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Landeshegeschau M-V 2026: Die Bewertung kostet, das Zuschauen nicht

In Bollewick werden am 26. September Trophäen bewertet – 55 Euro für Mitglieder, 120 für alle anderen, und zwar pro Stück. Der Schautag am Sonntag ist kostenlos.

LMLorena de Marco14. September 2026Landeshegeschau, Trophäenbewertung, Bollewick
Landeshegeschau M-V 2026: Die Bewertung kostet, das Zuschauen nicht

Wer in Mecklenburg-Vorpommern eine Trophäe bewerten lassen will, hat dafür am 26. September 2026 genau drei Stunden: Angeliefert wird ausschließlich am Samstagvormittag zwischen 9 und 12 Uhr in der Scheune Bollewick. Die Gebühr fällt pro Stück an und wird bar vor Ort bezahlt – der Schautag am Sonntag dagegen kostet keinen Eintritt.

Zwei Tage, zwei völlig verschiedene Rechnungen

Der Landesjagdverband Mecklenburg-Vorpommern legt Landestrophäenbewertung und Landeshegeschau auf ein Wochenende, trennt sie aber sauber: Der Samstag gehört den Erlegern, der Sonntag dem Publikum. Wer nur schauen will, muss am Samstag nicht anreisen – und zahlt am Sonntag nichts.

TerminSa 26.09.2026, 09:00 Uhr bis So 27.09.2026, 17:30 Uhr
OrtDie Scheune Bollewick, Dudel 1, 17207 Bollewick (bei Röbel)
TrophäenanlieferungSamstag 09:00–12:00 Uhr
Gebühr Mitglieder55,00 € pro Trophäe
Gebühr Nichtmitglieder120,00 € pro Trophäe
Zahlungausschließlich bar vor Ort
Hegeschau am Sonntag10:00–18:00 Uhr, Eintritt frei
AnmeldungOnline-Formular des Verbands
Kontakt03871 6312-0

Die 55 Euro sind der Satz für Verbandsmitglieder. Nichtmitglieder zahlen 120 Euro, also mehr als das Doppelte – und beide Beträge gelten je Trophäe, nicht je Person. Wer drei Stücke bringt, rechnet mit 165 beziehungsweise 360 Euro, und zwar in bar: Eine Kartenzahlung ist nicht ausgewiesen.

Große Feldsteinscheune mit rotem Ziegeldach in Bollewick in Mecklenburg
Die Scheune Bollewick, nach eigenen Angaben die größte Feldsteinscheune Deutschlands, ist Anlieferstelle am Samstag und Ausstellungshalle am Sonntag. Foto: Bybbisch94, Christian Gebhardt / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Was in die Anmeldung gehört – und was daraus wird

Angemeldet wird über ein Formular auf der Verbandsseite. Abgefragt werden Name des Erlegers, Kontaktdaten, Anschrift sowie Jagdscheinnummer und ausstellende Behörde, dazu drei Angaben zum Stück selbst: Wildart, Erlegungsdatum und Erlegungskreis. Zur Auswahl stehen Rot-, Dam-, Schwarz-, Reh- und Muffelwild.

Diese drei Felder sind der eigentliche Zweck der Veranstaltung. Eine Trophäe allein sagt wenig; erst zusammen mit dem Wann und dem Wo wird aus einer Reihe von Geweihen ein Datensatz, an dem sich Altersaufbau und Entwicklung einer Wildart im Land ablesen lassen. Die Arbeitsgruppe Schalenwild des Verbands, die mit den Hegegemeinschaften zusammenarbeitet, unterstützt die Durchführung.

Bewertet wird am Geweih beziehungsweise am Gebrech, und die aussagekräftigsten Merkmale sitzen dort, wo Laien selten hinschauen: an Rosen und Rosenstöcken, an Stangenstärke und Perlung. Sie erlauben die Einordnung nach Altersklassen – die Frage, ob ein Hirsch im richtigen Alter erlegt wurde, ist in der Hegeschau wichtiger als die Zahl der Enden.

Nahaufnahme des Geweihansatzes eines Rothirschs mit Rose und Rosenstock
Rose und Rosenstock am Geweihansatz: An dieser Stelle wird abgeworfen und neu geschoben – Stärke und Form gehören zu den Merkmalen, die eine Trophäe einer Altersklasse zuordnen. Foto: Hannes Grobe / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Wer nicht ausstellen will, holt am Samstag wieder ab

Ein Punkt, den man vor der Anfahrt kennen sollte: Die Bewertung am Samstag und die Ausstellung am Sonntag sind zwei getrennte Schritte. Soll eine Trophäe am Sonntag nicht gezeigt werden, ist sie nach der Bewertung am Samstag wieder mitzunehmen – wer sie liegen lässt, stellt sie aus. Umgekehrt bleibt sie bis Sonntagnachmittag in Bollewick, wenn sie in die Schau soll; die Veranstaltung endet um 17:30 Uhr.

Neu ist in diesem Jahr eine geführte Tour: Der Verband bietet am Sonntag erstmals eine Führung zu den bemerkenswertesten Trophäen an. Uhrzeit, Treffpunkt und Dauer sind bislang nicht veröffentlicht.

Der Sonntag ist zugleich eine Messe – mit Hirschrufern

Die Hegeschau steht am Sonntag nicht für sich. Sie fällt zusammen mit der Messe „Natur, Wild, Fisch", zu der der Jagdverband Müritz in dieselbe Scheune einlädt, von 10 bis 18 Uhr und bei freiem Eintritt. Deren Höhepunkt ist der 18. Norddeutsche Hirschruferwettbewerb.

Hirschrufen heißt: die Lautäußerungen des Rothirschs in der Brunft nachbilden – das dumpfe Röhren des Platzhirschs ebenso wie den kurzen, aggressiven Brunftschrei. Gerufen wird mit Rufgeräten aus Holz, Horn oder Kunststoff, teils auch mit bloßen Händen und der eigenen Stimme; bewertet wird, wie nah die Nachbildung am Original liegt. Wer im Revier schon einmal versucht hat, einen Hirsch an den Wechsel zu holen, weiß, dass die Grenze zwischen überzeugend und lächerlich schmal ist – auf der Bühne wird sie hörbar. Für Kinder gibt es einen eigenen Ruferwettstreit.

Röhrender Rothirsch mit weit geöffnetem Äser während der Brunft
Das Original, das die Wettbewerbsteilnehmer treffen müssen: ein röhrender Hirsch in der Brunft. Ende September steht die Brunft in Norddeutschland auf ihrem Höhepunkt. Foto: Heather Smithers / Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)

Daneben läuft ein Messeprogramm, das über die Jagd hinausgeht: eine Schau-Wildtierzerlegung, Stände von Tierpräparatoren und Jagdschulen, Pilz- und Kräuterberatung für Sammler, das Müritzeum und das Wisentreservat Damerow, Forstamt Wredenhagen und Bauernverband. Neu sind sechs jeweils rund vierzigminütige Fachvorträge im Obergeschoss, stündlich zwischen 11 und 16 Uhr – Themen sind Niederwildbejagung und Prädatoren, Erste Hilfe beim Hund, Ansprechen von Rotwild, Lebensraumanalyse für Rotwild, Wildtierrettung mit Drohnen und Angeln vom Belly Boat. Von 11 bis 17 Uhr steht ein Schießkino zum Üben bereit. Im Außenbereich finden die zweiten Norddeutschen Kettensägemeisterschaften statt, dazu Baumstammwerfen und Infomobile von Jägern und Anglern.

Gruppe von Jagdhornbläsern mit Fürst-Pless-Hörnern im Freien
Bläsergruppen der Region gestalten das Bühnenprogramm. Das kurze Fürst-Pless-Horn in B ist das Signalinstrument der Jagd, das Parforcehorn in Es das größere Konzertinstrument. Foto: K@rl / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Vor der Fahrt nach Bollewick klären

  • Melden Sie jede Trophäe einzeln über das Verbandsformular an – die Gebühr fällt je Stück an.

  • Nehmen Sie Bargeld mit: 55 Euro als Mitglied, 120 Euro sonst, je Trophäe.

  • Planen Sie die Anlieferung vor 12 Uhr ein; ein zweites Zeitfenster gibt es nicht.

  • Entscheiden Sie vorher, ob die Trophäe ausgestellt werden soll – sonst nehmen Sie sie samstags wieder mit.

  • Kommen Sie nur zum Schauen, reicht der Sonntag: Der Eintritt ist frei.

Was noch nicht veröffentlicht ist

Einen Meldeschluss nennt der Verband nicht – das Anmeldeformular steht offen, eine Obergrenze für die Zahl der Trophäen ist nicht ausgewiesen. Offen sind außerdem der Zeitpunkt der Führung, ein Ablaufplan für den Sonntag, die Startzeit des Hirschruferwettbewerbs sowie Angaben zu Parken, Anfahrt ohne Auto und Zahlungsmitteln an den Messeständen. Für den Trophäenteil ist damit alles beisammen, für die Tagesplanung am Sonntag noch nicht.

Zwei Wochen vorher öffnet mit der MeLa in Mühlengeez die zweite große Veranstaltung des Monats in Mecklenburg-Vorpommern. Warum Ende September der richtige Zeitpunkt für einen Rufwettbewerb ist, erklärt unser Beitrag zum Zeitraum der Hirschbrunft. Weitere Termine sammelt die Rubrik Messen & Veranstaltungen.

Quelle

Termin, Uhrzeiten, Anlieferfenster, Gebühren, Zahlungsweise, Anmeldeformular, Wildarten, Rücknahmehinweis und Führung nach der Veranstaltungsseite Landestrophäenbewertung 2026 des Landesjagdverbands Mecklenburg-Vorpommern; Rolle der Arbeitsgruppe Schalenwild nach dessen Fachseite. Öffnungszeiten, Adresse mit Postleitzahl, freier Eintritt, Hirschruferwettbewerb, Vortragsprogramm und Außenprogramm des Sonntags nach der Veranstaltungsankündigung „Natur, Wild, Fisch" der Scheune Bollewick und des Jagdverbands Müritz. Beide Quellen abgerufen am 4. September 2026. Die Erklärung der Bewertungsmerkmale und des Hirschrufens ist redaktionelle Einordnung und steht so in keiner der beiden Ankündigungen.

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