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Heimische Schlangen in Deutschland: Die 6 Arten erkennen – und was Jäger zur Kreuzotter wissen müssen

Sechs Schlangenarten leben in Deutschland, nur zwei sind giftig. Zum Weltschlangentag: So erkennst du Kreuzotter & Co. – und warum alle unter strengem Schutz stehen.

LMLorena de Marco18. Juli 2026Schlangen, Kreuzotter, Artenschutz
Heimische Schlangen in Deutschland: Die 6 Arten erkennen – und was Jäger zur Kreuzotter wissen müssen

Zum Weltschlangentag am 16. Juli rücken die heimischen Schlangen in Deutschland wieder in den Fokus – und mit der Badesaison häufen sich Begegnungen an Seen und Ufern. Dabei leben bei uns nur sechs Schlangenarten, von denen gerade einmal zwei überhaupt giftig sind. Für Jäger und Jagdschein-Anwärter lohnt der genaue Blick: Alle heimischen Schlangen stehen unter Schutz, und ihre Bestimmung gehört zum sicheren Wildbiologie-Wissen.

Wichtig

Keine heimische Schlange darf gefangen, verletzt oder getötet werden – sie sind sämtlich besonders geschützt. Wer eine Schlange am Wasser oder im Revier trifft, lässt sie in Ruhe ziehen. Anfassen provoziert nur Stress und Abwehrbisse.

Was ist passiert?

Der Weltschlangentag („World Snake Day") am 16. Juli wirbt weltweit für ein sachlicheres Bild der ungeliebten Kriechtiere und will Ängste und Vorurteile abbauen. In Deutschland fällt der Aktionstag mitten in die warme Jahreszeit, in der Schlangen am aktivsten sind – und in der Badegäste ihnen am ehesten begegnen.

Laut Naturschutzverbänden wie dem NABU und der Deutschen Wildtier Stiftung geben gerade Sichtungen im Wasser immer wieder Anlass zur Sorge, meist völlig unbegründet: In deutschen Gewässern schwimmen praktisch nur Ringelnatter und die seltene Würfelnatter – beide sind ungiftig und für den Menschen harmlos. Fachleute raten trotzdem zur Zurückhaltung: nicht nach dem Tier greifen, sondern es ruhig vorüberziehen lassen.

Die sechs heimischen Schlangenarten

In Deutschland kommen sechs Schlangenarten vor – zwei Vipern und vier Nattern. Nur die beiden Vipern besitzen Gift.

ArtFamilieGiftig?Merkmal
KreuzotterViperJaDunkles Zickzackband, senkrechte Pupille
AspisviperViperJaNur im Südschwarzwald, leicht aufgeworfene Schnauze
RingelnatterNatterNeinHelle „Mondflecken" hinter dem Kopf, guter Schwimmer
WürfelnatterNatterNeinWürfelartiges Muster, lebt stark am Wasser
SchlingnatterNatterNeinSchlank, dunkles Nackenband, oft verwechselt mit Kreuzotter
ÄskulapnatterNatterNeinGrößte heimische Schlange, glänzend, kletterfreudig
Ringelnatter mit hellen Nackenflecken im Gras
Ringelnatter (Natrix natrix) in Schleswig-Holstein – die häufigste und völlig ungiftige heimische Art, ein ausgezeichneter Schwimmer. Foto: 5snake5 / Wikimedia Commons (CC0).

Wichtig für die Bestimmung: Die Blindschleiche ist trotz ihres Aussehens keine Schlange, sondern eine beinlose Echse – ein Klassiker unter den Verwechslungen und ein beliebtes Prüfungsdetail.

Gift oder harmlos? Kreuzotter und Aspisviper

Die Kreuzotter ist die einzige weiter verbreitete Giftschlange Deutschlands. Sie ist an ihrem dunklen Zickzackband und der senkrecht geschlitzten Pupille zu erkennen. Ihr Biss ist schmerzhaft, für gesunde Erwachsene aber nur selten lebensbedrohlich; medizinische Abklärung ist trotzdem Pflicht. Die Kreuzotter steht in mehreren Bundesländern auf der Roten Liste und gilt als stark gefährdet.

Die Aspisviper kommt in Deutschland nur noch in einem winzigen Reliktvorkommen im Südschwarzwald vor. Auch sie ist giftig, für die allermeisten Menschen im Land aber schlicht nie anzutreffen.

Äskulapnatter, glänzend und schlank, an einem Ast
Die Äskulapnatter (Zamenis longissimus) ist mit bis zu zwei Metern die größte heimische Schlange – ungiftig und ein geschickter Kletterer. Foto: Arthur Badel / Wikimedia Commons (CC BY 4.0).

Was bedeutet das für Jäger?

Schlangen sind kein jagdbares Wild: Alle heimischen Arten unterliegen dem Bundesnaturschutzgesetz und der Bundesartenschutzverordnung und sind besonders, teils streng geschützt. Für die Praxis im Revier heißt das vor allem, sie sicher anzusprechen und in Ruhe zu lassen.

Konkret im Revier

  • Kreuzotter am Zickzackband und der Schlitzpupille erkennen – rundliche Pupille spricht für eine harmlose Natter.

  • Blindschleiche nicht mit einer Schlange verwechseln: Sie ist eine geschützte Echse.

  • Bei einem Kreuzotterbiss (Mensch oder Hund) ruhig bleiben, ruhigstellen und ärztlich bzw. tierärztlich abklären lassen.

  • Keine Schlange fangen, umsetzen oder töten – das ist bei allen heimischen Arten verboten.

Hintergrund: Warum die Bestände schrumpfen

Lebensraum als Schlüssel

Nach Angaben von Naturschutzverbänden gehen die Bestände vieler heimischer Schlangen zurück, einzelne Arten sind stark gefährdet. Hauptursache ist der Verlust geeigneter Lebensräume – trockenwarme Säume, Steinriegel, Feuchtwiesen und strukturreiche Uferzonen verschwinden. Genau solche Strukturen zu erhalten, ist auch ein Beitrag zum Artenschutz, den Jäger und Reviere leisten können.

Wer Arten sicher ansprechen lernt, tut sich auch bei anderen Gruppen leichter – etwa bei der Bestimmung heimischer Greifvögel am Flugbild oder bei geschützten Rückkehrern wie der Wildkatze in Deutschland.

Häufige Fragen

Wie viele Schlangenarten gibt es in Deutschland?

Sechs: Kreuzotter und Aspisviper (beide giftig) sowie Ringelnatter, Würfelnatter, Schlingnatter und Äskulapnatter (alle ungiftig).

Sind Schlangen im Badesee gefährlich?

Nein. Im Wasser trifft man fast ausschließlich Ringel- oder Würfelnatter – beide sind ungiftig und harmlos. Am besten nicht anfassen und vorüberziehen lassen.

Darf man eine Schlange im Revier töten?

Nein. Alle heimischen Schlangenarten sind gesetzlich geschützt und dürfen weder gefangen noch verletzt oder getötet werden.

Würfelnatter mit würfelartigem Muster am Gewässerrand
Die Würfelnatter (Natrix tessellata) ist eine ungiftige, stark ans Wasser gebundene Art – wie die Ringelnatter eine gute Schwimmerin. Foto: Henry Sonnet / Wikimedia Commons (CC BY 4.0).

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Quelle

Fachliche Grundlage: NABU (Naturschutzbund Deutschland) sowie Planet Wissen (WDR) zu den heimischen Schlangenarten und ihrem Schutzstatus. Anlass: Weltschlangentag am 16. Juli. Zur NABU-Übersicht heimischer Reptilien

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