Jagdkompass
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Einführung in die Hühnervögel (Galliformes) für die Jagd

Überblick über die Ordnung der Hühnervögel: Systematik, typische Merkmale und jagdliche Bedeutung der wichtigsten Vertreter.

13. März 2026Galliformes, Fasanenartige, Bodenbrüter
Einführung in die Hühnervögel (Galliformes) für die Jagd

Die Ordnung der Hühnervögel (Galliformes): Feld und Wald

Hühnervögel sind für den Jäger von zentraler Bedeutung. Sie sind Bodenbrüter, Nestflüchter und haben einen charakteristischen "Scharrfuß".

Die wichtigste Einteilung in der Prüfung ist nicht die biologische Familie, sondern die Unterscheidung nach dem Lebensraum und den Ständern (Beinen):


1. Die Einteilung (Prüfungswissen!)

Wir unterscheiden in Deutschland zwei Gruppen:

A. Feldhühner (Glattfüßige Hühner)

Sie leben primär in der offenen Feldflur (Steppe).

  • Merkmal: Die Ständer (Beine) sind nackt (unbefiedert) und oft mit Sporen bewehrt.
  • Arten:
    • Fasan (Phasianus colchicus)
    • Rebhuhn (Perdix perdix)
    • Wachtel (Coturnix coturnix)
    • (Wildtruthuhn - lokal vorkommend)

B. Raufußhühner (Raufüßige Hühner)

Sie leben primär im Wald oder Hochgebirge und sind an Kälte angepasst.

  • Merkmal: Die Ständer sind bis zu den Zehen befiedert (sehen aus wie "Fellstiefel").
  • Besonderheit: Im Winter wachsen ihnen an den Zehen seitlich Hornstifte (Balzstifte), die wie Schneeschuhe wirken (Verbreiterung der Trittfläche).
  • Arten:
    • Auerwild (Tetrao urogallus)
    • Birkwild (Lyrurus tetrix)
    • Haselwild (Tetrastes bonasia)
    • Schneehuhn (Lagopus muta)

2. Anatomie und Merkmale

  • Schnabel: Kurzer, kräftiger Schnabel mit harter Spitze.
  • Flug:
    • Hühnervögel sind Kurzstreckenflieger.
    • Sie haben kurze, runde Schwingen.
    • Starten oft steil und laut (Explosivstarter), gleiten dann aber schnell wieder zu Boden.
  • Füße: Kräftige Scharrfüße mit starken Nägeln, um im Boden nach Nahrung zu suchen.

3. Ernährung und Verdauung (Die Magensteine)

Hühnervögel ernähren sich von Sämereien, Knospen, Beeren und Insekten (Küken brauchen Insekten!). Da sie keine Zähne haben, brauchen sie eine "Mühle" im Bauch.

Der Verdauungstrakt:

  1. Kropf: Hier wird die Nahrung eingeweicht und vorgequollen.
  2. Drüsenmagen: Chemische Zersetzung.
  3. Muskelmagen: Das wichtigste Organ!
    • Hier zerreiben starke Muskelwände die harte Nahrung (Körner/Nadeln).
    • Hilfsmittel: Der Vogel nimmt gezielt kleine Steinchen (Gastrolithen / "Weidkörner") auf, die im Magen wie Mühlsteine wirken.
    • Prüfungsfrage: Fehlen diese Steine (z. B. im Winter bei hohem Schnee), kann der Vogel verhungern, obwohl der Kropf voll ist!

4. Fortpflanzung und Jägersprache

Hier muss man die Sozialstruktur unterscheiden, da sie die Jagd bestimmt.

MerkmalPolygamie (Vielehe)Monogamie (Einehe)PrinzipEin Hahn paart sich mit vielen Hennen.Ein Hahn bleibt bei einer Henne.BrutpflegeNur die Henne führt die Küken.Beide Eltern führen (Vater passt auf).ArtenFasan, Auerwild, Birkwild.Rebhuhn, Haselwild.FamilieHeißt Gesperre (Henne + Küken).Heißt Kette (Hahn + Henne + Küken).EntwicklungNestflüchter (Küken sind sofort mobil, haben Daunen, Augen offen).(Ebenfalls Nestflüchter).


5. Zusammenfassung

  1. Einteilung: Nackte Beine = Feldhuhn (Fasan); Befiederte Beine = Raufußhuhn (Auerhahn).
  2. Verdauung: Brauchen Magensteine im Muskelmagen.
  3. Sozial: Fasan ist ein Macho (Polygamie/Gesperre), Rebhuhn ist ein Familienvater (Monogamie/Kette).
  4. Küken: Sind immer Nestflüchter und brauchen in den ersten Wochen tierisches Eiweiß (Insekten).
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