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Sieben Setter in Transportboxen erstickt: Das Gepäck hatte die Lüftung verschlossen

Auf dem Weg zur Jagd in Lappland sterben an der Brennerautobahn sieben English Setter. Die Luftschlitze ihrer Boxen waren zugepackt. Die Polizei ermittelt wegen Tierquälerei.

LMLauritz MaaßenJagdhunde, Hundetransport, Tierschutz

Sieben Jagdhunde sind auf der Brennerautobahn in ihren Transportboxen erstickt – nicht wegen Hitze, sondern weil Taschen und Ausrüstung die Luftschlitze verschlossen hatten. Die English Setter waren mit ihren Haltern unterwegs zu einer Jagdreise nach Lappland.

Der Fall ereignete sich am Abend des 13. September an der Raststätte Trens-Ost (Gemeinde Freienfeld) bei Sterzing in Südtirol; öffentlich wurde er am 25. September, wie ORF Tirol meldete. Ein Autofahrer auf dem Rastplatz alarmierte die Polizei. Als die Beamten eintrafen, waren sechs Hunde bereits tot. Der siebte starb trotz Wiederbelebungsversuchen und tierärztlicher Hilfe.

Die Tiere saßen in vier Boxen im Heck: zwei Rüden einzeln, fünf Hündinnen auf zwei Boxen verteilt. Der Laderaum war fast vollständig mit persönlichen Gegenständen gefüllt, die vermutlich die Öffnungen für die Luftzufuhr blockierten. Die Männer aus der Lombardei hatten nach Angaben von Südtirol News noch versucht, das letzte Tier zu retten.

Die Straßenpolizei Sterzing beschlagnahmte das Fahrzeug, die Tierkörper sowie Jagdwaffen und Munition. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Tierquälerei; eine veterinärmedizinische Untersuchung ist angeordnet. Deren Ergebnis und die Außentemperatur am Tatabend sind bislang nicht bekannt.

Die A22 bei Sterzing: Auf diesem Abschnitt liegt die Raststätte Trens-Ost, an der die Hunde gefunden wurden. Foto: KlausFoehl / CC BY-SA 3.0 / Wikimedia Commons

Hundeboxen auf der Fahrt zur Drückjagd

  • Lüftungsschlitze an allen Seiten der Box frei halten – nichts davor-, darauf- oder dazwischenpacken.

  • Gepäck auf die Rückbank, in eine Dachbox oder einen Anhänger, nie rund um die Box.

  • Einen Hund pro Box, wenn es die Boxengröße nicht eindeutig zulässt.

  • Bei jedem Halt Atmung und Zustand kontrollieren, auch bei kühlem Wetter.

Mit Beginn der Drückjagdsaison sind Jagdhunde oft stundenlang im Auto unterwegs – die Box muss dabei frei belüftet bleiben. Foto: Getty Images / Unsplash+ License

Was sich für Halter von Jagdhunden durch neues EU-Recht ändert, steht in unserem Beitrag zur EU-Tierschutzverordnung für Jagdhunde. Grundlagen zu Zucht, Haltung und Einsatz von Jagdhunden und zu Gesundheit und Hygiene beim Jagdhund gehören auch zum Prüfungsstoff – mehr in der Rubrik Jagdpraxis & Revier. Für die Jägerprüfung lernst du mit der Jagdkompass-App.

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