Wer die Jägerprüfung frisch in der Tasche hat und vor der ersten Bewegungsjagd noch Schießpraxis braucht, hat dafür in diesem Herbst genau zwei Termine in Reichweite von Hamburg: den 8. und den 9. Oktober auf dem Schießstand Garlstorf. Die Anmeldung für beide Seminare endete am 30. September; wer jetzt noch mitwill, braucht einen der 16 Plätze, der frei geblieben ist.
Zwei Tage, zwei Waffenarten, eine abgelaufene Frist
Der Landesjagd- und Naturschutzverband Hamburg legt seine beiden Einsteigerkurse auf aufeinanderfolgende Tage – der Donnerstag gehört der Büchse, der Freitag der Flinte. Beide richten sich ausdrücklich an Teilnehmer, die gerade die Jägerprüfung bestanden haben, und beide schließen mit einem Schießnachweis ab.
| Drückjagdseminar | Grundlagen des Flintenschießens | |
| Termin | Donnerstag, 8. Oktober 2026 | Freitag, 9. Oktober 2026 |
| Zeit | 12:00 bis gegen 17:00 Uhr | 10:30 bis gegen 15:00 Uhr |
| Plätze | 10 | 6 |
| Gebühr | 80,00 € | 80,00 € |
| Mitbringen | eigene Büchse, möglichst hochwildtaugliches Kaliber, rund 80 Schuss Munition | eigene Flinte von Vorteil, Schrot maximal 2 mm |
| Nachweis | Schießnachweis Büchse | Schießnachweis Flinte |
| Anmeldeschluss | 30. September 2026 (abgelaufen) | 30. September 2026 (abgelaufen) |
Angemeldet wurde über die Geschäftsstelle in der Hansastraße 5 in 20149 Hamburg, telefonisch unter 040/44 77 12 oder per E-Mail an info@ljv-hamburg.de; die Anmeldung ist verbindlich, die Gebühr wird danach in Rechnung gestellt. Die Munition ist in beiden Fällen nicht enthalten – bei 80 Schuss im hochwildtauglichen Kaliber ist das ein eigener Posten. Eine Nachmeldefrist nennt der Verband nicht, eine Ausbuchungsmeldung ebenso wenig (Stand 28. September 2026). Ob ein Platz frei ist, klärt deshalb nur ein Anruf unter derselben Nummer.
Gefahren wird an beiden Tagen nicht nach Hamburg, sondern in die Lüneburger Heide: Schießstand Garlstorf, Zur Osterheide 100, 21376 Garlstorf am Walde, Telefon 04172 8113. Betrieben wird die Anlage von der Jägerschaft Landkreis Harburg zusammen mit der Schießstand Garlstorf gGmbH.
Der eigentliche Engpass sind die sechs Plätze am Flintentag. Wer auf einen Restplatz hofft, hat am Donnerstag mit zehn Plätzen die besseren Chancen. Wie die beiden Seminartage ablaufen und wie man nach Garlstorf kommt, steht in unserem Serviceteil für Angemeldete.
Der laufende Keiler: fünf Schuss auf ein Ziel, das nicht wartet
Das Drückjagdseminar beginnt mit einer Stunde Theorie und geht dann auf den laufenden Keiler – eine Scheibe in Form eines Schwarzkittels, die auf einer Schienenbahn quer durch den Stand gezogen wird. Geschossen wird aus dem jagdlichen Anschlag, also stehend freihändig oder angestrichen, so wie es auf dem Drückjagdbock auch wäre. Wer nachweispflichtig schießt, braucht fünf Schuss und mindestens 30 Ringe.
Die Schwierigkeit liegt nicht im Zielen, sondern im Vorhalten: Die Kugel braucht Zeit bis zur Scheibe, das Stück läuft weiter, und der Haltepunkt muss vor dem Blatt liegen. Genau das lässt sich nur am bewegten Ziel üben.
Im Anschluss geht es ins Schießkino: eine Projektionsanlage, auf der jagdliche Sequenzen ablaufen und der Treffer elektronisch im Filmbild registriert wird. Anders als am Keilerstand ist dort auch die Entscheidung Teil der Übung – ob überhaupt geschossen wird, ob der Kugelfang steht, ob das Stück frei ist.
Am Flintentag stehen zwei verschiedene Aufgaben nebeneinander
Der Freitag beginnt auf dem kleinen Trapstand. Dort kommen die Wurfscheiben aus einem Graben vor der Schützenlinie und fliegen vom Schützen weg – immer in dieselbe Richtung, mit wechselndem Winkel. Das ist die einfachere Aufgabe und die richtige, um Anschlag, Waffenführung und Vorhalten überhaupt erst zu lernen.
Nach der Mittagspause wechselt der Kurs auf den Flintenparcours. Dort geht die Gruppe von Stand zu Stand, und jeder Stand hat ein eigenes Wurfbild: hoch überkommend wie eine Taube, flach kreuzend wie ein Feldhuhn, rollend über den Boden wie ein Hase. Gewertet wird beim Wurfscheibenschießen nur Treffer oder Fehler, nicht die Zahl der Splitter. Wie dasselbe Prinzip im Wettkampf aussieht, zeigt die DM FITASC Parcours am Dornsberg.
Der Nachweis allein kostete 15 statt 80 Euro
Der Verband hat den Schießnachweis Büchse auch ohne Seminar angeboten, an eigenen Terminen im September. Der letzte davon war der 30. September, 16:00 bis 19:00 Uhr; verlangt waren fünf Schuss auf den laufenden Keiler aus jagdlichem Anschlag, hochwildtaugliches Kaliber, mindestens 30 Ringe, für 15,00 Euro je Durchgang. Einen weiteren Nachweistermin für 2026 führt die Seminarseite nicht (Stand 28. September 2026).
Damit bleibt beim LJV Hamburg in diesem Herbst nur noch ein Weg zum Nachweis: das Drückjagdseminar selbst, das ihn am Ende ausstellt. Es kostet 65 Euro mehr als der reine Nachweis, bringt dafür aber Theorie, Schießkino und einen Ausbilder mit. Wer routiniert schießt und nur das Papier braucht, fragt bei seiner Kreisjägerschaft oder am Stand nach eigenen Terminen.
Nach dem Anmeldeschluss (Stand 28. September 2026)
Bei der Geschäftsstelle anrufen und nach einem Restplatz fragen, Wunschseminar samt Datum nennen – eine Zusage ist verbindlich.
Munition rechtzeitig beschaffen: rund 80 Schuss für den Büchsentag, Schrot bis 2 mm für den Flintentag.
Bei der eigenen Büchse prüfen, ob das Kaliber als hochwildtauglich gilt.
Ohne eigene Flinte vorher fragen, ob eine Leihwaffe gestellt werden kann – der Verband nennt dazu nichts.
Wenn nur der Nachweis fehlt: bei der eigenen Kreisjägerschaft oder am Stand nach weiteren Terminen fragen.
Die Anfahrt nach Garlstorf einplanen – Zur Osterheide 100, 21376 Garlstorf am Walde.
Was der Verband nicht ausschreibt
Für welchen Stand die Nachweistermine galten, stand nicht in der Ausschreibung – Garlstorf ist der Stammstand, an dieser Stelle genannt wird er aber nicht, und aus dem dortigen Keilerstand folgt kein Ort für den Nachweis. Ebenso wenig ist geregelt, ob Leihwaffen zur Verfügung stehen, ob Mitglieder eine ermäßigte Seminargebühr zahlen, ob und wie sich eine verbindliche Anmeldung stornieren lässt und wie viele der 10 beziehungsweise 6 Plätze noch frei sind. Für den Standbetrieb selbst hat der Verband einen Nutzungsvertrag, aus dem vergünstigte Konditionen für Mitglieder folgen; ob das auf diese Seminare durchschlägt, ist nicht ausgewiesen.
Häufige Fragen zu den beiden Kursen
Muss ich Mitglied im LJV Hamburg sein?
Der Verband spricht in beiden Ausschreibungen von einem Angebot „seinen Mitgliedern" gegenüber und nennt keine abweichende Gebühr für Nichtmitglieder. Wer nicht Mitglied ist, klärt das vor der Anmeldung.
Reicht ein Seminartag für die Drückjagdsaison?
Der Kurs stellt einen Schießnachweis für das Büchsenschießen aus. Ob der jeweilige Jagdherr ihn anerkennt, entscheidet er selbst – die Anforderungen an Schießnachweise sind bundesweit nicht einheitlich.
Wie eine Bewegungsjagd organisiert wird und welche Sicherheitsregeln am Stand gelten, steht in unserem Beitrag zur Drückjagd; was in den Rucksack gehört, sammelt die Packliste für den Drückjagdtag. Weitere Termine und Fristen führen wir unter Messen & Veranstaltungen.
Frisch durch die Prüfung? Die Jagdkompass-App wiederholt Waffenhandhabung, Munitionskunde und die Sicherheitsregeln am Stand – dieselben Inhalte, die vor dem ersten Seminartag sitzen sollten.
Quelle
Termine, Uhrzeiten, Teilnehmerzahlen, Gebühren, Anmeldeweg und Anmeldeschlüsse beider Seminare sowie die Nachweistermine und die Anforderungen am laufenden Keiler nach der Seite „Seminare" des Landesjagd- und Naturschutzverbands Hamburg. Angaben zum Stammstand und zum Nutzungsvertrag nach der Seite „Schießstände & Termine" desselben Verbands. Anschrift, Telefonnummer und Betreiber des Schießstands Garlstorf nach der Seite „Schießstand Garlstorf" der Jägerschaft Landkreis Harburg. Die Erklärungen zu laufendem Keiler, Schießkino, Trapstand und Flintenparcours sind redaktionelle Einordnung und stehen so in keiner der Ausschreibungen. Alle Seiten abgerufen am 28. September 2026.