.942 |
| Niedersachsen | 4.610 |
| Baden-Württemberg | 1.494 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 1.466 |
„Das Interesse an der Jagd wächst kontinuierlich. Aber das Grüne Abitur gibt es nicht geschenkt", sagte DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke. Die Hürden seien hoch, die Prüfung funktioniere weiterhin gut als Filter.
Warum fällt fast jeder Vierte durch?
Parallel zum Rekord bei den Bestehern ist auch die Zahl der Durchfaller gestiegen – um rund ein Drittel auf mittlerweile 24 Prozent. Anders gesagt: Fast jeder vierte Prüfling schafft es beim Antritt nicht.
Der Schießteil verzeiht keine Fehler
Fehler beim Umgang mit der Waffe oder schlechte Schießleistungen führen zum sofortigen Nichtbestehen – sie lassen sich nicht durch gute Ergebnisse in anderen Prüfungsteilen ausgleichen. Sicherheit steht in der Jägerprüfung über allem.
Die staatliche Prüfung besteht aus drei Teilen: einem schriftlichen, einem mündlich-praktischen und dem Schießen. Geprüft wird ein breites Themenspektrum – von der Jagdpraxis über Wildbiologie und Tierkrankheiten bis zum Waffen- und Naturschutzrecht. Wer nur auswendig lernt, aber die Praxis vernachlässigt, kommt schnell an seine Grenzen.
Wer macht den Jagdschein – und warum?
Der typische Jungjäger ist längst nicht mehr nur männlich. Erste Ergebnisse der laufenden DJV-Jungjägerbefragung zeigen: Der Frauenanteil liegt inzwischen bei 29 Prozent – ein Anstieg um fast die Hälfte innerhalb von 15 Jahren. An der Befragung nahmen bislang rund 4.200 Menschen teil.
Und die Motive? Die Lust am Schießen steht gerade nicht im Vordergrund.
Das treibt Jungjäger an
Intensives Naturerlebnis: 69 %
Beitrag zum aktiven Naturschutz: 63 %
Wildfleisch als Lebensmittel: 46 %
Weit abgeschlagen
Interesse an Waffen: 5 %
Das Bild vom Jäger, dem es vor allem ums Schießen geht, deckt sich also kaum mit den Beweggründen der neuen Generation.
Was bedeutet das für dich?
Wenn du selbst mit dem Gedanken spielst, den Jagdschein zu machen, sind die Zahlen ein doppeltes Signal: Du bist in guter Gesellschaft – aber unterschätze die Prüfung nicht.
So gehst du die Prüfung an
Früh mit dem Schießen anfangen. Der Schießteil ist die häufigste Stolperfalle. Routine auf dem Stand baust du nur über viele Übungstermine auf, nicht in der Prüfungswoche.
Praxis und Theorie verzahnen. Wildbiologie, Waffenrecht und Jagdpraxis greifen ineinander. Reines Auswendiglernen reicht in der mündlich-praktischen Prüfung nicht.
Regelmäßig statt punktuell lernen. Verteile den Stoff über Wochen. Kurze, tägliche Lerneinheiten schlagen das Nachtvor-der-Prüfung-Bulimielernen.
Fragen simulieren. Übe mit echten Prüfungsfragen deines Bundeslandes, denn Fach- und Rechtsfragen unterscheiden sich je nach Land.
Hintergrund: So läuft die staatliche Jägerprüfung
Der DJV empfiehlt für die Vorbereitung mindestens 120 Stunden Theorieunterricht plus 40 bis 50 Stunden Praxis. Damit ist der Jagdschein einer der aufwendigeren Sachkundenachweise in Deutschland – der Vergleich mit einem „Abitur" kommt nicht von ungefähr.
Nach der Prüfung ist noch nicht Schluss
Mit dem Bestehen allein ist der Jagdschein noch nicht in der Tasche. Anschließend prüfen die zuständigen Behörden die waffenrechtliche Zuverlässigkeit und die persönliche Eignung. Abfragen bei Polizei und Verfassungsschutz gehören zum Standard, teils wird ein medizinisches Gutachten verlangt. Erst nach einwandfreier Prüfung wird der Jagdschein ausgestellt.
Häufige Fragen
Wie viele Menschen haben 2025 die Jägerprüfung bestanden?
18.423 Prüflinge legten 2025 ihre staatliche Jägerprüfung erfolgreich ab – laut DJV ein Rekordwert. In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl mehr als verdoppelt.
Wie hoch ist die Durchfallquote bei der Jägerprüfung?
Die Durchfallquote liegt aktuell bei rund 24 Prozent und ist in den vergangenen 20 Jahren um etwa ein Drittel gestiegen. Besonders der Schießteil sortiert Prüflinge aus, weil Fehler dort nicht ausgleichbar sind.
Wie lange dauert die Vorbereitung auf den Jagdschein?
Der DJV empfiehlt mindestens 120 Stunden Theorie und zusätzlich 40 bis 50 Stunden Praxis. Je nach Jagdschule und Lerntempo verteilt sich das auf mehrere Wochen bis Monate.
Bereit für deine eigene Jägerprüfung? Mit der Jagdkompass-App lernst du strukturiert mit echten Prüfungsfragen deines Bundeslandes – genau dort, wo die meisten scheitern. Starte deine Vorbereitung auf den Jagdschein und wirf einen Blick in weitere Nachrichten aus der Jagdwelt. Wenn es später konkret wird, helfen dir unsere Ratgeber zu Kosten und Fristen beim Jagdschein, zur Waffenbesitzkarte für Jäger und zur Schusssicherheit im Revier weiter.
Quelle
Zahlen und Zitate: Deutscher Jagdverband (DJV), „So viel Jägernachwuchs wie noch nie", 3. Juli 2026. www.jagdverband.de