Wer in Mecklenburg-Vorpommern eine Trophäe bewerten lassen will, hat dafür am 26. September 2026 genau drei Stunden: Angeliefert wird ausschließlich am Samstagvormittag zwischen 9 und 12 Uhr in der Scheune Bollewick. Die Gebühr fällt pro Stück an und wird bar vor Ort bezahlt – der Schautag am Sonntag dagegen kostet keinen Eintritt.
Zwei Tage, zwei völlig verschiedene Rechnungen
Der Landesjagdverband Mecklenburg-Vorpommern legt Landestrophäenbewertung und Landeshegeschau auf ein Wochenende, trennt sie aber sauber: Der Samstag gehört den Erlegern, der Sonntag dem Publikum. Wer nur schauen will, muss am Samstag nicht anreisen – und zahlt am Sonntag nichts.
| Termin | Sa 26.09.2026, 09:00 Uhr bis So 27.09.2026, 17:30 Uhr |
| Ort | Die Scheune Bollewick, Dudel 1, 17207 Bollewick (bei Röbel) |
| Trophäenanlieferung | Samstag 09:00–12:00 Uhr |
| Gebühr Mitglieder | 55,00 € pro Trophäe |
| Gebühr Nichtmitglieder | 120,00 € pro Trophäe |
| Zahlung | ausschließlich bar vor Ort |
| Hegeschau am Sonntag | 10:00–18:00 Uhr, Eintritt frei |
| Anmeldung | Online-Formular des Verbands |
| Kontakt | 03871 6312-0 |
Die 55 Euro sind der Satz für Verbandsmitglieder. Nichtmitglieder zahlen 120 Euro, also mehr als das Doppelte – und beide Beträge gelten je Trophäe, nicht je Person. Wer drei Stücke bringt, rechnet mit 165 beziehungsweise 360 Euro, und zwar in bar: Eine Kartenzahlung ist nicht ausgewiesen.
Was in die Anmeldung gehört – und was daraus wird
Angemeldet wird über ein Formular auf der Verbandsseite. Abgefragt werden Name des Erlegers, Kontaktdaten, Anschrift sowie Jagdscheinnummer und ausstellende Behörde, dazu drei Angaben zum Stück selbst: Wildart, Erlegungsdatum und Erlegungskreis. Zur Auswahl stehen Rot-, Dam-, Schwarz-, Reh- und Muffelwild.
Diese drei Felder sind der eigentliche Zweck der Veranstaltung. Eine Trophäe allein sagt wenig; erst zusammen mit dem Wann und dem Wo wird aus einer Reihe von Geweihen ein Datensatz, an dem sich Altersaufbau und Entwicklung einer Wildart im Land ablesen lassen. Die Arbeitsgruppe Schalenwild des Verbands, die mit den Hegegemeinschaften zusammenarbeitet, unterstützt die Durchführung.
Bewertet wird am Geweih beziehungsweise am Gebrech, und die aussagekräftigsten Merkmale sitzen dort, wo Laien selten hinschauen: an Rosen und Rosenstöcken, an Stangenstärke und Perlung. Sie erlauben die Einordnung nach Altersklassen – die Frage, ob ein Hirsch im richtigen Alter erlegt wurde, ist in der Hegeschau wichtiger als die Zahl der Enden.
Wer nicht ausstellen will, holt am Samstag wieder ab
Ein Punkt, den man vor der Anfahrt kennen sollte: Die Bewertung am Samstag und die Ausstellung am Sonntag sind zwei getrennte Schritte. Soll eine Trophäe am Sonntag nicht gezeigt werden, ist sie nach der Bewertung am Samstag wieder mitzunehmen – wer sie liegen lässt, stellt sie aus. Umgekehrt bleibt sie bis Sonntagnachmittag in Bollewick, wenn sie in die Schau soll; die Veranstaltung endet um 17:30 Uhr.
Neu ist in diesem Jahr eine geführte Tour: Der Verband bietet am Sonntag erstmals eine Führung zu den bemerkenswertesten Trophäen an. Uhrzeit, Treffpunkt und Dauer sind bislang nicht veröffentlicht.
Der Sonntag ist zugleich eine Messe – mit Hirschrufern
Die Hegeschau steht am Sonntag nicht für sich. Sie fällt zusammen mit der Messe „Natur, Wild, Fisch", zu der der Jagdverband Müritz in dieselbe Scheune einlädt, von 10 bis 18 Uhr und bei freiem Eintritt. Deren Höhepunkt ist der 18. Norddeutsche Hirschruferwettbewerb.
Hirschrufen heißt: die Lautäußerungen des Rothirschs in der Brunft nachbilden – das dumpfe Röhren des Platzhirschs ebenso wie den kurzen, aggressiven Brunftschrei. Gerufen wird mit Rufgeräten aus Holz, Horn oder Kunststoff, teils auch mit bloßen Händen und der eigenen Stimme; bewertet wird, wie nah die Nachbildung am Original liegt. Wer im Revier schon einmal versucht hat, einen Hirsch an den Wechsel zu holen, weiß, dass die Grenze zwischen überzeugend und lächerlich schmal ist – auf der Bühne wird sie hörbar. Für Kinder gibt es einen eigenen Ruferwettstreit.
Daneben läuft ein Messeprogramm, das über die Jagd hinausgeht: eine Schau-Wildtierzerlegung, Stände von Tierpräparatoren und Jagdschulen, Pilz- und Kräuterberatung für Sammler, das Müritzeum und das Wisentreservat Damerow, Forstamt Wredenhagen und Bauernverband. Neu sind sechs jeweils rund vierzigminütige Fachvorträge im Obergeschoss, stündlich zwischen 11 und 16 Uhr – Themen sind Niederwildbejagung und Prädatoren, Erste Hilfe beim Hund, Ansprechen von Rotwild, Lebensraumanalyse für Rotwild, Wildtierrettung mit Drohnen und Angeln vom Belly Boat. Von 11 bis 17 Uhr steht ein Schießkino zum Üben bereit. Im Außenbereich finden die zweiten Norddeutschen Kettensägemeisterschaften statt, dazu Baumstammwerfen und Infomobile von Jägern und Anglern.
Vor der Fahrt nach Bollewick klären
Melden Sie jede Trophäe einzeln über das Verbandsformular an – die Gebühr fällt je Stück an.
Nehmen Sie Bargeld mit: 55 Euro als Mitglied, 120 Euro sonst, je Trophäe.
Planen Sie die Anlieferung vor 12 Uhr ein; ein zweites Zeitfenster gibt es nicht.
Entscheiden Sie vorher, ob die Trophäe ausgestellt werden soll – sonst nehmen Sie sie samstags wieder mit.
Kommen Sie nur zum Schauen, reicht der Sonntag: Der Eintritt ist frei.
Was noch nicht veröffentlicht ist
Einen Meldeschluss nennt der Verband nicht – das Anmeldeformular steht offen, eine Obergrenze für die Zahl der Trophäen ist nicht ausgewiesen. Offen sind außerdem der Zeitpunkt der Führung, ein Ablaufplan für den Sonntag, die Startzeit des Hirschruferwettbewerbs sowie Angaben zu Parken, Anfahrt ohne Auto und Zahlungsmitteln an den Messeständen. Für den Trophäenteil ist damit alles beisammen, für die Tagesplanung am Sonntag noch nicht.
Zwei Wochen vorher öffnet mit der MeLa in Mühlengeez die zweite große Veranstaltung des Monats in Mecklenburg-Vorpommern. Warum Ende September der richtige Zeitpunkt für einen Rufwettbewerb ist, erklärt unser Beitrag zum Zeitraum der Hirschbrunft. Weitere Termine sammelt die Rubrik Messen & Veranstaltungen.
Quelle
Termin, Uhrzeiten, Anlieferfenster, Gebühren, Zahlungsweise, Anmeldeformular, Wildarten, Rücknahmehinweis und Führung nach der Veranstaltungsseite Landestrophäenbewertung 2026 des Landesjagdverbands Mecklenburg-Vorpommern; Rolle der Arbeitsgruppe Schalenwild nach dessen Fachseite. Öffnungszeiten, Adresse mit Postleitzahl, freier Eintritt, Hirschruferwettbewerb, Vortragsprogramm und Außenprogramm des Sonntags nach der Veranstaltungsankündigung „Natur, Wild, Fisch" der Scheune Bollewick und des Jagdverbands Müritz. Beide Quellen abgerufen am 4. September 2026. Die Erklärung der Bewertungsmerkmale und des Hirschrufens ist redaktionelle Einordnung und steht so in keiner der beiden Ankündigungen.