Jagdkompass
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Jagdleiterschulung am 10. Oktober: Ab vier Jägern braucht die Jagd eine Leitung

Acht Stunden, 70 Euro für Mitglieder, 140 Euro für alle anderen: Die Tagesschulung im Jägerlehrhof bei Parchim nimmt die Rolle auseinander, die auf jeder Gesellschaftsjagd besetzt sein muss.

LMLauritz MaaßenJagdleiterschulung, Gesellschaftsjagd, Drückjagd

Wer eine Drückjagd, eine Erntejagd oder auch nur einen Sammelansitz mit vier Jagdscheininhabern auf die Beine stellt, veranstaltet eine Gesellschaftsjagd – und muss dafür eine Jagdleitung bestimmen. Am Samstag, 10. Oktober, nimmt eine Tagesschulung im Jägerlehrhof bei Parchim genau diese Rolle auseinander: acht Stunden, 70 Euro für Mitglieder, 140 Euro für alle anderen.

Vier Jagdscheininhaber machen aus dem Ansitz eine Gesellschaftsjagd

Die Ausschreibung des Landesjagdverbandes Mecklenburg-Vorpommern beginnt mit einer Schwelle, die niedriger liegt, als viele Reviere im Alltag annehmen: Eine Gesellschaftsjagd ist jede Form der Jagd, bei der vier Jagdscheininhaber im zeitlichen und räumlichen Zusammenhang gemeinsam jagen. Ab dieser Zahl muss eine Jagdleitung benannt werden – auch dann, wenn niemand Treiber bestellt und kein Bus voller Gäste vorfährt.

WasAngabe
TerminSamstag, 10. Oktober 2026, 08:00 bis 16:00 Uhr
OrtJägerlehrhof des Verbandes, Forsthof 1, 19374 Parchim OT Malchow
Gebühr70,00 € für Mitglieder, 140,00 € für Nichtmitglieder – Verpflegung enthalten
ReferentenThomas Balkow (Revierjagdmeister) und Dirk Thurau (SVLFG)
Anmeldungüber die Geschäftsstelle: 03871 6312-18 oder blank@ljv-mv.de
Anmeldeschlussnicht veröffentlicht
Teilnehmerzahlnicht veröffentlicht

Bemerkenswert ist der zweite Preis: Nichtmitglieder sind ausdrücklich zugelassen, zahlen aber den doppelten Satz. Wer in einem anderen Bundesland jagt und für den Oktober eine Bewegungsjagd plant, kann also teilnehmen – die Fragen, um die es geht, enden nicht an der Landesgrenze.

Ansprache vor dem Antritt: Revierkarte, Standliste und Unterschrift auf der Ladefläche. Genau diese Belehrung und ihre Dokumentation gehören zu den Pflichten, die an der Jagdleitung hängen – hier auf einer Bewegungsjagd in Schweden. Foto: Mikael Tham / Wikimedia Commons (CC BY 3.0)

Fünf Jagdformen, eine Verantwortung

Das Seminar sortiert zuerst die Formen, die alle unter denselben Begriff fallen. Beim Sammelansitz sitzen mehrere Jäger zur selben Zeit im selben Revierteil an, ohne dass Wild bewegt wird. Die Erntejagd nutzt den Moment, in dem der Häcksler das letzte Stück Mais öffnet und das Wild herausdrängt. Die Drückjagd bewegt das Wild mit wenigen Treibern und Hunden ruhig aus der Dickung, die Treibjagd arbeitet mit einer durchgehenden Treiberwehr und zielt vor allem auf Niederwild. Und die Ansitzbewegungsjagd kombiniert beides: Schützen sitzen fest auf zugewiesenen Ständen, während einzelne Hundeführer das Revier durchgehen.

So unterschiedlich die Abläufe sind – die Pflichten der Jagdleitung sind dieselben. Reviervorbereitung, Zuweisung der Stände, Freigabe des Wildes, Einsatz der Hunde und das Raum-Zeit-Verhalten des Wildes stehen laut Programm ebenso auf dem Plan wie die Frage, welche rechtlichen Konsequenzen die Jagdleitung treffen können.

Sichere Drückjagdeinrichtungen sind ein eigener Programmpunkt: Eine geschlossene Kanzel gibt den Schusswinkel vor und verhindert, dass in Richtung Nachbarstand gezielt wird. Standsicherheit, Aufstieg und Brüstung prüft die Jagdleitung vor dem Tag, nicht an ihm – die Unfallversicherung hat dafür eine eigene Bauanleitung im Programm. Foto: Sascha Grosser / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Versicherung, Belehrung, Wildbret – der Teil nach dem Schuss

Der zweite Referent kommt von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) – dem Träger, bei dem die Jagd in Deutschland unfallversichert ist und der die einschlägigen Vorschriften und Checklisten herausgibt, von der Anleitung für sichere Hochsitzkonstruktionen bis zur eigenen Broschüre zur Erntejagd. Angekündigt sind die Anforderungen dieses Trägers, der bestehende Versicherungsschutz und die Frage, wie Belehrung und Dokumentation zu erfolgen haben. Das ist der Teil, der im Schadensfall zählt: Wer an welchem Stand saß, wer belehrt wurde und wer unterschrieben hat, lässt sich hinterher nur aus Papier rekonstruieren.

Der dritte Block führt vom Schuss ins Lebensmittelrecht. Behandelt werden die wildbrethygienischen Herausforderungen einer Gesellschaftsjagd – viele Stücke in kurzer Zeit, oft bei milder Witterung –, die daraus folgenden Vermarktungswege und die Bedeutung der kundigen Person: jenes geschulten Jägers, der das erlegte Stück auf bedenkliche Merkmale prüft und damit über die Verwertbarkeit entscheidet. Gearbeitet wird nach Ankündigung mit Fallbeispielen.

Zugewiesener Stand am Waldrand, Signalkleidung, Hunde an der Leine: Wer wo steht und welcher Hund wann ins Treiben geht, entscheidet die Jagdleitung vorher. Foto: Maja Dumat / Wikimedia Commons (CC BY 2.0)

Vor der Anmeldung klären

  • Telefonisch nach freien Plätzen fragen: 03871 6312-18 – eine Teilnehmerzahl ist nicht veröffentlicht

  • Mitgliedschaft prüfen, bevor überwiesen wird: Der Unterschied macht 70 Euro aus

  • Im Navigationsgerät „Landesjagdverband“ eingeben – im Umkreis liegt eine ähnliche Anschrift, auf die der Verband ausdrücklich hinweist

  • Anreise für einen Beginn um 08:00 Uhr planen: Der Lehrhof liegt nicht in der Stadt, sondern im Ortsteil Malchow

  • Wer den Nachweis für eine Fortbildungspflicht braucht, fragt vorab, was bescheinigt wird

Was der Verband nicht veröffentlicht

Mehrere Angaben fehlen. Es gibt keinen ausgewiesenen Anmeldeschluss und keine Teilnehmerzahl – wer sicher sein will, ruft an. Es gibt keinen Stundenplan: Dass um 08:00 Uhr begonnen und um 16:00 Uhr geendet wird, ist alles, was zum Ablauf feststeht. Und es steht nirgends, ob die Schulung als Nachweis für eine der einschlägigen Rollen anerkannt wird – die kundige Person etwa wird andernorts in eigenen Kursen geschult.

Dazu ein praktischer Hinweis: Der Anmeldebutton auf der Terminseite führte Ende September auf eine Fehlerseite. Wer ihn anklickt und nichts bekommt, nimmt Telefon oder E-Mail der Geschäftsstelle – der Weg funktioniert.

Wem der Termin nicht passt, findet 2026 keinen Ersatz: Der Fortbildungskalender des Verbandes führt für den Rest des Jahres nur noch den Motorsägenkurs am 27. und 28. November, danach den Fangjagdlehrgang am 6. Februar 2027. Eine weitere Jagdleiterschulung steht 2026 nicht mehr darin.

Wie eine Drückjagd von der Planung bis zur Streckenlegung organisiert wird, steht in unserem Überblick zu Organisation, Ablauf und Sicherheit. Welche Pflichten die Jagdgesellschaft selbst treffen, klärt der Beitrag zu Organisation und Pflichten bei Gesellschaftsjagden. Was nach dem Schuss für das Wildbret gilt, steht in der Wildbrethygiene vom Schuss bis zur Kühlkette. Weitere Termine mit Anmeldung sammeln wir unter Messen & Veranstaltungen.

Quelle

Termin, Uhrzeit, Ort, Gebühren, Referenten, Programmpunkte und die Definition der Gesellschaftsjagd nach dem Termineintrag zur Jagdleiterschulung und der Übersicht der Fort- und Weiterbildungen des Landesjagdverbandes Mecklenburg-Vorpommern; Anschrift und Telefonnummern nach dem Impressum desselben Auftritts. Rolle und Veröffentlichungen der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau nach deren Themenseite Jagd. Die Beschreibung der einzelnen Jagdformen und die Einordnung der kundigen Person sind redaktionelle Ergänzung. Abgerufen am 27. September 2026.

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