Jagdkompass
Jagdpraxis & RevierWildtiermonitoring

Feldhasenzählung 2026: Ab Oktober läuft die Eingabe online – der Papierbogen bleibt

Ab Anfang Oktober 2026 wandern die Ergebnisse der Feldhasenzählung online in die WILD-Datenbank. Was Revierinhaber vor der Herbsttaxation klären sollten.

LMLorena de Marco13. September 2026Feldhase, Wildtiermonitoring, Wild
Feldhasenzählung 2026: Ab Oktober läuft die Eingabe online – der Papierbogen bleibt

Wer ein Referenzgebiet der Feldhasenzählung betreut, kann die Ergebnisse ab Anfang Oktober 2026 direkt vom Feldweg aus in die WILD-Datenbank eintragen. Der Papierbogen verschwindet trotzdem nicht – und am engen Zeitfenster der Herbsttaxation ändert die Technik nichts.

Anfang Oktober schaltet die WILD-Datenbank die Eingabemaske frei

Der Deutsche Jagdverband hat die Freigabe für Anfang Oktober 2026 angekündigt: Zählergebnisse lassen sich dann über Tablet, Laptop oder Smartphone erfassen, statt sie erst auf Papier und später noch einmal in eine Tabelle zu übertragen. Die über 400 bestehenden Referenzgebiete können die Funktion sofort nach der Freigabe nutzen. Registrieren lässt sich der Zugang schon jetzt unter wild.jagdverband.de.

Neue Referenzgebiete sind künftig ebenfalls online zu beantragen. Die Zählstrecke selbst legt weiterhin der zuständige WILD-Länderbetreuer gemeinsam mit dem Revier vor Ort fest – sie muss über Jahre hinweg identisch abgefahren werden, sonst sind die Werte nicht vergleichbar.

SchrittZeitpunktWas zu beachten ist
Zugang registrierenab sofortwild.jagdverband.de; vier Länder mit eigenem Portal
Online-Eingabe freigeschaltetAnfang Oktober 2026Tablet, Laptop oder Smartphone
Herbsttaxation im RevierOktober/Novemberzwei Durchgänge innerhalb von 14 Tagen
Neues Referenzgebiet beantragenlaufendLänderbetreuer legt Strecke vor Ort mit fest
Papierbogenweiterhin zulässigein Enddatum ist nicht genannt

Vor der Herbsttaxation erledigen

  • Zugang unter wild.jagdverband.de anlegen und Anmeldung vor dem ersten Zählabend testen.

  • Prüfen, ob das eigene Bundesland ein eigenes Portal betreibt – dort läuft die Eingabe anders.

  • Beide Zähltermine so legen, dass sie in ein 14-Tage-Fenster passen, auch bei schlechtem Wetter.

  • Scheinwerfer, Streckenprotokoll und einen zweiten Beifahrer rechtzeitig organisieren.

  • Für ein neues Referenzgebiet den Länderbetreuer früh ansprechen: Die Strecke wird vor Ort abgestimmt.

Vier Länder zählen weiter auf ihrer eigenen Plattform

Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein arbeiten mit eigenen Systemen. Wer dort ein Referenzgebiet betreut, meldet seine Zahlen also nicht über die bundesweite Maske, sondern über die Landesplattform. Für Reviere an einer Landesgrenze ist das mehr als eine Formalie: Maßgeblich ist das Land, in dem die Zählstrecke liegt.

19 Hasen je Quadratkilometer – und 30 im Nordwesten

Die Frühjahrszählung 2025 ergab bundesweit 19 Feldhasen pro Quadratkilometer Feld- und Wiesenfläche. Das sind gut 25 Prozent mehr als zwei Jahrzehnte zuvor. Am dichtesten sitzen die Hasen im Nordwestdeutschen Tiefland: Dort wurden 30 Tiere pro Quadratkilometer gezählt.

BezugsraumFrühjahr 2025
Deutschland gesamt19 Feldhasen je km² Feld- und Wiesenfläche
Nordwestdeutsches Tiefland30 Feldhasen je km²
Weite Marschlandschaft mit blühendem Rapsfeld im Tümlauer Koog in Nordfriesland
Marschland im Tümlauer Koog (Nordfriesland): Im Nordwestdeutschen Tiefland zählen Reviere mit 30 Hasen je Quadratkilometer die höchsten Besätze. Foto: Matthias Süßen / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Warum die Zählung nachts mit dem Scheinwerfer läuft

Erfasst wird per Scheinwerfertaxation – der genormten Streifenzählung, bei der eine feste Strecke im Dunkeln langsam abgefahren und die angrenzende Fläche seitlich ausgeleuchtet wird. Die Augen der Hasen reflektieren das Licht und lassen sich dadurch zuverlässig von anderen nachtaktiven Tieren unterscheiden.

Nach den Vorgaben des Wildtierkatasters der Universität Kiel beginnt ein Durchgang rund eine Stunde nach Sonnenuntergang. Nötig sind etwa 200 Hektar ausleuchtbare Fläche; weil der Scheinwerfer im ebenen Gelände rund 150 Meter weit trägt, kommen so schnell 13,5 bis 15 Kilometer Fahrstrecke zusammen. Gezählt wird doppelt innerhalb von 14 Tagen. Weichen die beiden Ergebnisse um mehr als 20 Prozent voneinander ab, ist ein dritter Durchgang fällig – etwa, wenn zwischen den Terminen geerntet oder gegüllt wurde und die Hasen ihre Einstände verlagert haben.

Feldhase drückt sich flach in einer Ackerfurche
Tagsüber drückt sich der Hase in die Sasse und ist kaum zu zählen – deshalb läuft die Taxation nachts. Foto: Charles J. Sharp / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Offen bleibt, wie lange der Papierbogen parallel läuft

Ein Enddatum für die Papiererfassung nennt der Verband nicht, ebenso wenig, ob die vier Landesplattformen zum selben Termin nachziehen. Wer sich darauf einstellen will, fragt das beim Länderbetreuer nach, statt es aus der Bundesmeldung abzuleiten.

Der Feldhase ist ohnehin nur ein Teil des Programms: In der WILD-Datenbank stehen 18 Arten, von Rebhuhn und Fasan über Waschbär und Nutria bis zu Fischotter und Höckerschwan. Genau deshalb sind die Reihen so wertvoll: Sie zeigen erst über Jahre, ob ein Besatz wirklich wächst – und liefern die Zahlen, mit denen sich Debatten wie die um den Prädationsdruck verwilderter Hauskatzen auf Niederwild belegen oder entkräften lassen.

Sie bereiten sich auf die Jägerprüfung vor oder wollen Ihr Revierwissen auffrischen? Die Jagdkompass-App trainiert Wildbiologie und Revierpraxis mit den amtlichen Prüfungsfragen. Weitere Beiträge zur Revierarbeit finden Sie in unserer Rubrik Jagdpraxis & Revier.

Quelle

Deutscher Jagdverband: „Ergebnisse der Feldhasenzählung jetzt online übermitteln", 28. August 2026 – jagdverband.de

Wildtierkataster der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Referenzsystem Feldhase (Methodik der Scheinwerfertaxation) – wildtier-kataster.uni-kiel.de

Landesjagdverband Thüringen: Wildtiermonitoring der Jägerschaft online, 16. Januar 2026 – ljv-thueringen.de

Teilen:WhatsAppFacebookX